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Digitale Raumplaner : Einrichten per Wisch

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Auswahl der Möbel ist Knackpunkt

Bei der App „Living Room“ von Oleksander Rysenko zum Beispiel, stammen die Möbel überwiegend von Ikea. Doch der Hersteller scheint hier nicht mit an Bord zu sein, die App ist kein Katalog, eine größere Auswahl von Modellen ist nur in der Bezahlversion für 19,99 € erhältlich. Dafür gibt es im Menu die charmante Zusatzinformation „Raumdekoration Kosten“. Die werden in unserem Beispiel mit 6544 Euro angegeben. An den Sesseln Sosta (je 59,99 Euro) und der Stehleuchte Kvart (39,99 Euro) kann das nicht liegen, das Sofa Exarby ( zweimal 65 Euro) ist in Deutschland ohnehin nicht erhältlich. Vielleicht liegt es aber auch am Kamin, Modell Napoleon Georgia für 844 Euro, der nicht von Ikea stammt. Ein Blick auf die virtuelle Rechnung zeigt zudem erschreckende 4220 Euro für Bodenbeläge und Wände. Wir wissen nicht, wie diese Summe zustande kam und ob wir diese Kalkulation für falsch oder für realistisch halten sollen. Unklare und überraschend hohe Kosten beim Einrichten kommen uns andererseits seltsam bekannt vor - deshalb an dieser Stelle keine Einwände.

In der App lässt sich das Sofa einfach von einer Zimmerecke in die andere schieben.

Auch wenn die meisten Apps in Sachen Möbelkauf noch nicht funktionieren, wird ihr großes Potential deutlich. Sie können den Innenarchitekten-Entwurf mit konkreten Produkten und Kalkulationen verknüpfen und auf diese Weise die Digitalisierung der gesamten Kette vom Design über die Produktion bis zum Handel revolutionieren. In vielen Branchen wird so etwas unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ diskutiert. Wie es schon heute geht, zeigt als einer der wenigen der polnische Regalhersteller Tylko. Er bietet ein Regal an, das man in Höhe, Breite, Material und Fächeraufteilung in der gleichnamigen App selbst konfiguriert. Anschließend kann man das maßgeschneiderte Modell mittels Augmented Reality im eigenen Zimmer visuell überprüfen und bei Gefallen direkt ordern. Die Lieferzeit beträgt laut Hersteller vier bis sechs Wochen.

Unabhängig von Augmented Reality und Instant-Konsum bieten die besten unter den Einrichtungs-Apps Gestaltungsfunktionen bis hin zum Entwurf eines ganzen Hauses an. Wir haben in der App Roomle ohne Vorbereitung mit dem Finger einen Grundriss auf dem iPad gezeichnet. Doch nur mit Geschick ist es möglich, die gewünschten Maße exakt zu erreichen. Außerdem verschieben sich die Wände oft beim Anfügen von Fenstern oder Türen, das ganze System scheint nicht eingestellt auf die Möglichkeiten einer ungeübten Hand. Doch nach einer kleinen Einarbeitung finden wir eine Maske, in der man die gewünschten Daten eintragen kann - die Wände richten sich entsprechend aus.

Nachdem der Grundriss samt Fenstern und Türen installiert ist, wagen wir uns an die Einrichtung. Als Problemfall erweist sich der Teppich, der, obwohl seine Maße identisch mit dem Zimmer sind, nicht passt. Womöglich ein Anfängerfehler unsererseits, einer von vielen: Im ersten Anlauf rutschen uns die Fenster auf die Scheuerleisten und alle Stühle schauen gegen die Wand - alles Probleme, die sich als lösbar erwiesen. Schon im zweiten Anlauf gelingt uns ein Ambiente, bei dem wir alles wie gewünscht plazieren können. Auch die Auswahl der Wand- und Teppichfarben ist zufriedenstellend, schließlich installierten wir als Wandschmuck noch ein Bild, das wir in Größe und Position anpassen können und sind zufrieden.

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