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Zweite Liga : Ein Stadion voller Narren in Mainz

  • Aktualisiert am

Ab sofort Bundesligatrainer: Jürgen Klopp Bild: dpa/dpaweb

Der scheinbar „ewige Vierte“ hat am letzten Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga doch noch den Aufstieg geschafft: Mainz 05 feiert Fußball-Karneval und seinen Erfolgstrainer Jürgen Klopp.

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          Die Fans stürmten den Rasen, der Trainer weinte hemmunglos vor Glück: Der FSV Mainz hat den Makel des „Unaufsteigbaren“ abgelegt und nach drei gescheiterten Versuchen zum ersten Mal den Sprung in die Fußball-Bundesliga geschafft.

          Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp gewannen am Sonntag zum Kehraus in der 2. Liga vor 18.700 begeisterten Zuschauern eine packende Partie mit 3:0 (1:0) durch die Tore von Abgänger Michael Thurk (23./66.) - er wechselt zurück in die zweite Liga zu Energie Cottbus - und Manuel Friedrich (67.) gegen Eintracht Trier. „Wir werden Gas geben ohne Ende und alles auf den Kopf stellen“, kündigte der von seinem Spielern mit Schampus geduschte Coach Klopp bereits mit Blick auf das Debüt im Oberhaus an. „Wir sind so geil auf diese Liga.“

          Die Mainzer, die in den vergangenen beiden Jahren den schon sicher geglaubten Aufstieg beim Saisonfinale jeweils verspielt hatten, überholten Alemannia Aachen (0:1 in Karlsruhe) und sicherten sich den dritten Platz hinter dem 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld und vor dem punktgleichen FC Energie Cottbus.

          Bei so viel Erfolg sprießen die Ideen, wie man den Aufstieg angemessen feiert

          „Der Fußball-Gott war auf unserer Seite“

          „Wir haben es uns einfach verdient nach den letzten beiden Jahren“, meinte der überglückliche Präsident Harald Strutz und rang nach Fassung. Binnen weniger Minuten nach dem erlösenden Schlußpfiff war der Rasen voll mit Fans, die ihre Aufstiegs-Helden feierten. Fußball-Karneval in Mainz - mit einem Stadion voller Narren. „Das ist überragend, wenn man sieht, was hier los ist“, sagte Christof Babatz. „Es ist schön, daß der Fußball-Gott auf unserer Seite ist.“

          „Heute werden wir uns richtig gehen lassen“, kündigte U-21-Nationalspieler Benjamin Auer an. Die offizielle Feier findet an diesem Montag vor dem Staatstheater in Mainz statt. Nur einer konnte sich „nicht richtig freuen“: Doppeltorschütze Thurk, der zu Energie Cottbus wechselt, weinte bittere Tränen nach dem Schlußpfiff. „Es ist eine beschissene Lage für mich. Ich mußte ja nicht hier weg, sondern wollte nach Cottbus.“ Doch Trainer Klopp hält seinem Goalgetter alle Tore offen: „Wenn er nicht so glücklich ist - wir nehmen ihn wieder. Er hat es sich verdient.“

          „Finanzielle Sorgen sind nun mit einem Schlag weg“

          Die Erfolgsgeschichte der nach Rückschlägen immer wieder aufgestandenen Mainzer begann am 28. Februar 2001. Damals wurde Diplom-Sportlehrer Klopp vom Spieler zum Trainer befördert. Der „Harry Potter“ des deutschen Profi-Fußballs rettete seinen Club vor dem Abstieg und formte mit geringem finanziellen Mitteln ein Spitzenteam, das die Fans mit frischem Fußball verzaubert.

          Doch der listige Klopp drohte bereits zur tragischen Figur zu werden. Nachdem das Unternehmen Aufstieg 1997 das erste Mal gescheitert war, platzte unter seiner Führung der Traum vom Erstliga-Fußball auch in den vergangenen beiden Jahren jeweils am letzten Spieltag.

          Die erstmalige Zugehörigkeit zu den besten 18 deutschen Clubs ist für den FSV Mainz 05, der im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, nun auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Befreiungsschlag. Der Ausbau des Bruchwegstadions wurde trotz der Hilfe von Stadt und Land teurer als erwartet. „Die finanziellen Sorgen durch den Stadionbau sind nun mit einem Schlag weg“, meinte Strutz, der die Mainzer bereits seit 16 Jahren führt und zugleich Vizepräsident der Deutschen Fußball-Liga ist.

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