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WM aktuell : 4:3 nach Elfmeterschießen - Casillas hält Spanien im Turnier

  • Aktualisiert am

Kaum zu bezwingen: Spaniens Keeper Iker Casillas Bild: dpa

Drei Strafstöße parierte Spaniens Keeper Iker Casillas gegen Irland und sicherte damit seinem Team den Einzug ins Viertelfinale.

          2 Min.

          Der „Notnagel“ wurde zum Retter für die spanische Fußball-Nationalmannschaft. Torhüter Iker Casillas war der Held beim 4:3-Erfolg des Ex-Europameisters gegen Irland nach Elfmeterschießen und dem Einzug ins WM-Viertelfinale.

          Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es in Suwon 1:1 (1:1, 1:0) gestanden. Die „Seleccion“ zog zum fünften Mal nach 1934, 1950, 1986 und 1994 in die Runde der letzten Acht ein.

          Drei Elfer gehalten

          Casillas parierte insgesamt drei Elfmeter - einen bereits während der regulären Spielzeit - und stand zusammen mit Gaizka Mendieta, der den entscheidenden Schuss vom Punkt verwandelte, im Mittelpunkt der spanischen Siegesfeiern. Nur durch das Verletzungspech von Stammkeeper Santiago Canizares vom Meister FC Valencia, dem im Trainingslager vor der WM eine Parfümflasche auf den Fuß gefallen war und der dabei einen Sehnenriss am rechten Fuß erlitten hatte, war der Real-Torwart zur spanischen Nummer eins aufgestiegen.

          Auch beim Champions-League-Sieger ist Casillas normalerweise nur die Nummer zwei hinter Dominguez Cesar. Als „Notnagel“ aber hielt er schon einmal Weltklasse: Im Endspiel der Champions-League gegen Bayer Leverkusen in Glasgow war Casillas in der 68. Minute eingewechselt worden und rettete mit zahlreichen Glanzparaden den 2:1-Triumph für Real.

          „Heute hat mir das Glück gelächelt“

          „Normalerweise habe ich keinen Schutzengel, aber heute hat mir das Glück gelächelt. Die Mannschaft hat es verdient, weiterzukommen, so wie sie gekämpft hat. Wir haben gelitten und müssen uns jetzt steigern, egal ob es gegen Italien oder Südkorea geht“, sagte Casillas. Der irische Teammanager Mick McCarthy meinte: „Das war eine wundervolle Weltmeisterschaft. Wir haben es nicht verdient, auszuscheiden.“

          Für den Favoriten lief zunächst alles so, wie es sich Trainer Jose Antonio Camacho vorgestellt hatte. Nach einem frühen Warnschuss durch Robbie Keane, der das Tor knapp verfehlte (2.), kontrollierte seine Elf Ball und Gegner. Die Spanier hatten sich die Warnung ihres Coaches zu Herzen genommen und machten nach den drei überzeugenden Vorrundensiegen nicht den Fehler anderer spanischer Generationen, die ihre eigenen Fähigkeiten über- und die Gegner unterschätzten.

          Ausgleich in letzter Minute

          Fernando Morientes (8.) brachte die Iberer in Führung. Mit der frühen Führung im Rücken kombinierten die Spanier noch sicherer - einziges Manko: Raul und Morientes liefen immer wieder ins Abseits. Die Kicker von der „grünen Insel“ bemühten sich ihrerseits, die nicht immer sattelfeste Abwehr der Iberer um Routinier Fernando Hierro unter Druck zu setzen, was allerdings mit den beschränkten technischen Mitteln der „Boys in Green“ zunächst nur selten gelang.

          Gefährlich wurde es, wenn die spanische Hintermannschaft patzte: So nach einem Fehler von Casillas, als Hierro bei einem Schuss von Kevin Kilbane retten musste (50.). Nach einem vermeintlichen Foul von Juanfran an Damien Duff entschied Schiedsrichter Anders Frisk (Schweden) auf Elfmeter, Harte scheiterte jedoch kläglich an Casillas.

          Besser machte es in der Schlussminute der regulären Spielzeit Robbie Keane. Er erzielte mit dem zweiten Foulelfmeter (90.) kurz vor Schluss den Ausgleich und zwang dadurch die überraschten Spanier in die Verlängerung. „Der Schiedsrichter war heute sicher nicht auf unserer Seite“, sagte Spanien Trainer Camacho. „Aber wir hätten das Spiel schon in der regulären Spielzeit entscheiden müssen.“ Weil Camacho schon drei Mal ausgewechselt hatte, als sich Albelda verletzte, mussten die Spanier die Zusatzschicht mit neun Feldspielernm bestreiten.

          Italien oder Südkorea nächster Gegner

          Am Ende eines dramatischen Abends hatte Spanien seinen ersten WM-Sieg außerhalb der regulären Spielzeit eingefahren und schickt sich an, seine bislang trostlose WM-Geschichte neu zu schreiben. „Es sieht so aus, als ob wir hier große Dinge vollbringen können“, machte Juanfran Appetit auf mehr.

          Die Spanier treffen am kommenden Samstag in Gwangju entweder auf Italien oder Gastgeber Südkorea und könnten im Halbfinale Gegner der deutschen Nationalmannschaft sein. Die Iren, die in der Vorrunde dem Team von Rudi Völler ein 1:1 abgetrotzt hatten, konnten ihren Erfolg von 1990 (Viertelfinale) nicht wiederholen. Denn im Elfmeterschießen schlug die große Stunde von Casillas.

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