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Ski-Präsident Kasper : Neuer Wirbel um Zitate zu Diktatoren

  • Aktualisiert am

„Wir müssen schon den Tatsachen ins Auge schauen“: Gian Franco Kasper Bild: EPA

Gian Franco Kasper macht mit seinen Aussagen zum Klimawandel und Sport in Diktaturen für viel Aufsehen. Nun beklagt der Präsident des Ski-Weltverbandes eine falsche Wiedergabe. Der Konter folgt prompt.

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          Im Streit um die angeblich falsche Wiedergabe von Zitaten des FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper hat die Zeitung die fraglichen Passagen des Interviews als Audiodatei veröffentlicht. „In einem Interview mit dem TV-Sender ARD sagt der FIS-Präsident, er sei ungenau zitiert worden. Das stimmt nicht“, schrieb der „Tages-Anzeiger“ in einem in der Nacht zum Samstag veröffentlichten Beitrag. Dort belegt die Schweizer Zeitung die fraglichen Zitate des Präsidenten des Skiweltverbands, die für viel Kritik gesorgt hatten.

          Kasper hatte der Zeitung in der ARD unterstellt, ihn falsch zitiert zu haben. In einem zuvor veröffentlichten Grußwort zur Ski-WM in Are hatte er sich noch für Missverständnisse entschuldigt und hatte die Verantwortung dafür übernommen. In der ARD sagte er am Freitag: „Wir müssen schon den Tatsachen ins Auge schauen und wir müssen schauen, was ich wirklich gesagt habe – nicht, was nachher rausgekommen ist.“ Die kritisierte Aussage, aus dem geschäftlichen Blickwinkel wolle er mit sportlichen Großereignissen wie Olympischen Spielen lieber in Diktaturen gehen und sich nicht mit Umweltschützern herumstreiten, habe er so „selbstverständlich nicht“ gesagt, behauptete das 75 Jahre alte Ehrenmitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

          Kasper beklagte in der ARD zudem die Feststellung, er leugne die Klimaerwärmung. „Das habe ich sowieso nicht gesagt. Ich glaube nicht an die Klimaerwärmung, aber ich glaube den Fakten die uns einfach ganz klar zeigen, dass wir im Moment eine Erwärmung haben“, sagte er. „Aber ich wehre mich dagegen vorauszusagen, das heißt, dass in zehn Jahren kein Schnee mehr existiert. Das können wir nicht entscheiden, das ist Spekulation“, meinte er und sprach davon, dass eine „Klimakrise“ nicht zu bezweifeln sei.

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