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Für den geplanten Wohnturm gibt es eine Baugenehmigung. Bild: Blauraum

Wohnen im Hochhaus : Porsche Design Tower steht zum Verkauf

Der exklusive Porsche-Wohnturm im Frankfurter Europaviertel lässt seit Jahren auf sich warten. Jetzt wird das Projekt noch vor dem Bau veräußert. Ein Indiz für das Ende des Luxus-Booms auf dem Wohnungsmarkt?

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          Ringsum drehen sich acht Baukräne, das Frankfurter Europaviertel wächst und wächst. Aber das Baufeld, auf dem der 80 Meter hohe Porsche Design Tower geplant ist, liegt seit Jahren unberührt da. Das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Denn der bisherige Eigentümer will sich von dem Bauvorhaben trennen. „Die P+B Group verkauft nun das Projekt einschließlich der bereits erteilten Baugenehmigung und des Grundstücks im Frankfurter Europaviertel“, teilt der Vorstandsvorsitzende Gerd Hebebrand mit. Zu den Gründen hinter dieser Entscheidung hält sich Hebebrand bedeckt. Nur so viel mag er sagen: Gemeinsam mit der Porsche Design Group habe man das Projekt „mit hoher Professionalität und Leidenschaft bis zur Baureife entwickelt“.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vor fünf Jahren wurden die Pläne erstmals vorgestellt. Ein Jahr später wurde ein Architekturwettbewerb entschieden, doch dann wurde es schnell still um den Porsche Design Tower. Im übrigen Stadtgebiet und auch in der näheren Umgebung schossen neue Wohntürme in den Himmel. Aber der Wohnturm, dem die Marke Porsche Design ein besonders hochwertiges Image geben soll, ließ auf sich warten. Im Juni dieses Jahres wurde die Baugenehmigung erteilt.

          Still ruht die Baustelle: Der Porsche Design Tower soll an der Europa-Allee in Frankfurt errichtet werden.

          Nach Auskunft des Planungsdezernats gilt sie für ein Hochhaus mit 256 Wohneinheiten und 234 Parkplätzen, die in einer automatisierten Garage mit Auto-Fahrstuhl untergebracht werden sollen. Hinzu kommen, offenbar im Erdgeschoss, eine Büroeinheit und Gastronomie. Anders als heute üblich, muss der Bauherr keine Sozialwohnungen schaffen, denn der alte Bebauungsplan für das Europaviertel sieht dies nicht vor. Allerdings muss der alte Wasserturm auf dem Grundstück als Denkmal erhalten werden.

          Der bisherige Eigentümer war stets mit dem Anspruch aufgetreten, den Turm selbst zu bauen. Noch immer steht auf der Internetseite der P+B Group, man werde den Porsche Design Tower „als erstes Branded Building in Europa“ entwickeln und realisieren. Aber als Bauherr tritt die Gruppe, die im Europaviertel bereits das Parkend-Projekt realisiert hat, nun nicht mehr in Erscheinung.

          In der Immobilienbranche wird über die Hintergründe spekuliert. Einerseits ist zu hören, dass das edle Produkt und die bescheidene Lage an der S-Bahn-Brücke nicht zusammengepasst hätten. Hinzu kämen die steigenden Baukosten und die hohen Lizenzgebühren für das Porsche Design. Weil zahlreiche weitere Wohntürme im Bau oder geplant sind – auf dem Campus Bockenheim, in der Innenstadt und am Güterplatz –, sei der Markt gesättigt. Es gebe ein Überangebot im Luxussegment.

          In Florida gibt es bereits einen Porsche Design Tower - mit einem Aufzug für Autos.

          Andererseits wird genau dies von Marktteilnehmern bestritten. „Der Mittelstand bricht uns weg“, berichtet ein Projektentwickler. Aber die Nachfrage ausländischer Kapitalanleger, vor allem aus dem asiatischen Raum, sei ungebremst. Der Bauherr erläutert, dass die Vermarktung der Wohnungen heute länger dauere als noch vor einem Jahr. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass sich der Wohnungsmarkt in diesem Segment langsam abkühle. „Aber die Preise werden immer noch gezahlt.“ Wer auch immer den Turm erwirbt, wird in einer interessanten Phase auf den Frankfurter Wohnungsmarkt kommen.

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