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Baumschulen und Klimawandel : Aus Portugal oder Kanada: Hauptsache Kirschlorbeer

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Wechselspiel: Kirschlorbeer ist nicht gleich Kirschlorbeer. Dieser hier heißt Prunus laurocerasus, zunehmend gefragt ist aber Prunus lusitanica Bild: Picture-Alliance

Hessens Wälder werden fit für den Klimawandel gemacht. Baumschulen profitieren davon. Denn auch bei Gartenbesitzern und Förstern sind deren Pflanzen begehrt – andere Kirschlorbeerarten etwa.

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          Der Klimawandel beschert Baumschulen in Hessen gute Geschäfte. „Die Betriebe sind angesichts der privaten Nachfrage sehr zufrieden“, sagte Dirk Leistikow, Baumschulberater in Hessen und Baden-Württemberg. Auch Gartenbesitzer wollten mittlerweile Gehölze, die keine Probleme mit dem aktuellen oder zukünftigen Klima haben. Solche Wünsche könnten die Betriebe erfüllen. „Da die Baumschulbranche immer schon ein riesiges Sortiment bearbeitet hat, ist es relativ einfach, auf Nachfrageschwankungen zu reagieren.“

          Ein Beispiel sei die aus dem südlichen Kanada stammende Thujahecke. Für sie ist es in Deutschland zu trocken geworden. Alternativen gibt es einige: „Über längere Zeit war der Kirschlorbeer die Nummer eins, dann die Glanzmispel, in letzter Zeit ist es der Portugiesische Kirschlorbeer“, sagt Leistikow. Bei der Suche nach Arten, die dem Klimawandel trotzen, gehe es weniger um komplette Neuzüchtungen. Stattdessen bedienten sich die Baumschulen in anderen Klimazonen.

          Was bisher im Wald nicht zu finden war

          Auch die öffentliche Hand ist ein guter Kunde: Städte und Gemeinden – die ohnehin immer schon viel gepflanzt hätten – arbeiteten durch die Klimadebatte noch mehr an ihrer Begrünung. Es werde viel experimentiert, um beispielsweise neue geeignete Straßenbäume zu finden oder den Wald klimafest zu machen. „Auch Forstleute kaufen plötzlich Baumarten, die im Wald bisher nicht zu finden waren.“

          Laut dem Bauschulberater wirkt sich ein weiterer Trend positiv für die Branche aus: Verbraucher beauftragten zunehmend Garten- und Landschaftsbaubetriebe mit der Anlage und Pflege ihrer Gärten. „Diese Dienstleister kaufen dann in den Baumschulen ein.“

          Klimarobustere Baumarten gefragt

          In Hessen gibt es laut dem Bund deutscher Baumschulen über 30 private Betriebe – und einen staatseigenen, der beim Forstamt Hanau-Wolfgang angesiedelt ist. Auch dort ist der Klimawandel seit Jahren das entscheidende Thema. „Der Schwerpunkt bei der Produktion unserer Forstpflanzen liegt bei klimarobusteren Baumarten wie den Eichenarten, Douglasie und Edellaubbäumen wie Vogelkirsche, Spitzahorn, Elsbeere sowie für die Sandböden im südhessischen Raum die Kiefer“, sagte Forstamtsleiter Christian Schaefer.

          Die Fichte, ehemals der Renner in Hessens Wäldern, ist kaum noch gefragt. Stattdessen habe die Baumschule einen Schwerpunkt auf Eichen gesetzt: „Eine Million Eichensetzlinge warten auf Auspflanzung in den Wald in dieser und in der kommenden Pflanzsaison“.

          Doch den Bedarf im Staatswald könne die Baumschule bei Weitem nicht abdecken. Nach Sturmschäden, Trockenheit und Borkenkäfer-Plage läuft dort eine der größten Pflanzaktionen an, die es je in Hessen gab. „In Normalzeiten liefert die Baumschule mit 600.000 Pflänzchen circa ein Drittel des Bedarfs“, erklärt Schaefer. Jetzt müsse sehr viel mehr von privaten Baumschule zugekauft werden.

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