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DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller im Gespräch : „Wir müssen nicht immer noch einen draufsetzen“

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Thomas Pfüller rechnet mit einer großartigen Biathlon-WM in Pyeongchang - trotz Zeitverschiebung Bild:

Viele gute Nachrichten für Thomas Pfüller: Zuschauerrekorde, Top-Einschaltquoten und entsprechende sportliche Erfolge - Biathlon boomt. Im F.A.Z.-Interview erklärt der DSV-Sportdirektor, wie wichtig die Biathlon-Erfolge für den Deutschen Skiverband sind.

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          Viele gute Nachrichten für Thomas Pfüller: Zuschauerrekorde bei den Weltcuprennen in Ruhpolding und Oberhof, dazu Top-Einschaltquoten im Fernsehen - die Sportart Biathlon wächst und wächst (siehe auch: Biathlon-Kommentar: Europas Wachstumsbranche). Zudem die entsprechenden sportlichen Erfolge - die Männer haben zur Weltspitze aufgeschlossen, die Frauen folgen stets dem Leitsatz von Bundestrainer Uwe Müssiggang - „Eine kommt immer durch“ - und eilen von Podestplatz zu Podestplatz. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt der DSV-Sportdirektor, wie wichtig die Erfolge der deutschen Biathleten für den Deutschen Skiverband sind und worin er die Gefahren des Booms sieht.

          Wie lautet Ihr Fazit nach den zwei Weltcup-Stationen in Deutschland?

          Positiv ist, dass wir nach dem schwierigen Einstieg im Männerbereich, als nur Michael Greis Spitzenklasse war, läuferisch unwahrscheinlich nachgelegt und zur Weltspitze aufgeschlossen haben. Das ist die Voraussetzung, wenn man bei der WM im Februar erfolgreich sein will. Im Schießen kommen wir auch langsam in Tritt. Hervorzuheben ist, dass nach dem Ausfall von etablierten Athleten wie Greis, Andreas Birnbacher oder Alexander Wolf die jungen Leute sofort in die Bresche gesprungen sind und die Lücken ganz geschlossen haben. Mit Platz drei und zwei in der Staffel sind wir mitten in der Weltspitze. Das zeigt, dass wir in den letzten paar Jahren ein paar Dinge richtig gemacht haben. Wir haben immer wieder gesagt: Vergesst den Nachwuchs nicht, da müssen wir mehr tun. Das haben wir vor drei Jahren angeschoben, und das trägt jetzt erste Früchte.

          Die deutschen Damen - eine kommt immer durch: Andrea Henkel, Kati Wilhelm, Kathrin Hitzer und Magdalena Neuner (von links nach rechts)

          Hat Sie überrascht, dass die Jugend ausgerechnet bei den stressigen Heim-Weltcups so couragiert auftritt?

          So, wie es mit Arnd Peiffer gelaufen ist, hat es mich sicherlich überrascht. Grundsätzlich aber nicht, weil das immer unser Konzept war. Wenn man ein paar Jahre zurückdenkt: Auch Mark Kirchner, Frank Luck, Ricco Groß und Sven Fischer waren in dem Alter schon an der Weltspitze dran. Das muss unser Ziel sein. Das zeigen auch die anderen Nationen mit Leuten wie Svendsen oder Landertinger. In diesem Bereich haben wir in den letzten drei, vier Jahren Federn gelassen. Da hatten wir keine Leute wie Peiffer, Daniel Böhm oder Simon Schempp. Die brauchen wir, um 2014 bei Olympia erfolgreich zu sein.

          Wie wichtig ist die Jugend für das Umfeld, die Sponsoren und die Zuschauer. Bringen jüngere Athleten ein jüngeres Publikum?

          Das ist keine Frage von Jung oder Alt, sondern der Bekanntheit. Ein junger Mann wie Peiffer wird hoffentlich in zwei Jahren in aller Munde sein. Dann ist er auch erst 24. Insofern ist das eine Frage, wie lange man in der Spitze im Geschäft ist. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sich hier Leute schon mit 22, 23 Jahren mit Spitzenleistungen anbieten.

          Der Deutsche Skiverband hat als Folge veränderter Fernsehverträge finanzielle Einbußen, die den Nachwuchs tangieren. Was bedeutet das für die Förderung?

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