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Hauptstadt im Wandel : Geht der Londoner Osten an seiner Popularität zugrunde?

For Sale? Viele in der Brick Lane befürchten den Ausverkauf des East End, des östlichen Stadtteils von London. Bild: Helmut Fricke

Noch vor wenigen Jahren galt das Londoner East End als dreckig und gefährlich. Niemand wollte hier wohnen. Dann kamen die Hipster – und inzwischen explodieren die Mieten.

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          Wenn der erste H&M oder Topshop eröffnet, wird es vorbei sein. Da ist sich Catrin Watkins sicher. Dann wird der Osten Londons so tot sein wie die City, mit Straßenzügen voller unbezahlbarer Apartmentblöcke und den immer gleichen Cafés und Klamottenläden. Catrin Watkins, blondierte Haare, schwarz geschminkte Augen, Fransenjacke, steht in ihrem Laden „Search and Destroy“ an einer Seitenstraße der Brick Lane im Londoner East End. Alte Shirts werden hier auf Kleiderbügeln präsentiert wie Designermode. Drumherum Vintage- und Plattenläden, Graffiti, Straßenmusiker.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Aber auch ein paar Ketten haben hier im wilden Osten schon Filialen eröffnet, Pret a Manger etwa und Subway. Kleine inhabergeführte Cafés mussten schließen, erzählt Watkins, einige Vintage-Shops ebenfalls, vor allem wegen der steigenden Mieten und Gewerbesteuern. Sie befürchtet, mit der nächsten Abrechnung auch ihren Laden aufgeben zu müssen. Spätestens aber mit der ersten Topshop-Filiale. Das ist eine Angst, die Londonern noch vor 20 Jahren unvorstellbar erschien. Damals wollte niemand ins East End, erst recht keine Kette wie Topshop, die ihren Flagship Store am Oxford Circus hat, fünfeinhalb Kilometer westlich. Das West End steht noch heute für die bessere Gesellschaft. Ins East End blies der Westwind seit jeher Abgase und Gestank.

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