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Wintersport : Ende der Fernsehkrise in Aussicht

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Der Streit mit RTL ist beigelegt, die Wunschpartner ARD und ZDF sind schon zur Vierschanzentournee an Bord. Damit zeichnet sich für den Deutschen Skiverband doch noch ein Ende der Krise im Kampf um einen neuen Fernsehvertrag ab.

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          Der Streit mit RTL ist beigelegt, die Wunschpartner ARD und ZDF sind schon zur Vierschanzentournee an Bord. Damit zeichnet sich für den Deutschen Skiverband (DSV) unmittelbar vor dem Saisonstart doch noch ein Ende der Krise im Kampf um einen neuen Fernsehvertrag ab. Die allerdings dürfte zunächst viel Geld kosten und weit weniger einbringen, als ehemals erhofft. Sparen wird zur obersten Priorität, Weltcup-Ausrichter bangen um ihre Zukunft.

          RTL hat am Freitag offiziell die Zusammenarbeit mit dem DSV für beendet erklärt: „Nach Prüfung der vertraglichen Unterlagen eines DSV-Vertrages mit der Rechteagentur Infront vom Mai dieses Jahres und intensiven Gesprächen mit dem DSV hat sich der Fernsehsender dazu entschieden, das ihm zustehende Matching Offer Right nicht in Anspruch zu nehmen und von einem erneuten Erwerb von TV-Rechten im Skisport abzusehen“, hieß es in einer Mitteilung. Der Privatsender hatte in den letzten fünf Jahren die DSV-Kasse mit etwa 75 Millionen Euro prall gefüllt, zuletzt aber mit seinem angeblichen Recht zum Überbieten jedes neuen TV-Angebotes die Krise angeheizt.

          Weder Laufzeit noch Dotierung wasserdicht

          Den Verzicht auf das umstrittene „Matching Offer Right“ sowie auf die Rechte der einst teuer erstandenen zwei Österreich-Springen der Vierschanzentournee und der Skiflug-WM im Februar in Oberstdorf ließ sich RTL indes nicht zum Nulltarif abringen. Zuletzt wurde über eine Entschädigungssumme zwischen vier und sechs Millionen Euro spekuliert.

          Die Ankündigung des Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Thomas Gruber, wonach ARD und ZDF die am 30. Dezember traditionell in Oberstdorf beginnende Vierschanzentournee übertragen werden, verspricht zwar neue Einnahmen; deren Höhe aber ist offen, weil bisher weder Laufzeit noch Dotierung des neuen Vertrages wasserdicht fixiert sind. Die Öffentlich-Rechtlichen möchten dem Vernehmen nach das vom DSV angebotene Komplett-Paket der in Deutschland stattfindenden nordischen und alpinen Weltcups senden, wollen aber im Gegenzug aus wirtschaftlichen Gründen auch Einfluss in die Kalenderplanung nehmen.

          Schaden für die Tournee

          Der Skiverband reichte deshalb bereits Änderungswünsche zum aktuellen Weltcup-Kalender beim Weltverband FIS ein - und erhielt eine Abfuhr. Der erhoffte zweiten Slalom in Garmisch-Partenkirchen (bislang nur einer am 9. Januar) wurde ebenso abgelehnt wie die Streichung einer Etappe der Tour de Ski der Langläufer in Oberstdorf, wo eine Eigenproduktion der TV-Bilder den DSV etwa 680.000 Euro kosten würde.

          Während Vierschanzentournee-Chef Claus-Peter Horle bereits „die Planungssicherheit, die uns so lange gefehlt hat“ bejubelte, kommt die ARD-Zusage für Tournee-Vermarkter IMG zu spät. „Der Schaden für die Tournee und den Skisport ist trotzdem da“, sagte IMG-Europachef Christian Pirzer und kündigte Gespräche mit dem DSV für kommenden Dienstag an. „Das aktuelle Produkt hat nichts mehr mit dem zu tun, was wir vom DSV gekauft haben.“

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