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Kilde siegt in Kitzbühel : Nach dem „Schneepflug“ zum Sieg auf der Streif

Aleksander Aamodt Kilde mit der Trophäe in Kitzbühel. Bild: EPA

Die Abfahrt in Kitzbühel ist ein Ski-Rennen, das mit Superlativen überhäuft wird. Ein Norweger nutzt am Freitag die Gunst der höheren Startnummer. Doch der eigentliche Höhepunkt folgt erst noch.

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          Wenn die Weltspitze des Skisports sich in Kitzbühel versammelt, fehlt es nicht an Fahrern, die in Superlativen darüber sprechen, was die sogenannte Streif von allen anderen Strecken unterscheidet. „Es ist die furchteinflößendste, atemberaubendste, schnellste, schwierigste Abfahrtsstrecke der Welt“, sagte nun der Österreicher Marcel Hirscher, ein Skifahrer der Superlative, der selbst nicht mehr fährt, aber an diesem Wochenende wieder redet, weil er einen neuen Ski promotet.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Eines – das hat Hirscher in seinen fast schon aufdringlichen Auftritten nicht erwähnt – unterscheidet die Streif dann aber doch nicht von den anderen Strecken: Es kommt für das Rennen nicht nur darauf an, wie man fährt, sondern auch wann. Am Freitag hat Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen die erste Abfahrt in Kitzbühel gewonnen. Es war nicht die sogenannte Hahnenkamm-Abfahrt, das Königsrennen in Kitzbühel, das am Sonntag stattfinden soll.

          Es war aber dennoch die Streif-Strecke, die für den ersten Wettbewerb wegen starken Windes verkürzt worden ist. Auf dieser war Kilde, der sich seinen sechsten Saisonsieg sicherte, der Schnellste. Warum? Wegen seiner sensationellen Fahrweise. Und wohl auch wegen seiner Startnummer. Als Kilde sich auf die Strecke stürzte, waren schon zehn Männer im Ziel. Darunter die Österreicher Vincent Kriechmayr (Startnummer 3), Daniel Hemetsberger (4) und Matthias Mayer (7). Der Schweizer Beat Feuz (9), der vor einem Jahr in Kitzbühel gewonnen hatte. Und auch der Deutsche Romed Baumann (2).

          „Man hat beim Fahren gemerkt: Es stoppt so brutal“, sagte Baumann später. Er meinte den Schnee auf der Strecke, der in der Nacht gefallen war – und am Freitag dann Fahrer für Fahrer weniger wurde. Baumann, „der Schneepflug“ – so sagte es später sein Teamkamerad Dominik Schwaiger. Davon profitierten dann die Franzosen Johan Clarey und Blaise Giezendanner. Sie rasten auf die Ränge zwei und drei. Ihre Startnummern: 17 und 43.

          Und die anderen Deutschen? Sie konnten ihre Startposition nicht nutzen. Schwaiger (Nummer 18/Platz 14) und Andreas Sander (14/23) landeten vor Baumann (25), Simon Jocher (39/29) und Josef Ferstl (27/33) hinter ihm. Ein Endergebnis, über das Baumann sagte: „Hoffentlich haben wir am Sonntag eine zweite Chance.“ Sicher ist das nicht. In Kitzbühel, wo auch die Österreicher nach einem Heimrennen ohne Podiumsplatz Wiedergutmachung wollen, soll in der Nacht auf Samstag der große Schnee kommen.

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