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Zweite Bundesliga : 1:4 gegen Mainz: Erste Saisonniederlage für 1.FC Köln

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Frust für Funkel: Zwei Zahlen, die Kölns Coach schmerzen Bild: dpa

Nach 26 Spieltagen hat es auch den Tabellenführer der Zweiten Liga erwischt: Der FSV Mainz 05 führte schwache Kölner vor und wahrt eigene Aufstiegsambitionen.

          Eigentlich halten sie es beim FSV Mainz 05 wie bei allen Aufstiegskandidaten. Immer schön von Spieltag zu Spieltag denken, bloß nicht auf die ständig wechselnde Rangliste schielen, doch nun werden sie sich einen kurzen Blick auf die Tabelle der Zweiten Fußball-Bundesliga gönnen.

          Er lohnt sich, und dafür haben die Mainzer Spieler am Montag abend mit einer großartigen Leistung selbst gesorgt. Die Rheinhessen gewannen das Spitzenspiel der Liga beim 1. FC Köln mit 4:1 Toren und sorgten damit für die erste - und gleich deftige - Niederlage des Tabellenführers im 26. Saisonspiel.

          Frankfurt auf den Fersen

          Es war ein Wochenende ganz nach dem Geschmack der Mainzer. Erst die Niederlage der Frankfurter Eintracht gegen Trier, dann der eigene triumphale Sieg in Köln, und nun schaut die Tabelle so aus: Köln bleibt vorn, hat auf den vierten Platz, auf dem sich Mainz eingerichtet hat, aber nur noch sechs Punkte Vorsprung. Und die Mainzer, für die Michael Thurk (9. und 25. Minute), Niclas Weiland (11.) und Andrej Woronin (70.) bei einem Gegentreffer von Alexander Voigt (26.) trafen, trennt nur noch ein Punkt vom Dritten, Eintracht Frankfurt.

          Mainz singt und lacht: Azaouagh gratuliert Torschütze Thurk

          Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp hatte seine Mannschaft gegenüber der bitteren 1:3-Heimniederlage gegen Greuther Fürth kräftig durchmischt und neu geordnet. Im Sturm mußte Juniorennationalspieler Benjamin Auer eine Schaffenspause einlegen, und auch für Tamas Bodog, Jürgen Kramny und Sandro Schwarz gab es zunächst nur Sitzplätze auf der Ersatzbank.

          Klopps Klausur klappt

          Drei Tage lang hatten sich die Mainzer vor ihrer Dienstreise nach Köln in einem Trainingslager im Rheingau auf die schwere Aufgabe eingeschworen, und die Klausur zeigte die gewünschte Wirkung. Von der ersten Minute an zeigten die Mainzer den 27000 Zuschauern im Kölner Stadion, daß sie das Spiel beim Tabellenführer gewinnen wollten. Die Einstellung stimmte, und die Aufstellung auch.

          Der in die Mannschaft zurückgekehrte Christof Babatz organisierte bravourös die Defensivarbeit im Mittelfeld, die Innenverteidigung stand mit Sven Christ und Spasoje Bulajic sicher, und auch das kreative Element war mit Niclas Weiland und Mimoun Azaouagh ausreichend vertreten.

          Kölner Konfusion

          Die Kölner kamen mit dem Ball anfangs nur selten in Berührung, und wenn sie ihn einmal hatten, sahen sie sich meist einer Überzahl lauf- und kampfstarker Mainzer gegenüber. Spitzenwerte zeigten die Spieler des konsternierten Tabellenführers nur in der Zahl der Fouls.

          Mainz nutzte die Kölner Konfusion zum ersten Mal in der 9. Minute. Dennis Weiland hatte einen Freistoß von der rechten Seite scharf in den Strafraum getreten, Thurk brachte den Ball zum 0:1 über die Linie. Zwei Minuten später stand es 0:2. Diesmal war Niclas Weiland nach einer schnellen Kombination im Strafraum zur Stelle. Als Thurk dann in der 25. Minute nach einem von Christ verlängerten Eckball gar das dritte Mainzer Tor erzielte, schienen die Kölner einem ähnlichen Debakel wie dem 0:8 im Pokal bei Bayern München entgegenzusteuern.

          Voigts Volleyschuß

          Glück für sie, daß im Gegenzug Voigt mit seinem mutigen Volleyschuß nicht den Oberrang der Tribüne, sondern den Torwinkel traf und so das ebenso sehenswerte wie glückliche 1:3 erzielte. Voigts Schuß war die erste torgefährliche Szene des Tabellenführers. Der Anschlußtreffer sorgte für Stimmung im Stadion und für Kölner Schwung auf dem Platz. Mainz war nun in der Abwehr gefordert, mußte einmal bangen, als der Schuß von Francis Kioyo von Christ gerade noch abgeblockt wurde (32.), und verlegte sich ganz auf Konter. Den erfolgversprechendsten vergab Woronin fünf Minuten vor der Pause, als er aus bester Position einen halben Meter über das Ziel hinausschoß.

          Die Kölner versuchten es nach dem Wechsel mit neuen Stürmern, Markus Kurth kam und später auch Sebastian Helbig, doch die erste große Chance hatten wiederum die Mainzer. Azaouagh hatte erst den Kölner Kapitän Dirk Lottner umkurvt und dann im Strafraum auch noch ein paar von dessen Kollegen, doch im Hochgefühl seines brillanten Dribblings wollte der erst 20 Jahre alte Marokkaner auch noch das Tor schießen und übersah dabei den in der Mitte völlig freistehenden Woronin.

          Auf der Gegenseite zeigte Lottner in der 59. Minute, daß er mit einem ruhenden Ball weitaus mehr anfangen kann als mit einem rollenden; sein Freistoß landete am Pfosten. Die Partie wurde nun zunehmend zerfahren, hektisch. Lottner kam noch einmal mit der Fußspitze an den Ball, Wache im Mainzer Tor hielt (69.), und dann war es ausgerechnet Woronin, der die Entscheidung besorgte. Der ukraiinische Nationalspieler, der im nächsten Jahr wahrscheinlich für Köln spielen wird, brachte den Ball nach einem Paß des eingewechselten Kramny im zweiten Versuch zum 1:4 über die Linie und krönte damit einen denkwürdigen Mainzer Fußball-Feiertag.

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