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WM-Qualifikation : „Eine Katastrophe für den niederländischen Fußball“

  • Aktualisiert am

Vor dem Aus: die Niederlande mit Philippe Cocu Bild: dpa

Nach dem 0:1 in Irland stehen die Niederlande vor dem Aus in der WM-Qualifikation. Sicher dabei in Japan und Südkorea ist dagegen Polen.

          Die Niederländer waren fassungslos. Sie verloren das Topspiel der Gruppe 2 in Dublin gegen Irland durch ein Tor von Jason McAteer (68.) mit 0:1 (0:0) und liegen als Dritte der Tabelle bereits sieben Punkte hinter Spitzenreiter Irland (21). „Es ist einfach nicht zu glauben“, sagte der verletzte Kapitän Frank de Boer, „dass die Iren zur WM fahren und wir nicht.“

          Und „Bondscoach“ Luis van Gaal stammelte: „Das ist eine Katastrophe für den niederländischen Fußball.“ Steht der renommierte Trainer jetzt vor dem Aus? „Das Resultat ist ein Drama“, sagte der niederländische Verbandspräsident Henk Kesler. „Aber wir haben einen Vierjahresvertrag mit van Gaal, und der KNVB steht zu seinen Verträgen.“

          Selbst wenn die Niederlande (14) ihre beiden noch ausstehenden Heimspiele gegen Estland und Andorra gewinnen, können sie den Gruppensieg und damit die Direkt-Qualifikation für die WM-Endrunde in Japan/Südkorea nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Auch Platz zwei ist in weiter Ferne, da Portugal (15) noch drei vermeintlich leichte Spiele zu bestreiten hat und sogar noch Gruppensieger werden kann.

          Qualifiziert: Polen und Tomasz Klos (r)

          Polen qualifiziert - spielt Ukraine gegen DFB-Elf?

          Das hat Polen schon geschafft. Die Osteuropäer gewannen in Chorzow klar mit 3:0 (1:0) gegen Norwegen, sicherten sich vorzeitig den Sieg in der Gruppe 5 und damit auch die Teilnahme an der WM-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea. Erstmals seit 1986 nimmt Polen wieder an einer Weltmeisterschaft teil. „In den letzten zehn Jahren genoss unser Fußball kein hohes Ansehen“, sagte Polens Verbandspräsident Michal Listkiewicz. „Nun sind wir sehr stolz.“

          Der Frankfurter Pawel Kryszalowicz (44.) sowie Emmanuel Olisadebe (71.) und Michal Zewlakow (82.) erzielten die Treffer für Polen, die ihr Konto auf 20 Punkte aufstockten - damit können sie von der Ukraine (13) und Weißrussland (12) nicht mehr abgefangen werden. Die Ukraine hat durch das 2:0 (0:1) in Minsk gegen Weißrussland ihre Chance auf das Erreichen der Relegationsspiele gegen den Zweiten der Gruppe 9 (vermutlich Deutschland) erheblich verbessert.

          Tschechien verlor die Punkte und Koller

          Einen schweren Rückschlag im Dreikampf um den ersten Platz in der Gruppe 3 erlitt Tschechien. Der Vize-Europameister von 1996 unterlag in Reykjavik Island mit 1:3 (0:1). Bulgarien übernahm nach dem 2:0 auf Malta (durch zwei Treffer des Leverkuseners Dimitar Berbatow) mit 17 Punkten die Tabellenführung vor Dänemark (1:1 gegen Nordirland) und Tschechien (14).

          Selbst Island, für das der Berliner Hertha-Profi Eyjölfur Sverrisson zwei Treffer zum Sieg beisteuerte, schloss bis auf einen Zähler zu den enttäuschenden Tschechen auf, für die Lauterns Vratislav Lokvenc kurz vor Schluss das Ehrentor erzielte.

          Die Gäste verloren neben den Punkten auch noch den für Borussia Dortmund spielenden Jan Koller (Rote Karte/39.).

          Spanien ist fast durch

          Keinen Sieger gab es in der Gruppe 6 beim torlosen Unentschieden zwischen Schottland und Kroatien in Glasgow. Nutznießer dieser Punkteteilung war der spielfreie Tabellenführer Belgien (14 Punkte), der seine Top-Position vor Kroatien und Schottland (je 12) behielt.

          In Gruppe 1 verlor Russland in letzter Minute mit 1:2 in Slowenien, das mit 16 Zählern bis auf einen Punkt an den Spitzenreiter heranrückte.

          Fast durch ist Spanien in Gruppe 7. Nach dem 4:0 über Österreich fehlt den Iberern noch ein Punkt, den sie am Mittwoch in Liechtenstein holen sollten. Trainer Jose Antonio Camacho sah die Sache eher nüchtern: „Vor 15 Jahren wäre dies eine Fiesta gewesen. Heute gilt es als normal, die WM zu erreichen.“

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