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Balkon bepflanzen : Viel mehr als nur Geranien

  • -Aktualisiert am

Wer braucht da noch einen Garten? Bild: Flora Press/Ute Kähler

Ob Schatten oder Sonnenseite – für jeden Balkon gibt es die passenden Blumen oder Kräuter. Selbst der dunkelste Nordbalkon lässt sich mit den richtigen Pflanzen in einen hängenden Garten verwandeln. Ein Ratgeber.

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          Oft sind es nur wenige Quadratmeter. Manchmal passen nur ein Stuhl und ein Tischchen auf den Balkon. Doch viel braucht es gar nicht, um ihn zu einem Ort zu machen, an dem man sich an warmen Tagen gerne aufhält: Möbel, auf denen es sich gut sitzen lässt, und vor allem Pflanzen. Durch sie wird der Balkon zum kleinen Gartenersatz.

          Geranien, Begonien, Petunien - im Frühjahr kommt kaum jemand an den leuchtend bunten Blumen vorbei. Diese Pflanzen sind meist Saisonware und sollen ein paar Monate später durchs Herbstsortiment ersetzt werden. Doch kann ein Balkon auch anders aussehen. Viele dauerhafte Stauden und Kräuter, sogar Gemüse und Obstgehölze fühlen sich bei guter Pflege im Topf wohl. Sie brauchen mehr Zuwendung, als wenn sie im Erdboden wachsen. Dafür ist ihre Zahl auf dem Balkon aber auch viel überschaubarer.

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          Ob sie dort überleben können, hängt von der Größe des Topfes ab. Die üblichen schmalen Balkonkästchen geben den Wurzeln nur wenig Raum, sie eignen sich vor allem für Kleines wie Polsterstauden, Günsel, Blaukissen oder Thymian. Solche Kästen trocknen im Sommer schnell aus und müssen an heißen Tagen mehrmals gewässert werden. Je kleiner der Topf, desto eher besteht auch die Gefahr, dass er im Winter durchfriert. Auch dann können Pflanzen verdursten. Statt mehrerer kleiner daher lieber wenige große Pflanzgefäße auf den Balkon holen. In Kübeln von etwa 40 Zentimeter Tiefe lässt sich zum Beispiel ein richtiges kleines Beet zusammenstellen - viel schönerer Gartenersatz als ein Petunienkasten. Wenn für mehrere Kübel Platz ist, muss das Gewicht kalkuliert werden, denn sie werden schwer. Es sollte geklärt werden, wie viel der Balkon aushält.

          Licht, Wärme und der richtige Kübel

          Kommt zu wenig Sonne auf den Balkon? Oder zu viel? Weht der Wind stark? Optimal scheinen die Bedingungen dort draußen nur selten. Doch ein Sonnensegel kann die stärkste Mittagshitze lindern, ein Windschutz den Luftzug mildern. Größere Gefahr als Wind ist für viele Pflanzen stehende feuchtwarme Hitze, in der sich Schädlinge und Krankheitserreger ausbreiten. Wenn ein Wasserhahn vorhanden ist, kann auch ein einfaches Bewässerungssystem angeschlossen werden. Dann steht der Bepflanzung nichts mehr im Weg. Denn für jeden Balkon lassen sich die geeigneten Gewächse finden. Hilfreich ist es zu schauen, aus welchem Lebensbereich sie ursprünglich stammen: Mediterranes verträgt zum Beispiel Trockenheit gut. Pflanzen, die in der Natur unter Gehölzen wachsen, brauchen Schatten.

          Lavendel sieht einfach immer gut aus.
          Lavendel sieht einfach immer gut aus. : Bild: Flora Press/Vision

          Halbschatten

          Gleich, ob er nach Osten oder Westen, Nordosten oder Nordwesten ausgerichtet ist: So lange der Balkon etwa einen halben Tag Sonne abbekommt, finden viele Pflanzen hier gute Bedingungen vor. Frauenmantel und Purpurglöckchen haben schönes Blattwerk, das den Balkon die ganze Saison über schmückt. Der Balkan-Storchschnabel ist sehr robust, wächst auch dort, wo nur wenig Sonne hinkommt, und überlebt es auch, mal nicht gegossen zu werden. Die Fetthenne ist ebenfalls genügsam, sie blüht im Sommer, und ihre trockenen Samenstände können den ganzen Winter über stehen bleiben. Auch Japanisches Berggras oder kleine Seggen mögen den Halbschatten. Gibt es einen geschützten sonnigen Platz, so passt auch der winterharte Echte Lavendel auf diesen Balkon.

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