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Aufwendiger Haustransport : 140 Jahre alte Villa in San Francisco umgezogen

  • -Aktualisiert am

Aufwendiger Umzug: Am Wochenende wurde in San Francisco eine Villa versetzt. Bild: dpa

Ihr Standort wird für neue Wohnungen gebraucht, für einen Abriss war das „Englander House“ aber zu schade: Am Wochenende wurde die Villa deshalb an einen neuen Standort gebracht – eine kostspielige Angelegenheit.

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          Nach fast 140 Jahren an der historischen Franklin Street in San Francisco ist eine viktorianische Villa umgezogen. Gleich mehrere Transporter waren am frühen Sonntagmorgen in der kalifornischen Stadt im Einsatz, um das mehr als 25 Meter lange Gebäude zu seinem neuen Standort an der Fulton Street zu bringen. Das „Englander House“ musste Platz machen für eine Wohnanlage mit etwa 50 Einheiten, war für einen Abriss aber zu schade. „Es wurde aus 800 Jahre alten Bäumen gebaut, es ist einfach wunderschön“, sagte der Kalifornier Phil Joy, Fachmann für das Umsetzen alter Häuser.

          Vor dem Umzug der hellgrünen Villa mit den üppigen Verzierungen an der Fassade hatte Joy Genehmigungen von etwa 15 Behörden eingeholt. Entlang der fast 400 Meter langen Strecke mussten Parkuhren und Verkehrsschilder demontiert werden. Die Äste eines Lorbeerbaums wurden gekappt, Stromleitungen von Straßenlaternen vorübergehend entfernt. Als sich die Villa gegen sieben Uhr in Bewegung setzte, säumten Hunderte Menschen die Straßen, um sich das Spektakel anzusehen.

          San Francisco galt lange als eine Hochburg für Haustransporte. Als sich die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts rasend schnell ausbreitete und immer neue Straßen und Bahntrassen gebaut wurden, zogen die Gebäude oft mitsamt ihren Eigentümern um. Da die Häuser in San Francisco damals meist aus dem eher leichten Holz der Redwoods errichtet worden waren, ließen sie sich mit Hilfe von Pferdegespannen und geölten Balken gut transportieren.

          Die Umsetzung des „Englander House“, das der deutsche Architekt Wildrich Winterhalter im Jahr 1880 für den Spediteur Max Englander entworfen hatte, war dagegen ein vergleichsweise aufwendiges Projekt – allein die Genehmigungen kosteten 200.000 Dollar. Der eigentliche Umzug am Wochenende verschlang noch einmal weitere 200.000 Dollar.

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