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Zverev gewinnt vor Gericht : Unfairen Vertrag hinter sich gelassen

  • Aktualisiert am

Alexander Zverev vor Gericht: Sieg gegen den ehemaligen Manager Bild: AFP

Tennisprofi Alexander Zverev kann nach dem Prozess gegen seinen früheren Manager Patricio Apey eine Baustelle abseits der Tour schließen. Zwei brisante private Themen begleiten ihn aber noch.

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          Alexander Zverev marschierte im eleganten Zwirn aus den Rolls Buildings nahe der Themse und posierte mit Eltern und Bruder Mischa gelöst für ein Foto vor dem Gericht. Der deutsche Tennis-Star hat kurz vor dem Jahresende einen befreienden juristischen Sieg in London errungen. Zverev setzte sich in der knapp zwei Jahre schwelenden Auseinandersetzung mit seinem früheren Manager Patricio Apey durch.

          „Dies ist ein wichtiger Tag für mich, da ich einen unfairen und unterdrückenden Vertrag hinter mir lassen kann, den ich im Alter von 15 Jahren unterschrieben habe“, sagte der 23-jährige Hamburger anschließend in einem Statement.

          Zverevs Anwalt Mark Stephens sprach nach dem erzielten außergerichtlichen Vergleich gar von einer „kompletten Demütigung für Apey und dessen Anwalt.“ Apey habe seinem Mandanten eine zuvor geforderte Summe von 1,4 Millionen Euro für Provisionen und Arbeitsleistungen erlassen, damit es in London nicht zu einer Verhandlung komme.

          Für Zverev, um dessen Namen sich im Jahr 2020 neben sportlichen Höhepunkten auch immer wieder problematische Schlagzeilen rankten, ist der Abschluss vom Donnerstag noch vor Beginn der Beweisaufnahme eine Wohltat. Eine Baustelle abseits der Tour ist geschlossen.

          „Herr Apey hat die weiße Flagge gehisst. Alexander Zverev ist frei vom Vertrag, der ihn für 16 Jahre an Herrn Apey gebunden hätte“, sagte Stephens und stellte heraus, dass das Urteil ein Präzedenzfall sei und künftig junge Athleten besser schütze. In dem zunächst für neun Tage angesetzten Prozess ging es um die Rechtmäßigkeit eines Kontrakts, den er 2012 als Nachwuchsspieler unterschrieben hatte.

          Das Papier sollte ihn bis Ende 2023 an Apey binden und danach Provisionszahlungen für weitere fünf Jahre vorsehen, sich also über weite Teile seiner Karriere erstrecken. „Ich habe das Gefühl, dass mein Sohn betrogen wurde“, hatte zuletzt schon Zverevs Vater Alexander senior im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gesagt. Zverev betonte nun, er hoffe mit der Auseinandersetzung „das Bewusstsein der Nachwuchsspieler und ihrer Familien geschärft“ zu haben, „dass professionelle Sportagenten nicht immer in ihrem besten Interesse handeln.“

          Frühere Freundinnen sorgen für Unruhe

          Nach seinem Triumph bei den ATP Finals 2018 war es zum Zerwürfnis zwischen beiden Parteien gekommen. Der deutsche Starspieler kündigte laut des Nachrichtenmagazins Der Spiegel die Zusammenarbeit vor 23 Monaten auf, doch sein ehemaliger Vertrauter beharrte auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit, daraus resultierte der Rechtsstreit. Dabei sollen zunächst auch Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe an Zverev im Raum gestanden haben.

          Zverev, der seit dem vergangenen Jahr von der Agentur „Team8“ vermarktet wird, kann nun aufatmen. Zuletzt war viel auf den US-Open-Finalisten eingeprasselt. Kurz nach der Meldung, dass eine ehemalige Freundin schwanger von ihm ist, meldete sich eine weitere frühere Partnerin und bezichtigte ihn häuslicher Gewalt, was Zverev vehement bestreitet. Es steht zu befürchten, dass auch im Jahr 2021 nicht gänzlich Ruhe rund um die deutsche Nummer eins einkehren wird. Aber zumindest das Thema Apey ist schon mal vom Tisch.

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