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Concealer im Test : Vertuschte Wahrheit

  • -Aktualisiert am

Schönheitsfehler einfach ausradieren Bild: Illustration Jan Bazing

Er deckt ab, was niemand sehen soll, macht Augenringe unsichtbar, lässt müde Haut wieder strahlen: Concealer schummeln kleine Makel weg. Aber halten sie wirklich, was sie versprechen? Ein Test.

              

          Platz 10: Schmierige Sache

          Der leichte Creme-Concealer mit Puderbestandteilen soll sich zartschmelzend auftragen lassen. So der Hersteller. Die Realität sieht anders aus: Die Schicht unter meinem Auge hinterlässt ein pappiges, klebriges Gefühl. Das Versprechen, dass er von Creme zu Puder wird, will sich ebenfalls nicht einstellen. Stattdessen setzt er sich in den Fältchen ab – gerade unter den Augen keine schöne, sondern eine schmierige Angelegenheit. Natur hin oder her, da lasse ich es lieber ganz bleiben.

          Alverde Cream to Powder Concealer, 3 ml, 2,95 Euro, erhältlich bei dm.

          Platz 9: Wolf im Schafspelz

          Ich gebe zu, ich liebe diesen Concealer – wegen der Verpackung. Auch die Handhabung gefällt mir: Um das Produkt aufzutragen, zieht man den Deckel ab und drückt das Produkt wie bei einem Kugelschreiber per Klick in den Pinsel. Die Textur ist überraschend flüssig und lässt sich gut auftragen, deckt aber leider – Überraschung – nur schwach. „Ätsch, wir sind immer noch da“, lächeln mir meine Augenschatten im Badezimmerspiegel entgegen. Dafür hat sich die Farbe in meinen Augenfältchen abgesetzt.

          Yves Saint Laurent  Touche Eclat, 2,5 ml, 36 Euro, erhältlich in Parfümerien.

          Platz 8: Für Beauty-Junkies

          Als Geheimtipp beschreibt das junge Unternehmen aus Frankfurt seine Palette. Die Idee: Jede Frau soll sich ihren Haut-Ton selbst mischen. Das Problem: Ich habe mich in der Farbwahl verschätzt und sehe aus, als hätte ich einen Bleaching-Versuch hinter mir. „Mama, warum schminkst du dich, als ob Fasching ist?“, fragt mein Sohn. Diese Palette ist nur etwas für Make-up-Junkies, die Spaß am Schminken haben. Für mich als zweifache Mutter mit chronischem Zeitmangel ist das nichts.

          Zoeva concealer Spectrum, 9 mal 11g, 21,99 Euro, erhältlich in Douglas-Filialen.

          Platz 7: Wo ist der Turbo?

          Ich kenne die Wohnaccessoires und Hautpflegeprodukte von Rituals. Mir gefallen die Ästhetik sowie die moderaten Preise. Umso neugieriger bin ich auf den paraben- und parfümfreien Concealer, den es in zwei verschiedenen Farbtönen gibt. Die Textur ist recht dünnflüssig, ich muss mehrfach klicken, bis ich ausreichend Concealer zum Auftragen habe, und auch der reicht nur zum oberflächlichen Abdecken von Rötungen und Unreinheiten. Augenschatten oder -ringe kaschieren kann er leider nicht.

          Rituals Camouflage Highlighter, 3 ml, 15,50 euro, über den Onlineshop von Rituals.

          Platz 6: Hält nicht lange durch

          Von der Aufmachung erinnert mich dieser Concealer stark an den günstigeren Mitbewerber von Platz 5. Die Konsistenz ist hier verhältnismäßig leicht, auch das Auftragen funktioniert problemlos. Mein Hautbild ist fast so ebenmäßig wie das von Schneewittchen. Ein paar Stunden später haben sich jedoch meine bläulichen Augenhöhlen wieder durchgesetzt und offenbaren, was ich am Morgen fleißig zu kaschieren versucht habe. Ein unkompliziertes Produkt. Die Haltbarkeit könnte bei dem Preis aber besser sein.

          Chanel Correcteur Perfection, 5,5g, 36 Euro, erhältlich in Parfümerien.

          Platz 5: Gut und günstig

          Der Concealer wird auf Youtube als echter Geheimtipp unter Drogerieprodukten gehandelt. Ich bin neugierig. Er in dem schmalen Plastikfläschchen lässt sich dank des klassischen Schaumstoff-Applikators mühelos auftragen. Bei der Dosierung braucht man nur eine ganz kleine Menge, er ist wirklich extrem ergiebig. Ich tupfe vier Pünktchen Concealer unter mein Auge und verteile sie dann mit dem Ringfinger. Damit lässt es sich präzise arbeiten. Anschließend fixiere ich den Concealer mit einem transparenten Puder, so verrutscht nichts. ist ergiebig,Lässt sich gut einarbeiten und hält – mit einem Puder fixiert – ziemlich lange durch. Ich persönlich würde mir noch etwas mehr Deckkraft wünschen, aber das ist wirklich nur ein kleiner Negativ-Punkt.

          Maybelline Concealer Fit me!, 5ml, 6,99 Euro, erhältlich in Drogerien.

          Platz 4: Wacher Blick

          Das kleine schwarze Fläschchen mit goldener Schrift macht optisch schon mal viel her für die 8,95 Euro, die es gekostet hat. Auch der Spender gefällt mir gut, so lässt sich der Concealer optimal dosieren. Meine Sorge angesichts der recht dünnflüssigen Textur, dass dadurch die Deckkraft nicht hält, was sie verspricht, erweist sich als unbegründet. Meine Augenschatten sind weg. Mein Spiegelbild sieht eine Frau mit wachem Blick, soweit das morgens um 8 Uhr möglich ist. Selbst meine Pigmentstörungen an der linken Wange suche ich vergeblich. Daumen hoch für Preis-Leistung und Design.

          Kiko Dark Circle Eraser, 5ml, 8,95, erhältlich in Kiko-Filialen.

          Platz 3: Einfach gut

          Als ich den „Concealing Pen“ von Tom Ford öffne, erschrecke ich mich zunächst ob des riesigen Kopfes des Schwamm-Applikators. Auf den zweiten Blick erweist sich der als bedienungsfreundlich. Durch ein Drehen am Ende des Stiftes gelangt die Farbe dort hinein und lässt sich bequem durch sanftes Auftupfen auf die gewünschten Stellen verteilen. Einfacher geht es nicht. Die Konsistenz ist cremig, aber nicht fettig, Die Deckkraft ist hoch. Auf Nimmerwiedersehen Augenschatten, flüstere ich meinem Spiegelbild triumphierend zu. Dieser Concealer ist für alle, die mit minimalem Aufwand maximale Wirkung erzielen möchten. Einziger Wermutstropfen: der exorbitante Preis.

          Tom Ford Concealing Pen, 1ml, 56 Euro, erhältlich in Parfümerien.

          Platz 2: Sehr ergiebig

          Schönheitsfehler einfach ausradieren, so lautet das Versprechen des cremigen Concealers. Als ob das so einfach wäre, schießt es mir spontan durch den Kopf. Dass der Concealer in einem Tiegel aufbewahrt wird, finde ich zunächst suboptimal, der beigefügte kleine Spatel zerstreut jedoch meine Bedenken zu Hygienedefiziten. Mit ihm lässt sich der Concealer leicht auf allen Problemzonen verteilen. Der Geruch ist angenehm, leicht pudrig. Die Deckkraft kann sich sehen lassen: Rötungen und Unreinheiten sind komplett verschwunden. Man sieht auch keine Ränder, weil er sich super mit der Haut verblenden lässt. Außerdem braucht man wirklich nur sehr wenig. Damit relativiert sich der Preis.

          Benefit Erase Paste, 4,4g, 29 Euro, erhältlich in Parfümerien.

          Platz 1: Ein Fall für zwei

          Von Visagisten wird das „Kit“-Duo als Star unter den Concealern gefeiert. Das gelbstichige Produkt wirkt auf den ersten Blick sehr fest für die zarte Augenpartie. Als ich die Textur mit dem Finger auf die Schatten tupfe, erweist sie sich jedoch als schön cremig, und sie passt sich auch direkt an meine Gesichtsfarbe an. Selbst kleine Unebenheiten und Pigmentflecken lassen sich fast unsichtbar schminken. Die Deckkraft ist der Hammer: Man sieht wirklich nichts mehr, und trotzdem sieht meine Haut ganz natürlich aus. Dank des integrierten Puders zum Fixieren, den das zweite Döschen bereithält, setzt sich auch nichts ab und lässt mich den ganzen Tag frisch aussehen. Es gibt allerdings so viele Farbnuancen, dass man sich in jedem Fall beraten lassen sollte, um den richtigen Ton zu treffen.

          Bobbi Brown Creamy Concealer Kit, 3,1g, 37 Euro,
erhältlich in Parfümerien.

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