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Was den Planeten sauber macht : Klebstoff für Korallen und Magneten für Mikroplastik

  • -Aktualisiert am

Innovativ: Die Türme saugen Meerwasser nach oben und filtern das Plastik aus dem Wasser. Bild: Architectural Ecologies Lab

Einerseits ist es zynisch, der nächsten Generation unseren Dreck zu vererben. Und dann zu sagen: Erfindet etwas dagegen! Andererseits gibt es längst Erfindungen, die uns beim Saubermachen des Planeten helfen können. Hier eine kleine Auswahl.

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          Wolkenkratzer im Meer

          Plastik aus dem Meer fischen und damit Energie erzeugen, so sieht der Designer Honglin Li die Zukunft der Ozeane. Seine „Filtration Scyscrapers“ sollen auf ausrangierten Ölplattformen installiert und in verschmutzte Bereiche geschleppt werden. Die Türme saugen Meerwasser nach oben und filtern das Plastik aus dem Wasser. Daraus könne man dann Biokraftstoff für den Betrieb der Anlage und für die Verwendung an Land erzeugen.

          Reiniger für Plastikteppiche

          Das Ocean Voyages Institut (OVI) verteilte Bojen mit schwimmenden GPS-Trackern an Schiffsbesatzungen, damit diese Geisternetze und Plastikteppiche markieren, die ihnen auf See begegnen. Mit einem Segelfrachtschiff steuerten die Mitarbeiter des OVI die Bojen an und zogen nach 25 Tagen mehr als vierzig Tonnen Plastikmüll aus dem Meer. Im kommenden Jahr sollen 150 Markierungsbojen ausgesetzt werden.

          Magneten für Mikroplastik

          Aber nicht nur große Vorhaben (wie das sehr bekannte „Ocean Cleanup Project“, das im zweiten Anlauf mittlerweile funktioniert), sondern auch kleinere, sehr smarte Ideen können etwas bewirken: Der 18-jährige Ire Fionn Ferreira bekam den Google-Science-Preis 2019. Er hat einen flüssigen Magneten für Mikroplastik erfunden. Ein Gemisch aus Öl und Eisenoxidpulver kann bis zu 85 Prozent der Plastikteilchen aus dem Wasser holen.

          Was für Fahrzeuge begegnen uns wohl künftig auf den Straßen dieser Welt?

          Klebstoff für Korallen

          Korallenriffe leiden unter der klimabedingten Erwärmung der Ozeane, Stürme und Tsunamis fressen an den Küsten. Die dänischen Erfinder von GXN Innovation, einer Forschungsabteilung des Architekturbüros 3XN, wollen die Riffe mit Unterwasserdrohnen flicken. Eine Mischung aus einem von Austern produzierten Klebstoff und Meeressand soll angeschlagene Riffstrukturen zusammenhalten. Auch an Land wollen die Tüftler mit Drohnen in die Strukturen eingreifen. Straßenbeläge und Hochhausfassaden, so GNX Innovation, können etwa mit Klebstoffen aus Pilzen repariert werden.

          Inseln im Sturm

          Die Meeresspiegel steigen, Wellen prallen ungehindert aufs Land, Küsten werden beschädigt – eine künstliche Multifunktionsinsel soll die Macht des Wassers bändigen. Die Erfinder – Künstler, Designer und Architekten des California College of the Arts – dieser eigenartigen Schwimmstruktur, die ein wenig an eine Kulisse der Augsburger Puppenkiste erinnert, haben das Gebilde gerade in der Bucht von San Francisco verankert. Es soll Wellen abschwächen; in den Vertiefungen und Furchen, Höhlen und Rinnen können sich Meereslebewesen wie Röhrenwürmer, Krustentiere und Schwämme ansiedeln; und eine Forschungsplattform für Architekturen, die sich an Klimaveränderungen anpassen, soll der unförmige Blob auch sein. Pläne zeigen, dass in einer großen Version der künstlichen Schwimmqualle später sogar einmal Menschen leben können.

          Straßenbeläge und Hochhausfassaden sollen künftig mit Klebstoffen aus Pilzen repariert werden.

          Aufforsten unter Wasser

          Um das Aufforsten der Korallenbestände kümmern sich nach schweren Schäden die Wissenschaftler der Queensland University of Technology – natürlich ebenfalls mit Tauchdrohnen: Der sogenannte Larvalbot bringt Babykorallen im Larvenstadium, deren Eier vorher eingefangen und aufgepäppelt wurden, in Bereiche, in denen sich die Larven am Meeresboden zu neuen Korallenbänken formieren sollen.

          Fisch auf der Haut

          Aus dem Meer könnten in Zukunft auch unsere Kleider kommen: Die iranisch-kanadische Designerin Roya Aghighi entwickelt gerade ein stoffartiges Gewebe aus Algen. Ein T-Shirt besteht aus lebenden Zellen und kann sogar durch Photosynthese Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln und so die Umgebungsluft verbessern – praktisch etwa für stickige Fahrten in überfüllten U-Bahnen.

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