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Winterspiele : Yang Yang S oder Yang Yang A - China ist schon da

Shorttrackerin Yang Yang A trägt die chinesische Flagge
          4 Min.

          Mit Yang Yang kann man sich sehen lassen. Sie ist zweifache Olympiasiegerin von 2002 in Salt Lake City, hat ein hübsches, schmales Gesicht, drapiert flott eine schicke Brille in ihrem schwarzen Haar, lächelt gerne und spricht perfekt Englisch. Yang Yang ist eine verdiente chinesische Sportlerin und eine perfekte Botschafterin für die wachsende Sport-Großnation. Am vergangenen Freitag, bei der Eröffnungsfeier der Turiner Winterspiele, trug sie selbstbewußt als erste Frau die rote Fahne ins Stadio Comunale.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          In den Shorttrack-Rennen über 1.000 und 1.500 Meter gehört sie in Turin zu den Topfavoritinnen. Yang Yang ist Athletensprecherin bei der Welt-Anti-Doping-Agentur und eventuell auch bald im Internationalen Olympischen Komitee. Für diesen Posten kandidiert sie als Konkurrentin unter anderem von Georg Hackl. Das alles ist kein Grund für sie, dick aufzutragen. Als jemand die dreißigjährige Shorttrack-Läuferin auf all diese ehrenvollen Attribute anspricht, lächelt sie bescheiden: „Vielen Dank, daß Sie mir so viel Aufmerksamkeit schenken.“

          „Ein großer Durchbruch für unser Land“

          Vor vier Jahren hat Yang Yang die erste Goldmedaille für China bei Winterspielen gewonnen. Seit 1980 in Lake Placid versuchen Wintersportler aus dem Reich der Mitte, das Reich der Pudelmützen für sich zu erobern. Yang Yang siegte in Salt Lake City im rasanten Verdrängungswettbewerb über 500 und 1.000 Meter und trug damit ihren Teil zur asiatischen Dominanz in den Shorttrack-Wettbewerben bei.

          2002 gewann sie in Salt Lake City Gold im 500-Meter-Rennen
          2002 gewann sie in Salt Lake City Gold im 500-Meter-Rennen :

          „Das erste Gold war ein großer Durchbruch für unser Land“, sagte Xiao Tian, der stellvertretende chinesische Sportminister, in Turin. „In den vergangenen vier Jahren haben wir darauf aufgebaut.“ Nicht nur die Sommerspiele in Peking bringen also Chinas Sport in Schwung. Schon in Turin erwarten die systematischen Medaillenplaner vier Olympiasiege. Bisher allerdings blieb das Gold aus.

          Härte und Erbarmungslosigkeit des Sportapparats

          Auch im Eiskunstlaufen der Paare, wo China seinem ehrgeizigen Ziel, in einer glamourösen West-Sportart zu brillieren, am nächsten gekommen ist, hat es nicht geklappt. Im Gegenteil: Im Kürwettbewerb am Montag abend konnte das Publikum wieder einmal erahnen, welche Härte und Erbarmungslosigkeit des Sportapparats hinter dem chinesischen Erfolgsprogramm steht: als nämlich die Paarläuferin Zhang Dan gemeinsam mit Partner Zhang Hao unter Schmerzen die Kür weiterlaufen mußte, obwohl sie sichtlich unter ihrem schweren Sturz litt. Der Versuch, mit einem vierfachen Wurf-Salchow den Sieg noch an sich zu reißen, war schmerzhaft gescheitert.

          Und doch reichte es noch zu Bronze vor Shen Xue und Zhao Hongbo, einem Paar, das den chinesischen Sportführern lange Zeit Sorgen bereitet hatte. Unglücklicherweise erlitt Zhao beim Training im August einen Riß der Achillessehne. Doch er zeigte sich bei der Kür am Montag abend bestens erholt. Vor vier Jahren in Salt Lake City waren es Shen/Zhao gewesen, die mit dem verhängnisvollen Vierfachsprung scheiterten. Shen strauchelte, sie wurden Dritte. Auch Rang zwei für Zhang Dan/Zhang Hao.und Platz vier des Paarlaufens von Turin ging an ein chinesisches Paar, nämlich an Pang/Tong.

          Durchschnittsalter 23,05 Jahre

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