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Ausgewandert nach Panama : „Ich habe mit Deutschland abgeschlossen“

Leicht ist das „Paradise Inn“ allerdings nicht zu finden. Es liegt weder am Strand noch an der Straße, die dorthin führt. Nur ein ziemlich verblichenes Hinweisschild weist den Weg zu der abseits liegenden Unterkunft. Dass sein Hotel von Touristen nur schwerlich gefunden werden kann, stört Pokall indes nicht. Im Gegenteil: „Unsere Gäste sind hauptsächlich Einheimische. Die lieben es, dass der lange Sandstrand nicht weit weg ist und sorgen besonders an Karneval oder Ostern in unserer Bar für ordentlich Stimmung“, berichtet der Auswanderer, der in seinem Hotel auf Luxus verzichtet:

Die Zimmer sind zweckmäßig ausgestattet, Pool und Bungalows könnten einen neuen Anstrich vertragen. Das W-Lan ist oftmals schwach und das Frühstück ist mit zwei Scheiben Toast, etwas Rührei und ein wenig Melone und Ananas pragmatisch gehalten. Auf den Vergleichsportalen im Internet werden Lage und Sauberkeit durchschnittlich bewertet. „Natürlich übernachten bei uns auch mal Amerikaner oder Europäer, die höhere Ansprüche als die Panaminhos haben – aber meist beschweren die sich dann darüber, dass die Musik zu laut ist und sie nicht schlafen können“, sagt Pokall.

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In der Liste der beliebtesten Auswanderungsländer der Deutschen taucht Panama übrigens nicht auf. Am ehesten suchten die Menschen in den vergangenen Jahren in der Schweiz, in Österreich und den Vereinigten Staaten ein neues Zuhause. Erst danach folgen Spanien oder Griechenland. Dass Auswanderer in ihrer alten Heimat jedoch sogar eine zum Teil zweifelhafte Berühmtheit erlangen können, haben, die durch die TV-Sendung „Goodbye Deutschland“ bekannt gewordenen, Jens Büchner alias „Malle-Jens“ oder Christian „Currywurst-Chris“ Töpperwien – die mit ihren Spitznamen dem „Panama-Kalle“ von Las Lajas durchaus ein Vorbild sein könnten – bewiesen.

Zurück nach Deutschland? Auf gar keinen Fall!

Büchner eröffnete, von einem Kamerateam begleitet, auf Mallorca zunächst eine Boutique und versuchte sich unter anderem als Hotelier, Schmuckdesigner und Schlagersänger, bevor er Ende vergangenen Jahres an den Folgen von Lungenkrebs starb. Töpperwien tourt seit 2012 mit einem Currywurst-Truck vornehmlich durch Los Angeles und hat sein Geschäft mittlerweile auf Florida ausgeweitet. Beide nahmen zudem in den vergangenen zwei Jahren an Reality-TV-Formaten für C- bis F-Promis wie dem Sat1-„Sommerhaus der Stars“ oder dem RTL-„Dschungelcamp“ teil.

Für Karsten Pokall kommt eine solche „Karriere“ allerdings nicht infrage. Er versichert lieber, dass er eine Teilnahme an solchen Fernsehformaten finanziell überhaupt nicht nötig habe. Und außerdem habe er sich emotional schon so weit von seiner früheren Heimat entfernt, dass ihn so etwas nicht interessiere. Ob er sich denn vorstellen könne, eines Tages zurück nach Deutschland zu ziehen? Auf gar keinen Fall, verneint Pokall: „Ich war zwischendurch mal ein paar Leute dort besuchen. Aber das Leben und das Klima gefallen mir hier deutlich besser. Ich habe mit Deutschland abgeschlossen.“ Für ihn stehe fest: Einmal „Panama-Kalle“ immer „Panama-Kalle“.

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