https://www.faz.net/-gtl-tnyp

Vierschanzentournee : Schlierenzauer gewinnt zum Auftakt in Oberstdorf

  • Aktualisiert am

Aufsteiger: Gregor Schlierenzauer Bild: REUTERS

Der Österreicher Gregor Schlierenzauer hat das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf gewonnen. Der 16jährige siegte vor dem Schweizer Andreas Küttel und Adam Malysz aus Polen. Bester Deutscher war Jörg Ritzerfeld als Zwölfter.

          2 Min.

          Der Oberhofer Jörg Ritzerfeld hat die deutschen Skispringer in ihrem „Wohnzimmer“ Oberstdorf vor der bittersten Auftakt-Pleite in der Geschichte der Vierschanzentournee bewahrt. Auf der Schanze am Schattenberg, auf der in der 55jährigen Historie der Tournee 20 Siege gefeiert wurden, war Ritzerfeld als Zwölftplazierter bester Springer des Deutschen Skiverbandes (DSV) und landete damit weit hinter Sieger Gregor Schlierenzauer aus Österreich.

          Der 16jährige Schlierenzauer kam mit Sprüngen auf 135,5 und 142 Meter zu 296,0 Punkten. Damit verwies er den Schweizer Andreas Küttel (286,5/133,5+136,5) und Adam Malysz aus Polen (280,3/132+134) auf die nächsten Plätze und unterstrich seine Anwartschaft auf den Tournee-Gesamtsieg gleich bei der ersten Teilnahme.

          Deutscher Katzenjammer

          Im deutschen Lager dagegen war der Katzenjammer groß. Bereits am Samstag morgen hatte sich das Team von Georg Späth verabschiedet, der nach der verpaßten Qualifikation für das Springen auf seiner Hausschanze gemeinsam mit Bundestrainer Peter Rohwein entschied, die Tournee zu verlassen. Mit privatem Training wird er nun versuchen, wieder in Form zu kommen. Im Wettkampf, vornehmlich im zweiten Durchgang, paßten sich dann die anderen DSV-Athleten außer Ritzerfeld dem schwachen Niveau an.

          Schlierenzauer nimmt Fahrt auf

          „Ich war schon öfter bester Deutscher, aber noch nie in so einem wichtigen Wettkampf“, sagte der Thüringer zufrieden. Mit 129,5 und 124,5 Meter unterstrich er sein Talent, nachdem er im vergangenen Jahr an gleicher Stelle stürzte, sich das Kreuzband riß und bis zum Sommer ausfiel. „Er hat sein Soll erfüllt“, lobte ihn Rohwein. „Ritze“, wie der 23jährige genannt wird, nahm das Ergebnis als Mutmacher. „Das gibt mir einen Schub. Ich denke, ein Platz zwischen 15 und 20 in der Gesamtwertung ist jetzt realistisch“, sagte der Oberhofer.

          Suche nach Erklärungen

          Die beiden anderen deutschen Hoffnungsträger, Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Martin Schmitt (Furtwangen), sahen nach ihren Plätzen 15 und 18 alles andere als zufrieden aus. „Glücklich bin ich nicht“, schimpfte Schmitt, der besonders mit dem zweiten Sprung haderte und keine Erklärung für die enttäuschende Weite von 122 Metern fand. „Mir gefällt nicht, wie es gelaufen ist, aber es ist das, was ich momentan drauf habe“, analysierte Uhrmann kritisch. „Immer klappen Kleinigkeiten nicht. Im ersten Versuch kippte der Oberkörper ab, dadurch habe ich Geschwindigkeit verloren und damit auch Weite“, sagte der Bayer. „Beide wissen, woran sie zu arbeiten haben. Insgesamt hatten wir uns mehr vorgenommen“, meinte Rohwein.

          Dagegen konnte Schlierenzauer sein Glück kaum fassen. Mit der Kaltschnäuzigkeit eines Routiniers steckte der Youngster in seiner ersten Saison bei den Männern jede Aufregung weg, sprang in beiden Durchgängen Bestweite und wurde im Auslauf von seiner komplett angereisten Familie gefeiert. Der Neffe des einstigen Rodel- Weltmeisters Markus Prock dominierte wie er wollte. „Das ist sicher der schönste Tag bisher in meinem Leben“, jubelte der Stubaitaler.

          Weitere Themen

          Plötzlich Volleyballprofi

          Kurioser Wechsel im Sport : Plötzlich Volleyballprofi

          Ohne jemals ein Spiel auf Spitzenniveau absolviert zu haben, bekommt Fabian Sagstetter einen Profi-Vertrag in der Volleyball-Bundesliga. Das liegt an den besonderen Fähigkeiten des 29-Jährigen – und seiner Vergangenheit.

          Topmeldungen

          Mick Mulvaney am Donnerstag bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte

          Ukraine-Affäre : Stabschef Mulvaney bringt Trump in Erklärungsnot

          Der geschäftsführende Stabschef des Weißen Hauses verplappert sich: Die amerikanische Regierung hat 400 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten. Damit liefert Mulvaney eine Steilvorlage für die Demokraten.
          „Erdogans Krieg – wie machtlos ist Europa?“ war das Thema der Sendung von Maybrit Illner.

          TV-Kritik zu „Mabrit Illner“ : Die Härten der Realpolitik

          Der Einmarsch der Türkei in Syrien beherrscht die öffentliche und politische Debatte auch in Deutschland. „Wie machtlos ist Europa?“ fragte Maybrit Illner ihre Gäste und erhielt eine nüchterne Bestandsaufnahme der deutschen Außenpolitik.
          „Nationalspieler sind Vorbilder“ – Emre Can im Tunnel.

          DFB-Generalsekretär Curtius : „Eine deutliche Distanzierung“

          Der Fußball diskutiert über politische Gesten: DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius spricht im Interview über seinen Verband als Integrationsmotor, die Wirkung zurückgenommener Likes – und warum Gündogan und Can ihn überzeugt haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.