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Zweite Fußball-Bundesliga : „Lilien“ knicken die Wehener

  • -Aktualisiert am

Platt: Wiesbadens Manuel Schäffler Bild: dpa

Nach dem 1:3 im Hessenderby bei Darmstadt 98 steht der SV Wehen Wiesbaden vor dem Abstieg in die Dritte Liga. Daran ändern auch eine frühe Führung und ein gehaltener Elfmeter nichts.

          2 Min.

          Trainer Rüdiger Rehms Plan lautete, mal wieder all jene zu überraschen, welche die Zeit des SV Wehen Wiesbaden in der zweiten Liga als abgelaufen betrachten. Und dies schien eine Weile durchaus Wirklichkeit werden zu können im immens spannenden Abstiegskampf.

          2. Bundesliga

          Der SVWW ging im Nachbarschaftsduell beim SV Darmstadt 98 früh in Führung und auf den anderen Schauplätzen der Liga schien ebenfalls alles für das Team aus der Landeshauptstadt zu laufen. Doch bei Abpfiff des Matches am Böllenfalltor blieb den Wiesbadenern nur die Erkenntnis: Der Abstieg ist ziemlich sicher nicht mehr abzuwenden. Die 1:3-Niederlage bei den „Lilien“ und die Ergebnisse der Konkurrenz bedeuten, dass am letzten Spieltag drei Punkte und die um zehn Treffer schlechtere Tordifferenz auf den Karlsruher SC aufzuholen sind. Fast ist so gut wie unmöglich.

          Das Hessenduell war keine fünf Minuten alt, da hallten schon die Wiesbadener Jubelschreie durch das Stadion. Die Hereingabe von Franke verwandelte SVWW-Torjäger Manuel Schäffler mit Entschlossenheit und Klasse. Sollte dessen 19. Saisontor eines seiner wichtigsten werden? Weil die „Lilien“ in der Anfangsphase ihre defensiven Sicherungsaufgaben kollektiv vernachlässigten, hatte Stefan Aigner in der neunten Minute sogar das 2:0 auf dem Fuß.

          Doch in dem Maße wie die Darmstädter nun ins Spiel fanden, merkte man den Gästen den schweren Rucksack an, den sie als Abstiegskämpfer mit auf den Rasen brachten. Den Wiesbadenern gelang es kaum einmal, den Ball über einige Stationen in den eigenen Reihen zu halten. Davon profitierten die Darmstädter, deren Torjäger Serdar Dursun per Kopf nach einer Ecke vergab (13.) und seinen Meister im stark reagierenden SVWW-Torhüter Heinz Lindner fand (22.). Als dann Dittgen im Strafraumgewühl bei einer Ecke zu handgreiflich wurde (26.), schien der Wiesbadener Vorsprung wieder zu zerrinnen. Aber der einst sichere Elfmeterschütze Kempe scheiterte am gut reagierenden Lindner – es war der dritte Elfmeter in Serie, den die Südhessen nun verschossen haben.

          Doch die „Lilien“ ließen gegen den tief stehenden SVWW nicht nach. Auch Paik bot sich eine gute Einschussgelegenheit (30.). Erst kurz vor und nach dem Halbzeitpfiff zeigten sich die Wiesbadener mal wieder in der Offensive. Doch dem erfolgversprechenden Abschluss von Dittgen (40.) und dem Vorstoß von Schwede (49.) fehlte die Präzision.

          Durch zwei Wechsel in der Pause schien es dem SVWW zu gelingen, sein Spiel zu stabilisieren, das Geschehen weiter weg vom eigenen Tor zu halten. Doch in den entscheidenden Momenten blieb ihnen ihre Abwehrschwäche treu. Verpasste SVD-Angreifer Dursun nach einer Ecke am langen Pfosten zunächst knapp (62.), machte er es eine Minute später besser. An Dursuns wuchtigen Kopfball bekam Torhüter Lindner zwar noch die Fingerspitzen, den Einschlag im Netz zum 1:1-Ausgleich vermochte er aber nicht zu verhindern.

          Es kam noch schlimmer für die wacker kämpfenden, aber spielerisch deutlich unterlegenen Wiesbadener. Nach einem Eckball landete der Abpraller vor den Füßen von Paik – und der kleine Südkoreaner traf mit einem Gewaltschuss (77.). Bitter für die Gäste, dass ihre Antwort um wenige Zentimeter nicht trefflich geriet. Nach einer Ecke köpfte Lorch gegen den Innenpfosten, von wo der Ball in die Arme von SVD-Keeper Marcel Schuhen tropfte (80.). Stattdessen sorgte eine Darmstädter Co-Produktion des eingewechselten Youngsters Ensar Arslan mit Marcel Heller, der den Ball nur noch über die Linie des leeren Tores bugsieren musste, für die Entscheidung (87.).

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