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Wundersames in Wengen : Das Glück des Schmids

Vom Schatten ins Licht: Alexander Schmid startet als Letzter und landet auf Rang 14. Bild: Witters

Außenseiter überraschen beim Slalom von Wengen. Alexander Schmid startet als Letzter und landet so gut wie noch nie. Ein Norweger mit brasilianischen Wurzeln macht es noch besser.

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          Alexander Schmid ist am Sonntag ein Novum im alpinen Ski-Weltcup gelungen. Der 27 Jahre alte Oberstdorfer schaffte es in Wengen, sich mit der allerletzten Startnummer noch für den zweiten Lauf im Slalom zu qualifizieren. Mit Nummer 67 auf Rang 28, nur 1,99 Sekunden hinter dem Laufbesten Henrik Kristoffersen. Das hatte noch keiner hinbekommen. „Des war der Wahnsinn“, sagte Schmid selbst.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Und doch war es sogar nur eine Zwischenstation im Ergebnistableau, denn auch im finalen Durchgang zeigte der Riesenslalom-Spezialist, dass er sich auch in den engen Radien zwischen den Slalomstangen durchaus wohlfühlt. Nun nutzte Schmid die Gunst der guten Startnummer, er durfte als Dritter ins Rennen gehen und schob sich mit der sechstbesten Laufzeit weitere 14 Plätze nach vorne. Rang 14 für einen, der nie zuvor in einem Weltcup-Slalom das Ziel erreicht hatte. „Das hätte ich nicht gedacht“, sagte er. Den Abstand zum Tagessieger hatte er sogar auf 1,44 Sekunden gedrückt.

          Dieser Tagessieger war freilich die noch größere Sensation. Denn Lucas Pinheiro Braathen, norwegischer Skifahrer mit brasilianischer Mutter, war nach dem ersten Durchgang sogar noch hinter Schmid platziert gewesen und fuhr dann mit einer famosen Vorstellung von Rang 29 auf eins. Auch das hatte es noch nie gegeben in einem Weltcup-Slalom. „Natürlich habe ich nicht damit gerechnet“, sagte der sichtlich konsternierte Braathen im Siegerinterview: „Ich bin dankbar und glücklich.“

          Der junge Mann war im Slalom zuvor noch nie über Rang vier hinausgekommen. „Mein Ziel war es nur, technisch stabiler zu werden“, erklärte der 21-Jährige bescheiden. In seiner Heimat wird der junge Mann mit den für Skisportverhältnisse exotischen südamerikanischen Genen freilich schon seit seinem Weltcup-Debüt vor gut drei Jahren als nächstes großes Versprechen gehandelt.

          Dass ihn nun der Ritterschlag ereilte, lag ironischerweise auch an einem anderen, durchaus sieggewohnten Norweger. Kristoffersen schien auch auf nachlassender Piste im zweiten Durchgang einem ungefährdeten Erfolg entgegenzustreben, ehe ihm im Gefühl des sicheren Sieges wenige Meter vor dem Tor ein Einfädler unterlief und er den greifbaren Jubiläumssieg, es wäre sein 25. im Weltcup gewesen, noch wegschmiss.

          Drei Unerwartete auf dem Podium

          Somit ergab sich ein Außenseiter-Podium, auf das an der Wettbörse sicherlich hohe Quoten erzielt worden wären. Braathen gewann mit 0,22 Sekunden vor dem Schweizer Daniel Yule, der sich von acht auf zwei nach vorne schob. Und auch der Dritte im Jubeltrio, der Italiener Giuliano Razzioli (+0,29), zwar Olympiasieger von 2010, danach aber in die Rubrik „unter ferner liefen“ abgerutscht, hätte als Neunter nach dem ersten Lauf sicher nicht unbedingt mit einem solchen Erfolg gerechnet.

          Einer, dem man immer zutrauen kann, dass er nach verhaltenem ersten Lauf mit einem Parforceritt noch nach vorne schießt, ist der Münchner Linus Straßer. Prompt war er nach Halbzeitrang 15 auch flink mit Zwischenbestzeit unterwegs, leistete sich dann aber einen Einfädler und schied aus. Somit blieb für den deutschen Cheftrainer Christian Schwaiger ein Ergebnis der „gemischten Gefühle“, während sein diesmal bester Mann sagte: „Glück gehabt.“ Doch sprichwörtlich ist ja jeder selbst seines Glückes Schmied. Wie Schmid.

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