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Zika-Virus belastet Rio-Spiele : Olympia geht nicht schwanger

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Mit Pauken und Trompeten gegen den Zika-Virus: Ob der Karneval in Rio hilft, die Gefahr zu vertreiben? Bild: AP

Brasilien kämpft vor den Olympischen Spielen in Rio mit dem sich rasant ausbreitenden Zika-Virus. Schwangere sollen das Land meiden. Der DOSB beobachtet die Entwicklung besorgt, die Athleten sind verunsichert.

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          Die rasante Ausbreitung des mysteriösen Zika-Virus belastet die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro immer mehr. „Wir sehen es mit Besorgnis“, sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), am Dienstag am Rande des Sportbusiness Kongresses „SpoBis“ in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat wegen des Zika-Virus und dessen möglicher Verbindung mit Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Neugeborenen den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Unterdessen gab die brasilianische Regierung eine Reiseempfehlung heraus und riet schwangeren Frauen, die Sommerspiele vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro zu meiden.

          Das Risiko für Besucher und Athleten in Brasilien sei „gleich Null“ - dies gelte aber nicht für Schwangere, sagte der Stabschef des Präsidialamtes, Jaques Wagner. „Dann wäre dies selbstverständlich nicht empfehlenswert.“ Die Spiele wegen des Zika-Ausbruchs abzusagen, schloss Wagner aus, zumal das Klima zu Hilfe kommen könnte. Im brasilianischen Winter, also wähernd der Rio-Spiele, ist die Moskitogefahr deutlich geringer.

          „Wir müssen uns das genau anschauen. Bisher ist es fokussiert auf den Kreis der Schwangeren“, erklärte Schimmelpfennig. Der deutsche Olympia-Chefarzt Bernd Wolfahrt habe die derzeitige Entwicklung „wissenschaftlich solide“ analysiert und „etwas an Panik rausgenommen“. Dennoch wolle man die Situation intensiv verfolgen. „Wir werden unsere Athleten so informieren und vorbereiten, um das Risiko weitestgehend zu minimieren“, sagte Schimmelpfennig.

          „Wir sehen es mit Besorgnis“, sagt DOSB-Vorstand Dirk Schimmelpfennig
          „Wir sehen es mit Besorgnis“, sagt DOSB-Vorstand Dirk Schimmelpfennig : Bild: Picture-Alliance

          Sollte sich die Lage mit dem Zika-Virus nicht verändern, müsste man auch über eine Verlegung geplanten Trainingslager vor den Sommerspielen nachdenken. „Das muss zwingend dann so sein“, sagte er. Der DOSB wolle dabei mit den Sportfachverbänden im Gespräch bleiben, um das Problem mit dem Zika-Virus zu lösen. „Die schauen auch genau auf diese Entwicklung. Da weiß jeder um die Verantwortung für seine Athleten, Trainer und Funktionäre“, meinte Schimmelpfennig.

          „Noch bin ich sehr optimistisch, dass es keine gravierende Gefährdung bei den Spielen geben wird“, sagte Siegfried Kaidel, Sprecher der olympischen Spitzenverbände und Präsident der deutschen Ruderer. „Man muss aber bis zum letzten Tag prüfen, wie die Lage ist.“ Allerdings habe er volles Verständnis, dass unter den potentiellen Olympia- Athleten wegen Zika die Sorge wächst. „Viele der Sportler, die um ein Olympia-Ticket kämpfen oder sich auf Rio vorbereiten, werden verunsichert sein“, meinte Kaidel.

          Triathlon-Testlauf in der Copacabana-Bucht: Athleten informieren und vorbereiten, um das Risiko zu minimieren
          Triathlon-Testlauf in der Copacabana-Bucht: Athleten informieren und vorbereiten, um das Risiko zu minimieren : Bild: dpa

          IOC-Präsident Thomas Bach begrüßte, dass die WHO den globalen Notstand wegen des Zika-Virus ausgerufen hat. „Es erhöht die Aufmerksamkeit und die Anstrengungen im Kampf gegen den Virus noch mehr“, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees bei einem Besuch der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Die amerikanische Stadt bewirbt sich um die Sommerspiele 2024. „Es bleiben noch sechs Monate, in denen die WHO, die brasilianischen Behörden und das Organisationskomitee von Rio das Problem bewältigen können“, meinte Bach. „Ich denke, all das wird die Athleten überzeugen, nach Rio zu kommen und die Olympischen Spiele gemeinsam zu feiern.“

          Im größten Land Lateinamerikas gibt es nach offiziellen Angaben derzeit 3448 Mikrozephalie-Verdachtsfälle, von denen 270 bestätigt worden seien und in sechs Fällen eine Beziehung zum Zika-Virus bestehe. In Brasilien sind schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen Menschen durch Mückenstiche angesteckt worden.

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