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Späte Blüte : Wie das Beet auch im Herbst bunt bleibt

  • -Aktualisiert am

Chrysanthemen bringen Farbe in die dunkle Jahreszeit. Bild: mauritius images

Im Herbst leuchtet vor allem das Laub. Aber auch im Beet muss es dank Astern, Chrysanthemen und Nerinen keineswegs trist aussehen.

          5 Min.

          Bunt ist der Herbst. Vor allem wegen der schönen Laubfarben. Doch auch im Beet herrscht nicht nur Tristesse. Die Sommerblumen sind zwar längst passé, viele Stauden schon trocken geworden. Doch es gibt jede Menge Pflanzen, die jetzt noch blühen: nicht nur als vergängliche Herbstdekoration im Blumenkasten, sondern auch im Garten.

          Astern sind die Herbstblumen schlechthin. Viele blühen zwar schon im Sommer, einige auch im Frühjahr. Dann fallen sie jedoch unter der bunten Konkurrenz in den Beeten nicht besonders auf. Aber jetzt geben sie den Ton an. Ganze Wasserfälle und Seen aus Blautönen können sie bilden. Feine Blütenwolken schweben lassen, als neonpinke Sonnen leuchten.

          Rund 200 Arten gibt es, sie stammen aus dem europäischen und asiatischen Raum, und etliche Sorten. So findet sich für jeden Garten die passende. Die meisten mögen einen humosen, frischen Boden. Berg-Astern (Aster amellus) blühen zwar eher im Sommer, dafür kommen sie gut mit trockenen, warmen Standorten zurecht. Wald-Astern (Aster divaricatus) gedeihen sogar im trockenen Halbschatten. Zu den beliebtesten gehören die Glattaster (Aster laevis) ,Calliope‘ und die Hybride (Aster x frickartii) ,Mönch‘ – beide blühen helllila. Wer prächtige Blütenbüschel liebt, pflanzt Kissen-Astern (Aster dumosus). Größer werden die Glattblatt-Astern (Aster novi-belgii), zum Beispiel die Sorte ,Rosenquarz‘ oder die weiße ,Mount Everest‘.

          Astern sind die Herbstblumen schlechthin. Manche Herbst-Aster öffnet ihre Knospe erst im Oktober.
          Astern sind die Herbstblumen schlechthin. Manche Herbst-Aster öffnet ihre Knospe erst im Oktober. : Bild: mauritius images

          Die aus den Vereinigten Staaten stammenden Rauhblattastern (Aster novae-angliae) blühen bis in den November hinein, zum Beispiel die Sorte ,Purple Dome‘. Natürlicher muten die Wildastern (Aster ageratoides) und die verzweigten Myrthen-Astern (Aster ericoides) an, die kleine, besonders lange haltende Blüten haben. Die späteste ist die Sibirische Herbstaster (Aster tataricus), zum Beispiel die Sorte ,Jindai‘, die ihre Knospen erst im Oktober öffnet.

          Chrysanthemen werden hierzulande unterschätzt

          Chrysanthemen haben das Image von Friedhofsblumen, von lieblosen Tankstellensträußen, von Chinarestaurant-Dekoration. Auch die immer gleichen Gartencenter-Angebote in Weiß, Gelb und rauchigem Violett vermögen nicht, uns wirklich für diese Pflanze zu erwärmen. In Asien gewürdigt – die Chrysantheme ist das Siegel des japanischen Kaisers –, werden sie in Deutschland arg unterschätzt. Chrysantheme ist nicht gleich Chrysantheme: manche ähneln großen Gänseblümchen, Manche gefüllten Dahlien, andere sogar Seeanemonen.

          Das Beste ist: Viele Sorten blühen zuverlässig noch den November hindurch. Dazu gehören zum Beispiel die aprikosenfarbene „Herbstbrokat“, eine auf den Staudenzüchter Karl Foerster zurückgehende Sorte, oder die tiefrote ,Herbstrubin‘. In England besonders beliebt ist die blassviolette ,Emperor of China‘, die schon der Gärtner William Robinson bekannt machte. Ihren Ursprung haben die Pflanzen zwar in Asien, die Zahl der Hybriden ist jedoch längst unüberschaubar groß.

          Experten unterteilen sie in Pflanzen der Rubellum-Gruppe, die in Großbritannien gezüchtet werden, und die zur Koreanum-Gruppe gehörenden, die aus Amerika stammen. Alle brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen nährstoffreichen leichten, humosen Boden. Gepflanzt werden sollten sie unbedingt im Frühjahr, damit sie noch gut im Boden wurzeln können, ehe sie blühen. Jetzt gepflanzt, schaffen sie das nicht.

          Salbei in Pink und himmelblau

          Auch Salbei (Salvia) kann bis tief in den Herbst hinein blühen. Die Sorte ,Phyllis Fancy‘ zum Beispiel trägt bis zum Frost zahlreiche blau-weiße Blüten. Der Halbstrauch kann bis zu 1,3 Meter hoch werden, ist bei uns aber nicht vollkommen winterhart. Salbei liebt die Wärme, braucht daher volle Sonne und einen geschützten Platz, am besten im Topf, der im Winter an einen frostfreien Ort gestellt werden kann. Nur im milden Weinbauklima ist es ratsam, ihn direkt ins Beet zu pflanzen.

          Leuchtendes Pink bis weit in den November liefert die Sorte ,Wendy’s Wish‘. Himmelblau blüht der Herbstsalbei (Salvia azurea) ,Grandiflora‘, der karge, trockene und warme Böden braucht. Ganz anders der Ananassalbei (Salvia rutilans), der ebenfalls jetzt blüht, etwa die Sorte ,Pineapple Scarlet‘: Er ist nichts fürs Freie, sondern für den Wintergarten. Zumindest aber in der kalten Jahreszeit muss er ins Haus geholt werden. Dafür riecht er nicht nur gut, sondern die leuchtend roten Blüten sind essbar.

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