https://www.faz.net/-hrx-9t7e8

Designerin Charlotte Lynggaard : „Mein letztes Konzert? Prince! Vor zwanzig Jahren“

Charlotte Lynggaard ist Chefdesignerin der Marke Ole Lynggaard in Kopenhagen Bild: RAPHAÙL LUGASSY

Die 53 Jahre alten Goldschmiedin Charlotte Lynggaard ist inzwischen Chefdesignerin der Marke ihres Vaters, Ole Lynggaard, in Kopenhagen. Im Stil-Fragebogen spricht sie über ein Hochzeitskleid, das sie im Alltag trägt.

          3 Min.

          Vor zwei Jahren war hier ihr Vater zu sehen. In seinem Schmuckunternehmen in Kopenhagen ist er auch mit 83 Jahren noch tätig. Aber seine Kinder, Søren und Charlotte Lynggaard, haben längst die Verantwortung für das Geschäft übernommen. Auf die Frage, ob er ein Stilvorbild habe, antwortete der Vater damals: Ja, seine Tochter Charlotte. Auch der 53 Jahre alten Goldschmiedin, der Chefdesignerin der Marke Ole Lynggaard, ist die Familie wichtig: Von ihrer Mutter bekam sie ein besonderes Kleidungsstück, und in den Ferien will sie, „dass wir alle zusammen sind“.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Ich beginne mit einem Saft für meinen Mann und mich und für die Kinder, wenn sie denn da sind: Apfel, Sellerie, Minzblätter, Rote Bete und Ingwer. Gegen zehn Uhr trinke ich dann noch einen Kaffee und esse dazu einen Keks.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Überall: hier in Dänemark, auf Net-a-porter, auf Reisen. Ich mag besonders die Flagship-Stores in Stockholm und Paris. Und sehr gerne kaufe ich auch in Sydney ein, wenn ich mal dort bin.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein altes Kleid aus Jerusalem. Meine Mutter hat es dort gekauft, als ich noch ein Baby war, und es war damals schon antik. Das Besondere daran ist, dass junge Frauen diese Art von Kleidern mit sehr viel Stickerei für sich selbst nähen und später darin heiraten. Es ist wunderschön. Ich habe meine Mutter mein ganzes Leben lang nach dem Kleid gefragt. Vor zehn Jahren hat sie es mir dann geschenkt. Ich trage es hin und wieder, es sieht auch nicht aus wie ein typisches Hochzeitskleid.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Vor zwei Tagen. Ich schreibe lieber mit der Hand, als zu tippen. Dafür sammle ich auch Briefbögen und Karten. Die kaufe ich immer schon mit dem Gedanken, wer sie später erhalten soll.

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          Ein großartiges Buch, an das ich immer wieder denke, ist „Virginia Woolf and Vanessa Bell: A Very Close Conspiracy“ von Jane Dunn.

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

          Das ist eine Kombination aus Zeitunglesen, vor allem am Wochenende, und Nachrichtenschauen am Abend. Ich habe dafür aber auf jeden Fall lieber Papier in der Hand als ein digitales Endgerät.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Essen, Kinder, Kunst.

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

          „Bohemian Rhapsody“.

          Sind Sie abergläubisch?

          Ein bisschen: die Leiter, die schwarze Katze, aber nichts Außergewöhnliches.

          Worüber können Sie lachen?

          Wenn sich jemand über mich lustig macht, lache ich einfach auch. Ich lache sehr gerne, lieber zu viel als zu wenig.

          Ihr Lieblingsvorname?

          Die Namen meiner Kinder: Sofia, Laura, Julius.

          Machen Sie eine Mittagspause?

          Ja, immer. Ich brauche mein Mittagessen und die Pause sehr dringend. Wir haben eine Kantine im Unternehmen. Da finden sich zwischen zwölf und 13 Uhr alle ein und nehmen sich die Stunde. Gäste sind auch willkommen.

          In welchem Land würden Sie gerne leben?

          Ich lebe sehr gerne in Dänemark. Aber ich habe auch mal ein paar Jahre lang in Frankreich gelebt. Und ich mag auch Australien.

          Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

          Milch für den Kaffee. Ich bin wahrscheinlich einer der letzten Menschen, der noch Kuhmilch trinkt, echte Vollmilch. Außerdem: Minzblätter für den Saft und um mir damit Tee aufzukochen. Und ich esse jeden Tag Limette.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich liebe mein Auto, aber ich fühle mich auf dem Fahrrad freier.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Die Leute sagen mir, ich hätte einen siebten Sinn. Dass ich häufig wisse, was später so dann auch wirklich eintritt. Das ist als Designerin natürlich praktisch. Hoffentlich entwerfe ich früh das, was Menschen später haben wollen.

          Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?

          Meinen Kindern sagen, dass sie besser auf sich aufpassen müssen.

          Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?

          Marilyn Monroe, Pablo Picasso.

          Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?

          Das Schlangenarmband, das mein Vater mir geschenkt hat, lege ich nie ab. Ich schlafe auch damit. Mehr kommt erst dazu, wenn ich das Haus verlasse. Ohne Schmuck würde ich mich nackt fühlen, aber abgesehen von dem Schlangenarmband wechsle ich ihn jeden Tag. Eine Uhr trage ich nicht.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Ich reagiere allergisch auf Parfum, deshalb verwende ich ätherische Öle.

          Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?

          Ich liebe die Zeit mit meiner ganzen Familie in unserem Sommerhaus nördlich von Kopenhagen. Das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen sind. Insofern hatte ich auch tolle Momente mit ihnen auf Ibiza, Mallorca und in Australien.

          Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?

          Das ist mir ein bisschen peinlich zuzugeben: Mein letztes Konzert war eines von Prince. Das muss 20 Jahre her sein. Ich mag Musik sehr gerne, aber Konzerte sind nicht so mein Ding.

          Was fehlt Ihnen zum Glück?

          Mehr Zeit, um kreativ zu sein.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Entweder ein Glas Chardonnay oder ein Corona. Beides immer mit Eiswürfeln.

          Weitere Themen

          Von Katie Holmes bis Wolfgang Joop Video-Seite öffnen

          Beriner Fashion Week : Von Katie Holmes bis Wolfgang Joop

          Auf der Fashion Week in Berlin lassen die Modedesigner ihre neusten Kollektionen auf dem Laufsteg präsentieren. Die Bandbreite der Stile ist groß, von Katie Holmes bis Wolfang Joop findet hier jeder seinen Geschmack.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.