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New Yorker Hochbahnpark fertig : Hi, Line!

Letztes Teilstück eröffnet: Die High Line schließt nun an der 30th Street ab. Bild: AFP

Nach zehn Jahren ist der New Yorker Hochbahn-Park „High Line“ vollendet. Für das letzte Teilstück musste sogar ein Neubau ausweichen.

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          Die „High Line“ ist eine bemerkenswerte Comeback-Geschichte. Die Hochbahntrasse an der Westseite von Manhattan lag jahrelang brach, ihr drohte sogar der Abriss. Aber dann kamen ein paar Anwohner auf die Idee, aus der Industrieruine einen Park zu machen. Nach langwieriger Überzeugungsarbeit und gegen viele Widerstände setzten sie ihren Plan durch – und bescherten New York eine seiner größten Touristenattraktionen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der erste Teil der „High Line“ wurde 2009 eröffnet, weitere Abschnitte kamen 2011 und 2014 hinzu. Zuletzt kamen rund sieben Millionen Besucher im Jahr in den Park, besonders an Wochenenden und bei gutem Wetter herrscht hier dichtes Gedränge.

          Nun konnten die Initiatoren der „High Line“ die Vollendung ihres Plans feiern. Am Mittwoch wurde die letzte verbliebene Teilstrecke am nördlichen Ende als Park wiedereröffnet. Dieser Abschnitt heißt „The Spur“, er ist eine Abzweigung der Bahn und führt zu einem Verteilzentrum der amerikanischen Post. Als die Bahn noch in Betrieb war, konnten Güterzüge direkt zu dem Gebäude fahren und dort Briefe und Pakete abliefern oder abholen. Dieses Teilstück war besonders vom Abriss bedroht, weil es sich mit dem Areal überschneidet, in dem das gerade eröffnete neue Nobelviertel „Hudson Yards“ gebaut wurde, ein riesiger Büro-, Wohn- und Einkaufskomplex. Um „The Spur“ zu retten, musste eines der großen neuen Gebäude um die alte Bahnstrecke herum gebaut werden.

          Auf dem letzten größeren Teilstück soll es künftig Kunstinstallationen und Veranstaltungen geben. Zur Eröffnung stellte die Künstlerin Simone Leigh ihre Bronzeskulptur „Brick House“ aus.

          Der neue Abschnitt der „High Line“ hat die breitesten Passagen des Parks, weshalb es hier größere Veranstaltungen geben soll. Auch Kunstwerke sollen hier ausgestellt werden. Zu Beginn ist die fast fünf Meter große Büste einer afroamerikanischen Frau zu sehen, die von der Künstlerin Simone Leigh stammt.

          Die „High Line“ wurde ursprünglich 1934 in Betrieb genommen, ihre Züge belieferten die vielen Fabriken und Lagerhallen, die es hier damals noch gab. Aber im Laufe der Zeit verschwanden Industriebetriebe aus der Gegend, und Eisenbahnen wurden beim Gütertransport von Lastwagen abgelöst. Ein Teil der Trasse wurde schon in den sechziger Jahren abgerissen. 1980 fuhren die Züge auf dem verbliebenen Segment zum letzten Mal. Die Fracht bei der letzten Fahrt bestand aus drei Waggonladungen mit Truthähnen.

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