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Wegen Fernseh-Krise : Skiverband hübscht Termine auf

  • Aktualisiert am

Der wegen des ungeklärten TV-Vertrags in finanziellen Nöten steckende Deutsche Skiverband hat beim Internationalen Verband einige Terminänderungen beantragt, um die Produktionskosten der Sender möglichst niedrig zu halten.

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          In die stockenden Verhandlungen um einen Ausweg aus der verworrenen TV-Rechte-Situation im deutschen Skisport ist am Freitag Bewegung gekommen. Während die ARD-Verantwortlichen das Thema in einer Intendanten-Runde ausführlich diskutieren wollten, versuchte auch der Deutsche Skiverband (DSV) sein bislang unverkauftes Produkt etwas schmackhafter zu machen.

          Durch beim Weltverband FIS beantragte Änderungen im Weltcup-Kalender sollen die Bedingungen für Fernseh- Übertragungen attraktiver gemacht und so die Suche nach einem Sender und damit auch Geldgeber für den klammen Verband erleichtert werden. Der wegen des ungeklärten TV-Vertrags in finanziellen Nöten steckende Verband schlägt vor, die bei der Tour de Ski der Langläufer ursprünglich geplante Doppelveranstaltung in Oberstdorf auf einen Tag zu verkürzen. Dadurch würden die Produktionskosten sinken. Die Verfolgungsrennen der Damen und Herren fänden demnach am 2. Januar 2008 statt. Für das Oberstdorfer Rennen am 1. Januar sucht die FIS einen Ersatzort, so dass die Tour de Ski wie geplant acht Wettbewerbe umfassen soll. Das bestätigte der Langlauf-Renndirektor der FIS, Jürg Capol.

          Der deutsche Markt ist der wichtigste

          Der für den 5. Januar vorgesehene Kombinations-Weltcup in Ruhpolding soll in Schonach ausgetragen werden. Im Schwarzwald starten die Kombinierer außerdem am 6. Januar zu einem weiteren Wettbewerb. In Garmisch-Partenkirchen wünscht sich der DSV am 9./10. Februar zwei Alpin-Slaloms der Herren statt nur einen - was den Produktionsaufwand lohnender machen würde.

          Im argentinischen Bariloche trifft sich das FIS-Council zu seinem Herbst-Meeting und soll am Dienstag sein Okay zu den DSV-Plänen geben. Da der deutsche Markt für die FIS jedoch der wichtigste ist, gilt eine Zustimmung als sehr wahrscheinlich. Sollte die FIS den Änderungswünschen entsprechen, richtet der DSV in diesem Winter 14 Weltcup-Veranstaltungen mit 24 Entscheidungen aus. Damit fänden in Deutschland auch in dieser Saison so viele Ski-Weltcups statt wie in keinem anderen Land.

          Verhandlungen zwischen DSV, SportA, Infront und RTL

          SportA, die Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF, hatte sich entschieden, die in Deutschland stattfindenden Ski-Wettbewerbe in dieser Saison nicht live zu übertragen. Der DSV hatte die Rechte im Mai an die Agentur Infront verkauft. Nun schließen die öffentlich-rechtlichen Sender eine Einigung bei den TV- Rechten der Ski-Wettbewerbe aus Deutschland - dazu zählen auch die zwei Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch- Partenkirchen - aber nicht mehr aus. Allerdings muss dabei die Situation mit dem alten Rechte-Inhaber RTL geklärt werden.

          Wie es heißt, würde der Privatsender auf sein Matching Offer Right, mit dem er sich die Rechte zurückholen könnte, verzichten, wenn er dafür die teuer erworbenen Rechte an den beiden österreichischen Springen der Vierschanzentournee sowie der Skiflug- WM verkaufen kann. Von den gewünschten Änderungen des DSV bleiben die Skispringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen am 30. Dezember bzw. 1. Januar sowie die Skiflug-WM in Oberstdorf (22.- 24. Februar) allerdings unberührt.

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