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Wurfzelte : Aufgeschmissen

Wie im Flug: Wurfzelte machen dem Campingfreund das Leben leicht – zumindest beim Aufbau. Bild: Helmut Fricke

Nichts kann die Camping-Romantik so sehr stören wie Zoff beim Zeltaufbau. Die schnelle Lösung lautet: Wurfzelt. Doch eine richtige Unterkunft für Wanderungen sind sie nicht.

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          Auch wenn man es draußen noch so sportlich nimmt: Der Mensch braucht zur Nachtruhe in den meisten Fällen ein Dach über dem Kopf und eine Hülle um sich, die gegen Wetter und Mücken schützt. Eine Hütte kommt nicht in Frage, da wäre man ja nicht out-, sondern indoor. Also muss ein Zelt her.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Aufbau freilich ist oft lästig. Vor allem das Zusammenfrickeln des Gestänges und das Einführen in den Zeltstoff nervt - auch wenn man auf Campingplätzen so immerhin schnell mit Neuankömmlingen ins Gespräch kommt, denen man gute Ratschläge geben kann. Wer sich gegen die Mühsal und für die schnelle Lösung entscheidet, greift zu einem Wurfzelt. Eins, zwei, drei soll die Behausung stehen. Einfach aufschmeißen und fertig, versprechen die Anbieter. Vor dem großen Wurf stehen nur das vorsichtige Entnehmen aus der Tragetasche und das Lösen einiger Schnellverschlüsse. Das Zelt ist selbsttragend, Heringe sind nur nötig, wenn der Wind stark bläst und niemand im Zelt sitzt, um es zu beschweren.

          Für Wanderungen eher nicht geeignet

          Der Aufbau gelingt also im Handumdrehen. Den Campingnachbarn entgeht trotzdem nichts, denn das Zusammenfalten ist ein Schauspiel. Wer nicht viel Erfahrung damit hat, kämpft erst mal mit dem widerborstigen Fiberglasgestänge, während der Campingpartner die Anleitung vorliest und ein Bier bereithält. Man kann das Ganze natürlich auch einfacher haben. Simple Ausführungen des Wurfzelts sind zart wie hingehaucht und ruckzuck wieder verstaut, es gibt sie für ein Taschengeld beim Discounter oder in Sportgeschäften. Doch sie mögen für Kindergeburtstage taugen, eine ernsthafte Unterkunft bieten sie nicht, wie fast alle einwandigen Zelte: Entweder sind sie nicht dicht, dann regnet es herein, oder sie halten Wasser ab, dann aber nach beiden Seiten. So wird es innen vom Kondenswasser nass.

          Einige Anbieter haben trickreiche doppelwandige Konstruktionen entwickelt: außen dicht und innen luftig. Weil beide Häute mit einer Handbreit Abstand am Gestänge hängen und zusammen auf- und abgebaut werden, ist die Handhabung etwas komplizierter als die des simplen Spielzeugs. Beim Wurfzelt Quechua 2 Seconds XL air 2 (knapp 90 Euro) besteht das Außenzelt aus Polyester mit PU-Beschichtung, der Boden aus Polyethylen. Alle Nähte sind zusätzlich geklebt. Laut Hersteller wird das Zelt vier Stunden lang mit 200 Litern je Stunde und Quadratmeter getestet. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Quechua auch nach knapp einer Woche im Dauerregen nicht leckte. Auch sonst gibt es kaum etwas zu mäkeln: reichlich Platz für zwei Personen (145 × 225 Zentimeter, Höhe 95 Zentimeter und wettergeschützter Stauraum), hervorragende Belüftung von allen Seiten, engmaschige Moskitonetze, großer Eingang und zwei Taschen innen. In die Tragetasche ist eine Anleitung eingenäht, wie beim Zusammenlegen vorzugehen ist, und auch ein Beutel mit Reparatursatz für das Gestänge.

          Viel Raum in wenig Zeit: Binnen Sekunden steht das Zelt in voller Größe.

          Die Idee, es als vollwertiges Zelt für Wanderungen zu nutzen, kann man aber getrost vergessen. Mit 4,3 Kilogramm einschließlich Tasche ist das Zelt für ein Exemplar dieser Größe nicht leicht, und gefaltet ist es zwar flach - es hat aber mit einem Durchmesser von 68 Zentimetern den Umfang eines Lastwagenrads. Das Zelt auf dem Motorrad mitzunehmen ist auch nicht ideal, es würde wie ein Segel im Wind hängen. Im Auto dagegen fährt das Quechua problemlos mit, aufgestellt hinter den Rücksitzen nimmt es so gut wie keinen Platz weg. Und einsatzbereit ist es binnen Sekunden. Zwei haben wir nicht ganz geschafft, aber in fünf Sekunden steht es. Das ist ja auch nicht schlecht.

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