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Vierschanzentournee : Schmitt raus, Ahonen vor Triumph

  • Aktualisiert am

Kann einpacken: Für Martin Schmitt ist Schluß Bild: dpa/dpaweb

Martin Höllwarth hat die Qualifikation zum Abschlußspringen auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen gewonnen. Martin Schmitt schiednach 114,5 Metern überraschend aus.

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          Nach seinem abermaligen und dem damit verbundenen vorzeitigen Tournee-Ende ist Martin Schmitt jeglicher Diskussion um seine Person aus dem Weg gegangen: frustriert suchte er am Mittwoch abend das Weite. Der viermalige Weltmeister aus Furtwangen scheiterte in der Qualifikation und ist zum Abschluß der Vierschanzentournee, bei der Janne Ahonen am Dreikönigstag als zweiter Skispringer nach Sven Hannawald den Grand Slam mit Siegen in allen vier Springen anstrebt, nur Zuschauer.

          „Das hatte ich mir anders vorgestellt“, gab Schmitt mißmutig zu. Äußerst dünnhäutig reagierte der Schwarzwälder auf die Frage, ob er das Team zum Weltcup nach Willingen begleitet oder direkt nach Hause reist. „Man sollte das nicht alles von einem Sprung abhängig machen. Ich werde gemeinsam mit dem Trainer eine Entscheidung treffen. Diese werden schon alle mitbekommen“, sagte Schmitt gereizt. Auch Cheftrainer Peter Rohwein blockte sofort ab. „Ich will das nicht zum Thema machen und fange auch nicht das Grübeln an“, sagte er.

          „Für mich bricht keine Welt zusammen“

          Nach 114,5 Metern landete Schmitt viel zu früh und mußte anschließend seine Ski in die Ecke stellen. „Ich hatte gehofft, daß ich schneller mit der Schanze zurecht komme. Ich weiß das aber einzuordnen, für mich bricht keine Welt zusammen. Ich richte den Blick nach vorn“, meinte der Sechsundzwanzigjährige.

          Schmitts Rückfall paßte jedoch in das Tournee-Gesamtbild der deutschen Springer, denen das schlechteste Abschneiden seit zehn Jahren droht. Immerhin unterstrichen Georg Späth (Oberstdorf) mit 134 Metern und Michael Uhrmann (Rastbüchl) mit 129 Metern ihre ordentliche Form, die für den vierten Wettbewerb hoffen läßt. „Wenn wir noch mal einen Podestplatz schaffen, könnten wir zufrieden sein“, sagte DSV-Skisprungchef Rudi Tusch.

          Deutsches Duell

          „Dagegen werden einige etwas haben“, sagte Späth, der aber mit einem guten Gefühl in den Wettkampf geht. Im K.o.-Duell trifft er auf den Franzosen Nicolas Dessum. Zu einem deutschen Duell kommt es zwischen Jörg Ritzerfeld (Oberhof) und Michael Neumayer, der sich mit 133,5 Metern empfahl. „Das hat richtig gut getan, nachdem ich in Innsbruck ausgeschieden bin“, sagte der Berchtesgadener. Den weitesten Sprung in der Qualifikation stand der Österreicher Martin Höllwarth mit 135,5 Metern.

          Finnlands Überflieger Janne Ahonen kam auf 133,5 Metern. Der dritte Gesamtsieg des Siebenundzwanzigjährigen nach 1999 und 2003 erscheint nur noch als Formsache. „Es ist unmöglich, ihn einzuholen“, sagte der im Gesamtklassement zweitplatzierte Pole Adam Malysz. 49,1 Punkte beträgt Ahonens Vorsprung, entsprechend zuversichtlich sieht er dem letzten Wettbewerb entgegen. „Das müßte eigentlich reichen, um die Tournee zu gewinnen“, sagte Ahonen, „ich fühle mich sehr gut und habe den Kopf frei.“

          Der am Burn-out-Syndrom erkrankte Hannawald traut seinem langjährigen Rivalen dieses Kunststück zu. „Wenn er nicht abreist, weil zum gleichen Zeitpunkt die finnischen Meisterschaften stattfinden, wird es am Donnerstag zwei Springer geben, die alle vier Springen gewonnen haben“, prophezeite der Hinterzartener. Auch Späth rechnet mit einem Vierfach-Triumph des Finnen. „Wenn es normal läuft und faire Bedingungen gibt, wird er es dem Hanni gleich tun“, sagte Späth.

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