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Winterreise : Deutsche Siege auf Moskauer Eis

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Anni Friesinger auf Rekordjagd Bild: AFP

Anni Friesinger hat beim Eisschnellauf-Weltcup in Moskau ihre Erfolgsserie fortgesetzt. Auch die Eiskunstläufer Sawtschenko/Szolkowy kehrten mit einem Sieg aus der russischen Hauptstadt zurück. Die FAZ.NET-Winterreise: Sport auf Eis und Schnee im Überblick.

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          Anni Friesinger hat beim Eisschnellauf-Weltcup in Moskau ihre Erfolgsserie fortgesetzt. Auch die Eiskunstläufer Sawtschenko/Szolkowy kehrten mit einem Sieg aus der russischen Hauptstadt zurück. Die FAZ.NET-Winterreise: Sport auf Eis und Schnee im Überblick.

          Skilanglauf: Filbrichs hartes Rennen

          Sturm und Regen in Kuusamo haben den deutschen Skilangläufern zugesetzt. Durch den Regen hatte sich auf dem Schnee eine Eisschicht gebildet, die das Wachsen der Ski erschwerte. Während der Norweger Eldar Rönning mit seinem Sieg über 15 Kilometer im klassischen Stil seine Weltcup-Führung am Sonntag ausbaute, mußten sich Jens Filbrich und Tobias Angerer mit den Plätzen neun und dreizehn zufriedengeben.

          Von Moskau nach Mallorca: Claudia Pechstein

          "Wie sagt man im Fußball: Man muß auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein", meinte Angerer mit bayerischem Humor nach dem durchwachsenen deutschen Ergebnis. Bei den Frauen setzte sich über zehn Kilometer klassisch die Finnin Virpi Kuitunen souverän durch. Viola Bauer war als Dreizehnte beste deutsche Läuferin. Die Klassik-Sprints am Samstag hatten der Norweger Jens Arne Svartedal und die Slowenin Petra Majdic gewonnen. Axel Teichmann war überraschend auf Rang sieben gelaufen, konnte am Sonntag aber wegen einer sich anbahnenden Erkältung nicht ins Rennen gehen.

          "Es war eines der härtesten Rennen meiner Karriere. Man hofft, daß die Skipräparation paßt, aber die Norweger und Schweden waren uns da heute voraus", sagte Filbrich. Bundestrainer Jochen Behle hat vor allem wegen seiner Frauen Sorgen: "Sie müssen langsam mal in Schwung kommen." Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel belegten über zehn Kilometer nur die Plätze 18 und 21.

          Eisschnellauf: Friesingers zehnter Sieg

          Anni Friesinger ballte die Faust, Claudia Pechstein strahlte nach ihrem Sieg über 5000 Meter über das ganze Gesicht: Die "Golden Girls" haben in Moskau im Gleichschritt den Eisschnellauf-Weltcup in Moskau dominiert. Die Olympiasiegerin aus Inzell vollendete am Sonntag mit ihrem Erfolg über 1500 Meter ihre glänzende Bilanz: Im zehnten Rennen der Saison gelang ihr der zehnte Sieg. Zugleich kam sie zu ihrem sechsten Weltcup-Triumph in diesem Winter und zum insgesamt 42. Erfolg in dieser Serie. So gut war Anni Friesinger zuletzt 2001.

          Gar dreizehn Jahre ist es her, daß eine andere Läuferin die Szene so beherrschte: Die Erfurterin Gunda Niemann "startete" damals mit sieben Weltcup-Siegen hintereinander in die Saison. In den kommenden Wochen werden sich die deutschen Stars nun etwas Erholung beim Radtraining auf sonnigen Ferieninseln gönnen: Friesinger reist nach Lanzarote, Pechstein nach Mallorca.

          Die Überraschung des Tages vollbrachte der Berliner Tobias Schneider, der als Zweiter über 10 000 Meter mit deutschem Rekord von 13:16,36 Minuten das beste Ergebnis eines Deutschen seit fünf Jahren verbuchte. Am 25. November 2001 war dem entthronte Rekordhalter Frank Dittrich (13:19,09) in Den Haag auf der Langstrecke der bislang letzte Sieg eines Deutschen gelungen. "Von diesem Ergebnis hatte ich nicht zu träumen gewagt", sagte Schneider. "Wir sind alle total euphorisch. Mit so einem Top-Rang konnte niemand rechnen", sagte Bundestrainer Bart Schouten und freute sich über den 25jährigen Schneider, der sich nur Olympiasieger Enrico Fabris (Italien/13:14,94) beugen mußte und seine Bestzeit gleich um 27 Sekunden unterbot.

          Eiskunstlauf: Sawtschenko/Szolkowy vorne

          Trotz des anhaltenden Streits um die Stasi-Vergangenheit ihres Trainers Ingo Steuer haben die Chemnitzer Paarläufer Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy zum zweiten Mal in ihrer Karriere einen Grand Prix gewonnen. Die Diskussionen um Steuer verdarben dem 27 Jahre alten Szolkowy aber die rechte Freude über den Erfolg in Moskau, der die Qualifikation für die besten sechs im Grand-Prix-Finale bedeutete. Auch für den Wettbewerb Mitte Dezember in St. Petersburg müssen die EM-Zweiten vor Gericht ziehen, um die Betreuung durch Steuer sicherzustellen.

          "Wir haben zwar bisher immer gewonnen, aber es kann doch passieren, daß wir vor Gericht verlieren", sagte Szolkowy. Auch wenn den deutschen Hoffnungsträgern ein knapper Erfolg über die ehemaligen Weltmeister Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Rußland) gelang, war ihre Leistung nicht optimal. Die psychische Belastung machte sich bemerkbar. "Manchmal fühlte ich mich reif für die Klapsmühle", sagte Szolkowy. Die Sachsen stehen weiter zu Steuer, der von der Deutschen Eislauf-Union (DEU) nicht mehr als Trainer gefördert wird. Bei ihren Auftritten erfahren sie auch Solidarität aus der internationalen Eislaufszene.

          "Die DDR ist Vergangenheit. Die beiden Länder haben sich vor langer Zeit auf offizieller Ebene vereint", sagte die russische Trainerin Tamara Moskwina, die eine Wunschkandidatin der DEU für die Nachfolge Steuers ist. "Der Eiskunstlauf ist kein so entscheidender Faktor in der Existenz dieses Staates, daß es sich lohnt, so viel Aufmerksamkeit darauf zu legen. Zudem vertreten Aljona und Robin die Interessen des vereinten Deutschlands."

          Ski alpin: Kucera top in Lake Louise

          Der kanadische Skirennfahrer John Kucera hat überraschend den Weltcup-Super-G im kanadischen Lake Louise gewonnen. Der 22jährige lag bei seinem ersten Weltcupsieg überhaupt mit Startnummer eins am Sonntag in 1:29,70 Minuten 0,06 Sekunden vor dem Österreicher Mario Scheiber. Patrik Järbyn aus Schweden fuhr bei Temperaturen von unter minus 20 Grad auf Platz drei vor Österreichs Superstar Hermann Maier.

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