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WM 2022 in Qatar : Gewerkschaftsboss fordert Konsequenzen

  • Aktualisiert am

Fordert Konsequenzen: Michael Sommer ist Chef des DGB und des Internationalen Gewerkschaftsbunds Bild: dpa

Der Protest gegen die Organisatoren der WM 2022 in Qatar formiert sich nach neuen Meldungen über enorme Zahlen an Todesfällen auf den Baustellen. Nun meldet sich DGB-Michael Sommer als Vorsitzender des Internationalen Gewerkschaftsbunds in der F.A.Z. zu Wort.

          Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat tiefgreifende Konsequenzen nach den neuen Meldungen von tödlichen Opfern auf den Baustellen der WM 2022 in Qatar gefordert:  „Fast 400 Tote sind es jetzt offiziell und die Dunkelziffer ist sicher weitaus höher. Das erschüttert mich. Ein solcher Skandal darf nicht geduldet werden. Die Missstände in Qatar gehören schnellstens beseitigt, auch die Fifa steht hier in der Verantwortung“, sagte Sommer, der auch Vorsitzender des und des Internationalen Gewerkschaftsbunds ist, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe, ab 20 Uhr erhältlich als e-paper oder am e-kiosk).

          Der Wüstenstaat müsse jetzt die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation garantieren und so Diskriminierung und Zwangsarbeit beseitigen sowie die Vereinigungsfreiheit für 1,3 Millionen Wanderarbeiter zulassen. „In einem Land, das von sklavenähnlich gehaltenen Wanderarbeitern seine Fußballstadien bauen lässt, darf keine WM gespielt werden“, fügte Sommer hinzu. Er reagierte damit auf einen Bericht der englischen Tageszeitung „Guardian“.

          Keine Standards

          Demnach sind seit den ersten Berichten im vergangenen September über verunglückte Arbeiter aus Nepal angeblich 36 weitere Landsleute der Verstorbenen  auf qatarischen Baustellen ums Leben gekommen. In den vergangenen zwei Jahren sollen 382 Nepalesen den Arbeitsbedingungen zum Opfer gefallen sein.  Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte gegenüber der F.A.Z. zum Handeln auf. „Es gibt dort weiterhin keine verpflichtenden Standards für die Sicherheit und Behandlung der Arbeitsmigranten“, sagte Wolfgang Büttner, Sprecher von Human Rights Watch.

          Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, äußerte sich bereits am Samstag „erschüttert“ zu den aktuellen Enthüllungen. Die Fifa ließ am Wochenende mitteilen, dass in Qatar „zügig und dauerhaft“ faire Arbeitsbedingungen eingeführt werden müssten.

          Den vollständigen Text lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 27. Januar 2014. Die Ausgabe ist als e-Paper oder im E-Kiosk, ab 20 Uhr erhältlich.

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