https://www.faz.net/aktuell/sport/wintersport/wolfgang-kindl-beeindruckt-bei-rodel-wm-2017-in-igls-14790361.html

Rennrodel-WM : Ein neuer Hackl in Sicht

  • Aktualisiert am

Klein, kompakt und mit einem enormen Fahrgefühl: Wolfgang Kindl. Bild: dpa

Bei der Rennrodel-WM gibt es Sonne und Schatten für die deutschen Sportler. Felix Loch schwächelt. Dafür schwärmen die Beobachter von einem anderen – der allerdings Österreicher ist.

          1 Min.

          Sie sei keine Maschine. Das hat Natalie Geisenberger am Samstag dem Publikum der Renn-rodel-Weltmeisterschaft in Igls bei Innsbruck gesagt - und wohl auch ein bisschen zu sich selbst. Rang sechs statt Weltmeisterin für die Herrin des Eiskanals. In der vergangenen Dekade hatte sie bei allen Großereignissen ihres Sports stets eine Medaille gewonnen und beim Siegeszug über die Jahre ihre große Rivalin Tatjana Hüfner abgehängt, als ließe sich der Erfolg programmieren. Ein grober Fahrfehler, im System nicht vorgesehen, warf die Olympiasiegerin quasi aus dem Rennen, auch ein bisschen zur Enttäuschung der neuen Weltmeisterin.

          Tatjana Hüfner, in den vergangenen zwei Jahren durch Rückenprobleme gebremst, hätte den Zweikampf gerne bis ins Ziel ausgetragen. Zumal die schwer geschlagene Geisenberger mit einem umgebauten Schlitten im zweiten Durchgang den Bahnrekord brach. Es ist also alles in bester Ordnung im deutschen Rennrodeln der Damen fast ein Jahr vor den Winterspielen in Südkorea: Wenn eine patzt, saust die andere vor. Beflügelt von dem Gefühl, mit 33 Jahren ein Tief überwunden und nun zum fünften Mal Einzel-Weltmeisterin geworden zu sein, denkt Hüfner an ein glänzendes Finale ihrer Karriere in Pyeongchang.

          Was, wie es heißt, wohl auch wegen der besseren Atmosphäre im deutschen Lager realistisch ist. Das Ost-West-Denken sei einem neuen Vertrauen in Trainer und Betreuer gewichen, berichten Insider. Die in Neuruppin geborene Hüfner fühlt sich wieder wohler. Die Ost-West-Spannung scheint gelöst, was wohl auch mit dem Ende der bayerischen Dominanz dank der Trainingsgruppe „Sonnenschein“ zusammenhängt. Auch die Doppelsitzer-Crew Toni Eggert/Sascha Benecken aus Thüringen hat das Duo Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden) hinter sich gelassen. Es gibt Schlimmeres aus Sicht eines Bundestrainers.

          Und dennoch hat er viel Arbeit vor sich. Sein Sohn, Felix Loch, Olympiasieger und fünfmal Weltmeister, findet seit Saisonbeginn nicht in die Spur. Dessen unruhige Lage auf dem Schlitten während der WM-Läufe führte zu Rang sechs. Andere fahren besser - und kommen doch nicht, wie Johannes Ludwig (4.), heran an die neue Konkurrenz. Der Österreicher Wolfgang Kindl löste Loch als Weltmeister ab. Auf der Heimbahn mag er einen Vorteil gehabt haben. Aber deutsche Beobachter aus dem Rennrodel-Lager schwärmen. Der Kindl, klein und kompakt, habe ein enormes Fahrgefühl, wie einst Deutschlands Rodel-Ikone Hackl.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wladimir Putin beim informellen GUS-Gipfel in Sankt Petersburg

          Wladimir Putin wird 70 : Ein einsamer Tag voller Arbeit

          Der Jubeltag des Präsidenten sollte ein ganz normaler Tag sein. Die Armeeführung ist bemüht, „zurückgeschlagene Angriffe“ und „vernichtete“ ukrainische Soldaten zu vermelden.
          Zuletzt beim Alten Fritz? In Berlin ging schon lange nichts mehr glatt.

          Fraktur : Die Qual der Wahl

          Müssen in Berlin wirklich noch einmal alle Parteien auf dem Stimmzettel stehen? Auch die Entscheidung zwischen Schlottern und Surfen fällt nicht leicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.