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Ungewöhnliches Hobby : So basteln Sie einen Boris-Johnson-Bus

Vorfahrt für Boris Johnson: Glückliche Passagiere in wundervollem Bus. Bild: F.A.Z.

Der britische Politiker hat sich gerade zu einem ungewöhnlichen Hobby bekannt: Boris Johnson bastelt gerne Busse aus Weinkisten. Wir zeigen, wie Sie es ihm nachmachen können.

          Was exzentrische Hobbys von Politikern betrifft, lag bis vor kurzem Horst Seehofer ziemlich weit vorne. Einem Fernsehteam hatte er einmal die beeindruckende Modelleisenbahnanlage in seinem Keller präsentiert, die er persönlich konstruiert und programmiert und mit der er „zu einem nicht unerheblichen Teil“ sein Leben nachgebaut hat: Es gibt Strecken, die nach Bonn und durch Bayern führen sowie eine Playmobilfigur, die die Bundeskanzlerin darstellen soll und die „in schwierigeren Zeiten“ zwischen ihnen auf die Fensterbank verbannt wird. Ganze Nächte lang, gestand Seehofer, habe er sich bei der Beschäftigung mit dieser Anlage verloren.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nun lassen sich, was Exzentrik angeht, die Engländer naturgemäß wenig vormachen und Boris Johnson, einer der exzentrischsten unter ihnen, schon mal gar nicht. Und so muss man konstatieren, dass Seehofer in dieser Woche auf Rang zwei verwiesen worden ist.

          Der Sender „Talk Radio“ hatte am Dienstag von Johnson wissen wollen, was er in seiner freien Zeit tue, um zu entspannen. Er male etwas, antwortete Johnson seltsam stockend, um sich gleich zu korrigieren: Er erschaffe etwas. Und zwar, wie er auf Nachfrage erklärte, Modelle von Bussen. Dazu nehme er hölzerne Weinkisten, die Platz bieten für zwei Flaschen, und gestalte sie um zu Doppeldeckern, die er bemale mit Bildern glücklicher Passagiere.

          Keine komplett abwegige Idee bei einem Politiker

          Der möglicherweise künftige Premierminister Großbritanniens pinselt Passagiere, die ihren Spaß haben an Bord eines – so seine Worte – „wundervollen Busses“: Nicht nur der Moderator wirkte perplex. Auch in den sozialen Medien hatte man viel Freude an der bizarren Passion Boris Johnsons; mancher mutmaßte, dass der sich die Bus-Geschichte schlicht ausgedacht habe. Keine komplett abwegige Idee bei einem Politiker, der weit mehr als den Ruch des Unseriösen offensichtlich den Eindruck fürchtet, er könnte langweilig rüberkommen.

          Und doch kann die Kreation von Weinkistenbussen ein so einfaches wie erfüllendes Hobby sein. Wir haben es selbst ausprobiert und liefern unseren Lesern hiermit eine kleine Anleitung.

          (1) Sie benötigen: Pinsel, Stifte, Acrylfarbe, Papier und eine hölzerne Weinkiste für zwei Flaschen. Die beiden Flaschen können Sie gleich während des Bastelns leeren, Boris Johnson macht das vermutlich auch so.

          (2) Die Box mitsamt dem „Trenn-Ding“ (O-Ton Johnson) rot anstreichen. Die Passagiere entweder direkt auf die Wand malen oder erst auf Papier, danach ausschneiden und aufkleben, ergibt einen schönen dreidimensionalen Effekt.

          (3) Das Füllmaterial auf keinen Fall wegschmeißen, es lässt sich hervorragend recyceln für den strohblonden Haarschopf Boris Johnsons, der hier selbstverständlich am Steuer sitzt.

          Lassen Sie sich beim Werkeln gerne von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner helfen, aber sehen Sie zu, dass das Ganze nicht eskaliert und plötzlich die Polizei vor Ihrer Tür steht. Schon nach kurzer Zeit jedenfalls sind Sie stolzer Besitzer eines wundervollen Busses und können entscheiden, ob er einen rasanten Brexit-Kurs einschlägt, eine Theresa-May-Playmobilfigur über den Haufen fährt oder mit Karacho gegen die Wand. Have fun!

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