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Kompost : Stapeln für Anfänger

Wertvoller Mist: Im Garten wie im Haushalt fällt vieles ab, was auf den Kompost wandern kann. Bild: Hans Reinhard

Der grüne Daumen kann ruhig schmutzig sein: Wer einen Kompost anlegt, sollte ein paar Regeln beachten. Das fängt nicht erst bei der Wahl des Bio-Abfalls an.

          Im Zeitalter der Mülltrennung kann es sich der Gartenbesitzer einfach machen - ab in die Tonne mit den Bioabfällen, Blumen und Beete bekommen Erde und Dünger aus dem Baumarkt. Das geht zwar, aber die Betrachtung als zu entsorgenden Abfall hat das organische Material nicht verdient. Wer weiß, wie’s gemacht wird, erhält aus seiner Biomasse wertvollen Kompost. Richtig angelegt, lässt sich auch ein Streit mit den Nachbarn vermeiden, denn entgegen manchen Vorurteilen gibt es eine Geruchsbelästigung nur, wenn Fehler gemacht werden. Guter Kompost riecht nach Walderde! Mit seiner Hilfe kann man die Bodeneigenschaften im Garten verbessern, und man hat seine eigene Blumenerde. Je nach Nährstoffgehalt lässt sich Kompost auch als Dünger einsetzen. Künstlicher wird dann überflüssig.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer im Herbst ernten will, muss allerdings bald beginnen. Schlichte Komposthaufen gab es schon im Altertum: Dafür wird zunächst eine flache Mulde ausgehoben und die anfallende Erde seitlich aufgeschüttet. Biomasse aufschütten und fertig. Wenn ausreichend Sauerstoff und Feuchtigkeit vorhanden sind, machen sich Mikroorganismen und Würmer von allein an die Arbeit. Der Vorteil dieser Methode: Gelegentliches Umsetzen und Durchmischen ist leicht möglich. Solch eine Schüttung sieht indessen wenig attraktiv aus, und sie braucht viel Platz, besser ist ein Behältnis.

          Der Handel bietet eine unüberschaubare Auswahl, und der Autor dieser Zeilen hat schon einiges davon ausprobiert. Derzeit besteht der Kompost in seinem Garten aus schlichten Brettern für eine Handvoll Euro, sie werden aufeinandergesteckt und lassen Luft durch die Spalten, das Aussehen ist Geschmackssache. Das Holz gibt es behandelt, dann hält es einige Jahre. Wer auf die Imprägnierung verzichten will, kauft naturbelassenes und ersetzt es nach einem Jahr oder wählt Lärche, die recht resistent gegen Verrottung ist. Unterschiedlich sind je nach Anbieter die Abstände zwischen den Brettern. Die aktuellen sind arg luftig, deshalb besteht die Gefahr, dass das Material herausbröselt. Schnellkomposter und isolierte Thermokomposter aus Kunststoff mit durchlässigen Böden waren in diesem Garten auch schon im Einsatz, das Ergebnis war allerdings nicht recht zufriedenstellend.

          Trommelkomposter

          Das mag an der verwendeten Biomasse liegen, jedenfalls kommt aber weniger Sauerstoff hinein als in den offenen Formen. Die Folge ist, dass der Behälter anfängt, übel zu riechen. Und dann gibt es da noch die Trommelkomposter - eine Art Tonne auf einem Gestell, die sich drehen lässt. Das ist an sich eine gute Idee, denn mit der Bewegung wird der Kompost durchmischt und durchlüftet. Aber da der Kontakt mit dem Boden fehlt, bleiben die Würmer fern. Wir haben bisher jedenfalls noch niemanden getroffen, der mit einem solchen Gerät glücklich geworden wäre. Neben Holz und Kunststoff gibt es auch Komposter aus verzinktem Stahlblech. Da sie je nach Dicke der Zinkschicht nach einiger Zeit zu rosten anfangen und wir die Sorge haben, dass sich ein Teil des Zinks im Humus wiederfindet, würden wir Kunststoff vorziehen.

          Ist der geeignete Komposter gefunden, steht am Anfang die Standortwahl. In der prallen Sonne kann er zu heiß werden. Im Inneren entwickelt sich durch die Verrottung Hitze, ist sie zu hoch, kommt der Vorgang zum Erliegen. Im Schatten kann der Haufen andererseits zu feucht bleiben, dann beginnt die Fäulnis, und er beginnt zu stinken. Im fertigen Zustand soll sich der Kompost leicht feucht und krümelig anfühlen, 40 bis 60 Prozent Wasser sind gerade richtig, bei Dauerregen sollte man ihn also abdecken. Unter 30 Prozent wird die Verrottung gebremst, über 70 entsteht durch zu wenig Sauerstoff Fäulnis. Wer es genau nimmt, kann die Feuchtigkeit messen: Eine Probe wird gewogen und im Backofen entfeuchtet, die zweite Messung zeigt dann den Wasserverlust. Damit der Kompost von unten nicht zu nass wird, ist eine Drainage sinnvoll.

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