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Witali Klitschko : Ein Hindernis auf dem Weg ins Box-Paradies

  • Aktualisiert am

Klitschkos „gefährlichster Gegner”: Larry Donald (r.) Bild: DPA

Auf dem Weg zum Megafight gegen WBC-Weltmeister Lennox Lewis muss Profiboxer Witali Klitschko erst Larry Donald bezwingen.

          2 Min.

          Der Weg ins Box-Paradies USA ist bereitet. Die Fäden für den Megafight gegen WBC-Champion Lennox Lewis sind gezogen, die Verhandlungen mit dem mächtigen Pay-TV-Sender HBO auf den Weg gebracht. Das Management hat die Amerikaner überzeugt und mit ihnen geschachert, die PR-Kampagne ist in vollem Gange.

          Nur noch der Stolperstein Larry Donald steht Witali Klitschko am Samstag (22 Uhr/live im ZDF) in Dortmund im Weg. Kein „Fallobst“, kein Aufbaugegner, keiner dieser dicklichen „Journeymen“ zur Verbesserung der Knockout-Quote, sondern ein anerkannter Profi mit nur zwei Niederlagen in 43 Kämpfen und einem großen Ziel: „Erst schlage ich Witali, dann nehme ich seinem Bruder Wladimir den WM-Gürtel ab.“

          Donald: „Mir kann nichts passieren“

          Noch nie hatte der 35-Jährige aus Cincinnati eine WM-Chance. „Ich habe dafür keine Erklärung“, sagte der vierfache Vater. „Aber meine Karriere ist noch nicht zu Ende, und man kann mir das Recht, um die WM zu boxen, nicht ewig vorenthalten.“

          Ein Erfolg über den älteren Klitschko-Bruder würde ihn seinem Ziel näher bringen, „The Legend“ ist deshalb heiß. „Klitschko unterschätzt mich. Ich kenne seinen Stil. Ich bin auf alles vorbereitet, mir kann nichts passieren“, sagt Donald, der sich auch bei Klitschkos US-Kurzzeit-Coach Tommy Brooks Rat holte: „Ich bin so fit wie noch nie und seit Juli pausenlos im Training.“

          „Gefährlichste Gegner meiner Karriere“

          Da hätte der Fight in Dortmund ursprünglich schon stattfinden sollen, doch Klitschko erlitt unmittelbar zuvor einen Bandscheibenvorfall. Was im Sommer als „Empfehlungsschreiben“ Richtung Las Vegas geplant war, könnte so zu einem Rückschlag werden. „Donald ist der gefährlichste Gegner meiner Karriere“, meint der in Hamburg lebende Ex-WBO-Weltmeister. „Er ist mutig, hat eine gute Technik und ist sehr beweglich.“

          Erfolgscoach Fritz Sdunek erwartet deshalb einen ungewöhnlichen Kampfausgang: „Ich denke, es geht über die volle Distanz.“ Nur Timo Hoffmann überstand bislang das Schlagfeuerwerk des promovierten Sportwissenschaftlers, 30 seiner 31 Siege in 32 Kämpfen gewann er vorzeitig: „Ich will auch Donald K.o. schlagen“, sagt Klitschko. „Das sind die schönsten Siege.“

          Image in den USA wird immer besser“

          Sonntagfrüh fliegt er nach Los Angeles, wo Ehefrau Natalie das zweite Kind erwartet. Danach geht es nach Las Vegas, um Bruder Wladimir am 7. Dezember bei dessen Verteidigung des WBO-Gürtels gegen Jameel McCline zu unterstützen. Anfang für eine weitere ausgedehnte PR-Maßnahme in eigener Sache im Schlaraffenland des Profiboxens.

          „Ihr Image in den USA wird immer besser. Man erkennt sie jetzt als die intelligenten Boxer an, die sie sind“, sagt Bernd Bönte vom Vermarkter SportFive. „Das hat nichts mehr zu tun mit dem Bild von Ivan Drago - dem bösen Russen aus dem Rocky-Film.“

          Eine fünfseitige Klitschko-Geschichte in Sport Illustrated ist kürzlich erschienen, ebenso eine siebenseitige Reportage im ESPN-Magazin. Dazu ausführliche Stories in USA Today und der New York Times.

          „Weicheier“ werden ernst genommen

          Die beiden Brüder, die noch vor zwei Jahren nach Witali Klitschkos verletzungsbedingter Niederlage gegen Chris Byrd von einflussreichen US-Kommentatoren als „Weicheier“ beschimpft wurden, werden mittlerweile sehr ernst genommen.

          „Es sind großartige Jungs, die in ein zwei Jahren das Schwergewicht beherrschen“, meint Mega-Promotor Don King. Doch dafür darf nichts Unvorhergesehenes mehr dazwischen kommen, das weiß auch Witali: „Wenn ich meine Ziele erreichen will, muss ich Donald schlagen - so einfach ist das.“

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