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Monobob wird olympisch : „Das ist der falsche Ansatz“

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Künftig alleine im Bob? Pilotin Mariama Jamanka ist skeptisch Bild: dpa

Das IOC wertet ohne Rücksprache mit den Athletinnen das „Anfängergerät“ Monobob zur olympischen Disziplin auf. Nicht nur Olympiasiegerin Jamanka äußert erhebliche Zweifel.

          Noch nie im Weltcup getestet, aber schon olympisch: Die Aufnahme des Monobobs für Frauen ins Olympia-Programm 2022 in Peking löst kontroverse Diskussionen aus. „Es ist definitiv kurios, wir waren alle recht überrascht, weil es eben keine Rennserie dazu gibt“, sagte Olympiasiegerin Mariama Jamanka der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie bezeichnet den Monobob, der auch im Parasport gefahren wird, als „Anfängergerät, um Bobfahren zu lernen und kein Äquivalent, weil Bobfahren für mich eine Teamsportart ist“.

          Der Weltverband IBSF sieht seine sechste olympische Disziplin neben Skeleton eher als Fördermaßnahme an. „Es gibt nicht nur unseren weiblichen Athleten die Möglichkeit, eine zusätzliche Medaille zu gewinnen, sondern auch unseren Nationalverbänden, die Teilnahme weiblicher Athleten weiter zu fördern“, sagte IBSF-Präsident Ivo Ferriani über die Entscheidung des IOC-Exekutiv-Komitees am 18. Juli 2018.

          Jamanka will das nicht gelten lassen. „Ganz ehrlich, solange wir noch nicht Nordische Kombination für Frauen haben, brauchen wir über Gleichberechtigung vom IOC aus nicht sprechen. Das ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Man hätte mit den Athletinnen vorher mal sprechen können, das ist nicht passiert“, sagte die gebürtige Berlinerin.

          Rückendeckung bekommt sie von Annika Drazek, die selbst Piloten-Ambitionen hat. „Klar heißt es, erste Olympiasiegerin im Monobob zu werden. Doch sie machen aus einer Teamsportart eine Einzelsportart“, sagte die wohl weltbeste Anschieberin und betonte: „Ich bin ja aus der Leichtathletik gegangen, weil ich etwas anderes wollte. Und jetzt soll ich wieder zurück zu einer Einzelsportart?“

          Mariama Jamanka (r) und Anschieberin Annika Drazek: „Man hätte mit den Athletinnen vorher mal sprechen können.“

          Sie sieht auch noch andere Probleme: „Ich kann keinen 170 Kilogramm schweren Schlitten alleine drehen“, auch sei das Reglement noch nicht ausgereift. Die Fragen zum Einheitsmaterial sind noch offen. „Wann dürfen wir an den Schlitten, wie präparieren wir die Kufen? Wir haben ja kein eigenes Material, wir würden es weniger professionell machen als jetzt, das gefällt mir überhaupt nicht und ist eigentlich - ehrlich gesagt - ein Rückschritt.“

          Andreas Trautvetter, Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), bestätigte, dass die Ausschreibungen für die typengleichen Schlitten, die dann von der IBSF gestellt und betreut werden, bereits raus sind. Die Zeit eilt, es gibt weder Europacup- noch Weltcup-Rennen. „Eine Qualifikation für Olympia ist unabdingbar, also muss die Disziplin spätestens 2020 starten“, meinte Trautvetter.

          Nicht so abgeneigt ist Lisa Buckwitz, die 2018 in Pyeongchang als Anschieberin von Pilotin Jamanka Olympiasiegerin wurde. Sie begrüßt die zweite Chance für die Frauen, mehr als nur eine Olympia-Medaille zu gewinnen. „Die IOC-Entscheidung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt für mich“, sagte die angehende Pilotin, die mittlerweile von Potsdam nach Berchtesgaden gezogen ist, um auf der Bahn in Königssee ihre Fahrkünste zu schulen. Allerdings hätte auch sie - wie Jamanka und Drazek - lieber den bei Weltmeisterschaften längst ausgetragenen und beliebten Teamwettbewerb zusammen mit den Skeletonis als neue Olympia-Disziplin favorisiert.

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