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Vierschanzentournee : Schmitts Abtritt mit Genuss

  • Aktualisiert am

Ein letztes Mal landet Martin Schmitt bei der Vierschanzentournee Bild: dpa

Martin Schmitt verabschiedet sich beim Neujahrsspringen von seinen Fans. Seine 18. und letzte Vierschanzentournee endet in Garmisch. Das kommt dem Karriereende gleich, auch wenn er dieses Wort nicht in den Mund nimmt.

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          Das Ende der Erfolgskarriere von Martin Schmitt vollzog sich still und leise. Gut eine Stunde nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen erfuhr der 35 Jahre alte Skisprung-Oldie von Bundestrainer Werner Schuster in der internen Teambesprechung, dass er die Heimreise antreten muss.

          Die Entscheidung des Chefcoaches markierte das Ende einer großen Sportler-Laufbahn, auch wenn Schmitt das Wort Karriereende am Mittwoch nicht in den Mund nahm. „Es war ein besonderer Tag. Aber es gibt viele letzte Momente, die man im Herbst seiner Karriere mitnimmt“, sagte der Routinier.

          Es wird einige Tage dauern, bis Schmitt alles Revue passieren lässt. „Ich werde mir in Ruhe daheim Gedanken machen. Tendenziell werde ich eher nicht mehr im Continentalcup springen, denn die Zielsetzung war Olympia“, deutete er den endgültigen Rücktritt zumindest an. Über ein Abschiedsspringen habe er sich aber noch nicht den Kopf zerbrochen.

          „Man sollte nicht, wenn jemand noch aktiv ist und angreifen will, bereits ein Abschiedsspringen planen. Aber natürlich werden wir das für ihn organisieren. Das sind wir ihm schuldig. Wir werden das gemeinsam besprechen“, erklärte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller.

          „Ich danke ihm für seine Fairness und Aufopferung“

          Auch Schusters Worte klangen wie ein sportlicher Nachruf: „Er ist ein großer Sportsmann. Ich danke ihm für seine Fairness und Aufopferung.“ Auch die Entscheidung, seine 18. und letzte Tournee nicht bis zum Ende bestreiten zu dürfen, habe Schmitt ohne Murren hingenommen. „Er hat noch einmal zwei ganz tolle Wettbewerbe erlebt und viel Zuspruch erhalten“, resümierte Schuster.

          Obwohl Schmitt seit dem 1. März 2002 nie wieder einen Sieg auf der großen Bühne errang, flogen ihm die Herzen der Fans bis zur letzten Landung zu. Im kollektiven Gedächtnis der Skisprung-Nation bleibt er für immer der sympathische Sportsmann, der mit seinen Erfolgen zwischen 1998 und 2002 einen nie dagewesenen und seither auch nie wieder erreichten Hype auslöste.

          Die Fans danken ihrem Idol in den buntesten Farben

          1999 wurde Schmitt in Ramsau Doppel-Weltmeister und dafür gleich zweimal zum Sportler des Jahres gekürt - im Einzel und in der Mannschaft. Zwei Jahre später gab es in Lahti erneut zweimal WM-Gold. 2002 in Salt Lake City sicherte er, damals schon ein wenig im Schatten von Tournee-Triumphator Sven Hannawald, dem deutschen Team als Schlussspringer den Olympiasieg. Zweimal gewann er den Gesamt-Weltcup. 28 Weltcupsiege und fünf weitere WM-Medaillen stehen in seiner Erfolgsbilanz.

          Die TV-Quoten schossen damals durch die Decke, an den Schanzen kreischten junge Mädchen Schmitts Namen und wünschten sich auf Plakaten: „Martin, ich will ein Kind von dir“. In seinem Heimatort Furtwangen wurde sogar eine Straße nach ihm benannt. All das hat ihn abseits der Schanze jedoch nie abheben lassen. Schmitt blieb stets der nette Kerl von nebenan, dem man auch sportliche Misserfolge verzieh.

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