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WM-Silber für Rebensburg : „Es war eine Zitterpartie“

  • Aktualisiert am

„Jetzt sind wir wieder da, wo wir sein wollen“: Viktoria Rebensburg Bild: dpa

Von Platz elf zu Silber: Viktoria Rebensburg zeigt im Riesenslalom bei der Ski-WM eine grandiose Aufholjagd. Danach spricht sie über die Stärke im zweiten Lauf, ihre Gefühle im Ziel und das Risiko eines neuen Ski.

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          Von elf auf zwei in einem Durchgang: Viktoria Rebensburg holt bei der Ski-WM nach einer Aufholjagd noch Silber im Riesenslalom. Nach ihrer ersten WM-Medaille spricht sie über die Zuversicht vor dem Finale und das Vertrauen in ihre neuen Ski. Und sie berichtet von der Zitterpartie im Ziel.

          Alpindirektor Wolfgang Maier war nach dem ersten Lauf der Meinung, Sie könnten noch schneller fahren. Wie ging es Ihnen?

          Ja, der Wolfi war nicht entspannt. Mir war das egal. Ich habe ein gutes Gefühl gehabt. Ich konnte wieder Gas geben, pushen, am Limit fahren. Das ist für mich das Entscheidende gewesen. Natürlich ist es schön, dass ich das mit der Silbermedaille habe krönen können. Aber für mich war wichtig, im Riesenslalom wieder das Gefühl zu haben: Ich kann voll attackieren, voll angreifen und vorne mitfahren. Im zweiten Lauf habe ich gewusst: Vollgas. Sekt oder Selters. Zum Glück ist es Sekt.

          Ab wann hatten Sie das Gefühl, es könnte reichen?

          Erst als ich wusste, es ist sicher Bronze. Ehrlich gesagt habe ich, als ich ins Ziel gekommen bin, nicht gedacht, dass es so ausgeht mit einer Medaille. Sieben Zehntel waren jetzt nicht so mega viel. Alle haben zwar gesagt, es sei unten ein super Lauf gewesen. Aber man weiß ja nicht, was noch kommt. Dadurch war es schon eine Zitterpartie. Es war für meine Nerven nicht sonderlich gut. Aber das ist egal. War trotzdem ein superschöner Tag, und ich werde das genießen jetzt.

          Hat es geholfen, dass Sie es bei Olympia in Vancouver und Sotschi schon mal geschafft haben, von hinten nach vorne zu kommen?

          Ich weiß auf alle Fälle, dass ich im zweiten - leider - meistens mehr zulegen kann als im ersten. Das wäre das nächste. Aber heute, das war eine andere Situation. Ich bin ein komplett neues Setup gefahren. Ich habe im ersten Lauf nicht gewusst, wo das Limit ist. Das habe ich im zweiten schon besser einschätzen können. Jetzt sind wir wieder da, wo wir sein wollen. Das ist mit das Schönste heute.

          „Sekt oder Selters“: Viktoria Rebensburg holt noch WM-Silber Bilderstrecke

          Wie groß war das Risiko, einen neuen Ski zu nehmen?

          Man hat es ja gesehen: 1,7 Sekunden Rückstand im ersten Lauf. Das ist nicht wenig. Ich war trotzdem ruhig. Ich habe gewusst, acht Zehntel fehlen aufs Podium, es ist alles machbar. Die anderen haben das im ersten Lauf rausfahren können, dadurch kann ich das umgekehrt auch im zweiten rausfahren. Mit einem guten Gefühl, mit dem Gefühl, dass man pushen und attackieren kann, von jedem Tor weg, ist das nicht so viel jetzt eigentlich.

          Welchen Stellenwert hat die Medaille in Relation zu den beiden von Olympia?

          Das kann man nicht vergleichen. Jede Medaille ist für sich gut und für sich speziell und besonders. Natürlich ist es schön, dass ich jetzt meine erste WM-Medaille mit heimnehmen darf.

          Ergebnisse Ski-alpin-WM, Damen, Riesenslalom

          1. Anna Fenninger (Österreich) 2:19,16 (1:08,98/1:10,18) Min.;
          2. Viktoria Rebensburg (Kreuth) 2:20,56 (1:10,68/1:09,88);
          3. Jessica Lindell-Vikarby (Schweden) 2:20,65 (1:09,88/1:10,77);
          4. Tina Weirather (Liechtenstein) 2:20,71 (1:10,33/1:10,38);
          5. Tina Maze (Slowenien) 2:20,90 (1:10,08/1:10,82);
          6. Michaela Kirchgasser (Österreich) 2:20,91 (1:09,79/1:11,12);
          7. Kathrin Zettel (Österreich) 2:21,31 (1:10,70/1:10,61);
          8. Mikaela Shiffrin (Vereinigte Staaten) 2:21,63 (1:10,70/1:10,93);
          9. Maria Pietilä-Holmner (Schweden) 2:21,84 (1:10,63/1:11,21);
          10. Sara Hector (Schweden) 2:21,96 (1:10,67/1:11,29)

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