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Biathlon-Weltcup : Deutsche in Oberhof ohne Podestplatz

  • Aktualisiert am

Enttäuschendes Ergebnis: Biathlet Arnd Peiffer entschuldigt sich nach einem Patzer. Bild: dpa

Die Norweger sind im Biathlon das Maß der Dinge – in dieser Saison aber noch mehr als zuvor. Für die Deutschen verlief der erste der beiden Heimweltcups in Oberhof nicht wie erhofft.

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          Arnd Peiffer entschuldigte sich nach seinem dicken Patzer und dem enttäuschenden fünften Platz in der Mixed-Staffel bei seinen Teamkollegen. „Das tut mir sehr leid“, sagte der Olympiasieger (33) am Sonntag in Richtung Vanessa Hinz, Denise Herrmann und Benedikt Doll, nachdem er durch eine Strafrunde beim letzten Schießen das mögliche Podium für das Quartett vergab. Janina Hettich und Erik Lesser kamen zwar in der Single-Mixed-Staffel als Vierte ins Ziel, aber damit beendeten die deutschen Biathleten erstmals seit 2015 den Heim-Weltcup in Oberhof ohne Podestplatz. „Wir verkaufen uns derzeit unter Wert, und das ist nicht unser Anspruch“, sagte Herrmann.

          Die deutschen Damen schnitten in den Einzelrennen so schwach wie noch nie am Grenzadler ab. Als Verfolgungs-Zehnter holte nur Peiffer einen Top-Ten-Platz fürs deutsche Team. „Wir müssen an unserer Konstanz feilen. Ansonsten müssen wir uns keine Sorgen machen“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Derweil dominieren die Norweger: Tiril Eckhoff feierte einen Doppelsieg und die Männer trumpften sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung mit einem Dreifacherfolg auf. Es war bereits der vierte norwegische der Saison – historisch. Nur in der Mixed-Staffel mussten sie den Russen den Vortritt lassen, im Single-Mixed reichte es für Eckhoff/Bö beim Sieg von Frankreich „nur“ zu Rang drei. Ab Mittwoch haben Peiffer und Co. beim zweiten Teil in Thüringen Oberhof die Chance auf Wiedergutmachung.

          Herrmann holt sich wieder Selbstvertrauen

          Herrmann holte sich mit nur zwei Nachladern in der gemischten Staffel zumindest wieder etwas Selbstvertrauen. „Das gibt mir sehr viel Auftrieb, das war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte die 32-Jährige, von deren Kampfansage zu Beginn der Saison nichts übrig ist. Wollte die Sächsin in diesem Winter um das Gelbe Trikot und den Sieg im Gesamtweltcup mitlaufen, steht sie sinnbildlich für den durchwachsenen Jahresauftakt: Denn beim ersten der beiden Heim-Weltcups in Oberhof musste sich die frühere Weltmeisterin mit den Rängen 15 im Sprint und 32 in der Verfolgung zufriedengeben. „Sie hat sich Anfang der Saison ein bissel unter Druck gesetzt. Daran wird man dann immer gemessen und das macht es nicht unbedingt einfacher“, sagte die zweifache Olympiasiegerin und ZDF-Expertin Laura Dahlmeier.

          Trotz der Installation des neuen Schießtrainers Engelbert Sklorz läuft es am Schießstand noch nicht wie erhofft. Herrmann schoss in ihren elf Einsätzen 32 Fehler und kam damit bisher in keinem Einzelrennen fehlerfrei durch. In der Verfolgung im Thüringer Wald waren es gleich sieben. Zwar verbesserte sich ihre Trefferquote, Stand jetzt, im Vergleich zur Vorsaison um vier auf 81 Prozent – solide, aber kein Topwert. Im Gesamtweltcup ist sie derzeit Elfte.

          „Läuferisch bin ich noch nicht in Topform“

          Zudem hat die frühere Langläuferin in der Loipe keinen Vorteil mehr und noch keine Laufbestzeit markiert. So sprang nach Rang zwei im Einzel beim Saisonauftakt in Kontiolahti Ende November kein Podium mehr heraus, sondern nur drei Top-Ten-Ergebnisse. „Läuferisch bin ich noch nicht in Topform, da muss ich bis zur WM noch was drauflegen.“

          Auch Franziska Preuß, eigentlich beste deutsche Schützin, kommt in dieser Saison mit dem Gewehr noch nicht so gut klar, während sie sich im Laufen verbesserte. „Warum kriegen es die anderen hin und wir nicht?“, fragte die Bayerin. „Für die Stimmung im Team ist es nicht toll, wenn man hinterherläuft.“

          Peiffers famose Aufholjagd im Jagdrennen war die beste Leistung beim durchwachsenen Jahresauftakt. Der Harzer blieb in der Verfolgung als nur einer von zwei Skijägern viermal fehlerfrei und katapultierte sich um 37 Positionen nach vorne auf Rang zehn. „Die Jungs haben sich reingehauen, und das zeigt, dass wir uns nicht verstecken brauchen und im Feld gut dabei sind“, sagte Kirchner. Der Saisoneinstand von Simon Schempp fiel mit den Plätzen 45 und 58 enttäuschend aus.

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