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Im Gespräch: Skifahrer Felix Neureuther : „Ich will nur der Felix sein“

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Christian Neureuther und die Familienbürde: „Haa, geh, jetzt kommt er wieder, der Bua von der Rosi und vom Christian” Bild: Rauchensteiner

Namen sind Schall und Rauch? Nicht in jedem Fall. Felix Neureuther, Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther und derzeit hoffnungsvollster deutscher Skifahrer, spricht im FAZ.NET-Interview über den Druck und die Freude, erfolgreiche und prominente Eltern zu haben.

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          Mit gut zweieinhalb Jahren hatte er die ersten Ski unter den Füßen, mit drei Jahren gewann er den ersten Titel: Felix Neureuther wurde Kinder-Clubmeister in Partenkirchen, und der erste Trainer war natürlich sein Papa.

          Als Sohn der Olympiasiegerin Rosi Mittermaier und des sechsfachen Weltcupsiegers Christian Neureuther hat er früh kennengelernt, was Erwartungsdruck bedeutet. 2003 nominierte ihn der Deutsche Ski-Verband überraschend für die WM in St. Moritz - Neureuther dankte es mit einer Laufbestzeit im zweiten Durchgang des Riesenslaloms. Den Durchbruch zur Weltspitze schaffte er danach allerdings im Slalom, wo er bei der WM 2007 in Åre nach Zwischenbestzeit im zweiten Durchgang stürzte und eine Medaille unglücklich verpasste. Sportliches Vorbild ist ein Tennisspieler: Roger Federer. „Bewundernswert, wie er mit dem Druck umgeht“, sagt Felix Neureuther. Der Start in die neue Saison missglückte: Neureuther verpasste in beiden bisherigen Slaloms den zweiten Lauf

          Im FAZ.NET-Interview spricht Neureuther über Namensverwechslungen, den Druck und die Freude, erfolgreiche und prominente Eltern zu haben.

          Papa und Mama: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther
          Papa und Mama: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther : Bild: ddp

          Sie sind auf Felix getauft. Wie oft werden Sie Christian genannt?

          Öfter. Speziell von älteren Semestern, die meinen Vater noch haben fahren sehen. Ganz alten Stadionsprechern rutscht ab und zu das Christian raus. Oder Toni Sailer, aber der sagt dann ganz schnell: „Tschuldigung, Tschuldigung Felix!“

          Ärgern Sie solche Verwechslungen, oder sind Sie stolz, bei Vaters Vornamen genannt zu werden?

          Ich schmunzle eigentlich drüber. Ich antworte auf jeden „Christian“ gleich „Ja, ja, Felix“. Ich würd's lustig finden, wenn jemand zu meinem Vater Felix sagen würde.

          Sind Sie nun stolz oder nicht, auf Ihre Eltern angesprochen zu werden?

          Natürlich bin ich auf meine Eltern stolz - was die erreicht haben!

          Schnuppert man dabei nicht Lorbeer, der schließlich nicht mehr frisch ist?

          Ja, aber ich bin natürlich ein eigener Mensch. Ich will nicht gesehen werden als „der Sohn von“, sondern als der Felix - der Felix Neureuther.

          Glauben Sie die Vererbungslehre, dass sich Ihr Skitalent fortgepflanzt hat?

          Die Skibegabung auf alle Fälle. Aber allein dadurch, dass meine Eltern nur Ski gefahren sind, egal wie gut, und wir hier in Garmisch aufgewachsen sind - da kommt man doch gar nicht drum herum, auch Ski zu fahren, wenn man klein ist.

          Also auch ohne diese Eltern?

          Ja, denke ich schon. Mein Vorteil war, dass ich mit Sicherheit die besten Lehrer hatte, die es auf der Welt gibt.

          Gute Eltern sind nicht immer die besten Lehrer. Haben Ihre Eltern Wert darauf gelegt, Sie in die Skispur zu setzen?

          Nein, jedenfalls habe ich nichts davon gemerkt, dass sie verbissen versucht hätten, mich auf die Bretter zu stellen. Sie sind es spielerisch angegangen, nicht mit Druck. Mein Papa hat sich gedacht: Wie kann jetzt der Bua mit dem größten Spaß, so wie wir, zum Skifahren kommen?

          Und was hat sich die Mutter so gedacht?

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