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Digitale Raumplaner : Einrichten per Wisch

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Vermeidbare Anfängerfehler

Bei der App „Home Design 3D“ machen wir uns den Start leichter und wählen als Ausgangspunkt einen vorgegebenen Modellraum. Den wollen wir nach eigenem Geschmack variieren. Etwas Verwirrung verursacht zunächst der Versuch, Tapetenmuster und Bodenbeläge zu installieren. Doch die Lösung ist so einfach, dass wir zunächst nicht darauf gekommen sind: Man zieht die gewünschten Muster einfach auf die entsprechenden Flächen. Zudem kann man bei „Home Design 3D“ eigene Fotos zum Beispiel für den Wandschmuck importieren. Charmant ist eine Option für Lichtstimmungen: Der Einfall des Tageslichts wird, je nach Tageszeit, verblüffend realistisch dargestellt. Wie auch bei Roomle sind die Maße der Objekte variabel, man kann also zum Beispiel ein Sofa genauso abmessen, wie man es braucht - wobei man dann im Ernstfall genauso eins auch finden müsste. Für den Raumeindruck jedoch ist das Verfahren hilfreich. „Home Design 3D“ erweist sich als brauchbare App, die in der Funktionalität sehr ähnlich ist wie Roomle.

Teurer als gedacht: Die App „Living Room“ schaut auch auf die Kosten.

Herausragend dagegen kommt uns die App „Room Planner“ vor. Sie stammt von dem Unternehmen Chief Architect und man merkt ihr den professionellen Hintergrund an. „Room Planner“ kombiniert eigene Raumentwürfe mit Elementen von Augmented Reality. Hat man einen Raum eingerichtet, was in etwa so funktioniert wie bei den zuvor genannten Programmen, kann man sich bei „Room Planner“ mit dem iPad in dem virtuellen Raum bewegen. Man trägt dazu das Tablet wie einen Rahmen vor sich her. Wenn man sich damit nach rechts dreht, sieht man den Küchentresen, dreht man sich nach links, erscheint die Sitzecke, in der man gerade mit einem Fingerwisch ein neues Sofa plaziert hat. Man kann sich ihm nähern und es umkreisen. Das vermittelt nicht nur eine lebendige räumliche Erfahrung, sondern auch den Eindruck, man sei technisch auf der Höhe der Zeit.

Mit den beschriebenen Einschränkungen sind die Apps alltagstauglich. Sie erfordern allerdings eine Einarbeitungszeit, die sich für eine einmalige Nutzung kaum lohnen dürfte. Auch bleiben die Bilder atmosphärisch oft kalt. Materialien, Oberflächen und Lichtstimmungen - also all das, was Wohnlichkeit ausmacht - bilden sie nicht befriedigend ab. Christian Zöllner hält dieses Problem jedoch für lösbar: „Es wird darauf hinauslaufen, dass die Rechenleistung ausgelagert wird. Die Daten werden zu einem Großrechner geschickt, von dort bekommt der Nutzer ein hochauflösendes Bild mit guten Texturen.“ Es scheint, als könnten sich die Apps, neben Bleistift und Zollstock, einen sicheren Platz als Planungshilfe erobern - für Bastler, Träumer und Handwerker.

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