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Zehnkämpfer wird Fußballer : „Bin schneller als Mbappé“

  • Aktualisiert am

Einstieg in der Verbandsliga: Nico Freimuth wird Fußballer Bild: Picture-Alliance

Der Zehnkämpfer Rico Freimuth braucht einen neuen Kick auf dem Weg nach Olympia und begibt sich auf die Spuren von Thorsten Dauth und Hans-Peter Briegel. Der WM-Zweite wird Fußballer.

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          Nach seiner mentalen Ermüdung sucht Zehnkämpfer Rico Freimuth ein neues Abenteuer im Fußball: Der WM-Zweite von 2017 schließt sich für die Hinrunde bis zum Winter dem Verbandsligaklub 1. FC Romonta Amsdorf an. „Ich bin begeisterter Fußballer und will einen Sport betreiben, an dem ich Spaß habe“, sagte der 30-Jährige der Mitteldeutschen Zeitung: „Ich bin schneller als der Franzose Kylian Mbappe. Ich werde Stürmer sein und will Torschützenkönig werden.“

          Der 30-Jährige, der bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London Sechster wurde, war zuletzt in ein Motivationsloch gefallen. Beim Zehnkampf-Meeting in Götzis Ende Mai hatte er aufgegeben und dann seine Saison vorzeitig für beendet erklärt und damit auch freiwillig auf eine mögliche Teilnahme bei der Heim-EM in Berlin (6. bis 12. August) verzichtet. „Rico hatte mich angerufen und gefragt, ob er bei uns mitspielen könnte. Einen solchen Spieler, der die 100 Meter in 10,40 Sekunden läuft, nehme ich natürlich gerne“, sagte Amsdorf-Trainer Farih Kadic. Am kommenden Montag beginnt der Sechstligaklub mit dem Training.

          Seine Leichtathletik-Karriere will Freimuth aber fortsetzen. „Über allem steht das Ziel, mich für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren. Und auf dem Weg dorthin brauchte ich einen neuen Kick. Das Fußball-Training mit seinen Konditions- und Intervall-Einheiten hilft mir bestimmt“, sagte Freimuth.

          Vor den Zweikämpfen hat er keine Angst, sagte aber: „Ich hoffe, meine Gegenspieler sind fair und legen es nicht darauf an, mich umzugrätschen, bloß weil ich bekannt bin.“ Im Winter plant Freimuth, wieder mit dem Leichtathletik-Training zu beginnen. „Es sei denn, ich bekomme ein großes Angebot von einem Profi-Klub. Einen Einjahresvertrag bei den Bayern etwa“, sagte er im Scherz.

          Auf den Spuren von Dauth und Briegel

          Freimuth ist nicht der erste Zehnkämpfer, der sich auch im Fußball versucht. Thorsten Dauth war 1992 Olympia-Teilnehmer im Zehnkampf und spielte als Fußball-Torwart des TSV Klein-Karben in der Oberliga Hessen. Später wurde der Multisportler noch Deutscher Meister im Bobfahren.

          Der bekannteste Zehnkämpfer im Spitzen-Fußball war Hans-Peter Briegel, der 1980 zur deutschen Europameistermannschaft gehörte, wegen seiner rustikalen Art, Fußball zu spielen, wurde der Begriff „Zehnkämpfer“ bei ihm immer etwas despektierlich genannt. Genau genommen war Briegel gar kein richtiger Zehnkämpfer, er hat nur zwei Mehrkämpfe bestritten, wie er einmal in einem Interview mit der Zeit sagte, doch das Etikett klebte an ihm. Briegel hatte erst mit 17 angefangen, Fußball zu spielen. Anfang der 70er Jahre war er deutscher Jugendmeister im Weit- und Dreisprung.

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