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Bergfotografie : Dixiklo im Gletscher

Krater auf dem Kilimanjaro: 1980 besteigt Winkler den Berg in Tansania und macht atemberaubende Aufnahmen. Bild: Jürgen Winkler

Idyllische Berglandschaften und skurrile Hinterlassenschaften: Jürgen Winkler fotografiert an Orten, die anderen verschlossen bleiben. Einige seiner Bilder haben besondere Aufmerksamkeit erregt.

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          Bergfotografen müssen geduldig sein. Müssen warten können, bis das Licht stimmt, die eine Wolke am Himmel an der richtigen Stelle ist. Jürgen Winkler kann warten. „Für ihn ist jedes Bild eine Komposition“, sagt Sabine Wimmer, Kuratorin der Ausstellung „Standpunkt. Jürgen Winkler 1951-2016“, die im Alpinen Museum in München zu sehen ist. „Er verbringt dafür auch mal zwei Stunden in unbequemer Position in einer Wand. Und wenn die eine Wolke nicht an der richtigen Stelle ist, gibt es eben auch kein Bild.“ Das Warten hat sich gelohnt, oft jedenfalls.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          In seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen spielt Winkler mit Licht und Schatten, Linien und Flächen. Er sucht die harten Kontraste, wie sie im verschneiten Gebirge hervortreten oder in bizarren Gletscherformationen. Als Bergführer gelangte er auch mit schwerer Fotoausrüstung an Orte, die Normalmenschen verschlossen bleiben.

          Einen eigenen Blick vermitteln

          1970 nahm er an der Nanga-Parbat-Expedition teil, bei der Reinhold und Günther Messner über die Rupalwand den Gipfel erreichten. Ein Jahr später leitete Winkler die erste Trekkingtour des Deutschen Alpenvereins in Nepal. Auf seinen Reisen entstanden beeindruckende Porträts der Menschen im Himalaja und in den Anden.

          Bei der Arbeit: Jürgen Winkler fotografiert 1986 auf den „Führernadeln“ im österreichischen Kaisergebirge. Bilderstrecke
          Bei der Arbeit: Jürgen Winkler fotografiert 1986 auf den „Führernadeln“ im österreichischen Kaisergebirge. :

          Besonderes Aufsehen erregten Winklers „andere Bilder der Berge“ – die nicht idyllische Berglandschaften preisen, sondern die Spuren der Menschen in den Alpen dokumentieren, die Hinterlassenschaften der zivilisatorischen Eroberung des Gebirges: Liftstützen, Dixiklos, Sendemasten, Parkplätze. Winkler will mit seinen Ansichten der modernen Bergwelt „nicht anprangern“, wie Sabine Wimmer sagt, sondern einen eigenen Blick vermitteln. „Ästhetisch sind die Bilder oft genauso anspruchsvoll wie die Schwarz-Weiß-Aufnahmen.“ Seit 2012 fotografiert Winkler, inzwischen 76 Jahre alt, auch mit Digitalkamera. Heute findet er seine Motive meist nicht mehr im Hochgebirge, sondern im Alpenvorland, an Flüssen, in Wäldern.

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