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Möbel zum Aufpumpen : Ein Luftikus von einem Tisch

Der Designer hinter dem luftdruckabhängigen Möbeln: Philipp Beisheim auf der Möbelmesse in Mailand Bild: Salone del Mobile

Eine Luftmatratze gibt es in fast jedem Haushalt – aber einen Tisch zum Aufblasen? Der Frankfurter Philipp Beisheim hat dafür den wichtigsten Nachwuchspreis der Branche bekommen.

          Der Designer richtet sich gerade neu ein, im alten Tabaklager der Brüder Bolongaro, die in Frankfurt vor allem dank des nach ihnen benannten Palastes im Stadtteil Höchst bekannt sind. Die aus Stresa am Lago Maggiore stammenden Kaufleute wurden im 18. Jahrhundert an der Mündung der Nidda in den Main mit dem Tabakhandel wohlhabend. Philipp Beisheim wird künftig neben dem Palast Werkstatt und Büro haben, zusammen mit zwei Architekten und einer Innenarchitektin. Der Umzug an die Kranengasse war schon länger geplant. Ganz unerwartet ist aber für den Dreißigjährigen die plötzliche Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Grund: Beisheim wurde im April auf der Möbelmesse in Mailand mit dem wichtigsten Nachwuchsdesignerpreis ausgezeichnet - dem „Salone Satellite Award“. „Ich war völlig überrascht, weil ich den Preis für einen fast sechs Jahre alten Prototypen bekommen habe.“ Sein aufblasbarer Tisch überzeugte die Juroren, die Produkte von mehr als 100 Designern zu beurteilen hatten, weil es bei der diesjährigen Satelliten-Veranstaltung des Salone del Mobile um neue Materialien ging. Der „Inflatable Sidetable“ hat einen Fuß aus Hypalon. Der Werkstoff, ein elastischer Kunststoff, aus dem Schlauchboote hergestellt werden, ist für einen Tisch sehr ungewöhnlich. Die Idee hatte der junge Designer, der in Johannesburg als Sohn deutscher Auswanderer geboren wurde und in Würzburg eine Schreinerlehre machte, während seines Studiums in Birmingham. Seither hat er sie weiter entwickelt.

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          Mit einer herkömmlichen Luftpumpe lässt sich der schlaffe Sack unter der massiven Eichenholzplatte aufpumpen. Acht Stunden reicht der Druck aus, bevor das Ganze in sich zusammen sinkt. Beisheim spricht von einem „temporären Tisch“ und davon, dass er die „Interaktion mit einem Möbelstück“ reizvoll findet. Beisheim und sein Prototyp bekamen viel Zuspruch in Mailand. Zuvor schon hatte der belgische Hersteller Quinze & Milan Interesse an der Idee bekundet. Vielleicht findet sich ja jetzt auch noch ein Produzent für den Tisch.

          Tischlein reck’ dich: der Prototyp des aufblasbaren Tisches - allerdings nicht ganz aufgepumpt

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