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Start der Vierschanzentournee : „Ich bin mega happy“

So hatte sich Karl Geiger den Auftakt der Vierschanzentournee erträumt. Bild: EPA

Mehr als 25.000 Fans feiern in Oberstdorf eine Skisprung-Party – und Karl Geiger landet auf Platz zwei. Nur der Titelverteidiger ist besser als der Deutsche. Auch Markus Eisenbichler wird nach vorne getragen.

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          Er hat es schon wieder gemacht. Der beste Skispringer auf der Oberstdorfer Schattenbergschanze? Ryoyu Kobayashi. Der Dominator der letztjährigen Vierschanzentournee ist auch bei der aktuellen Auflage zum Jahreswechsel 2019/2020 das Maß aller Dinge. Der 23 Jahre alte Japaner, der in der vergangenen Saison als dritter Grand-Slam-Sieger in der 67-jährigen Geschichte des deutsch-österreichischen Flugvergnügens alle vier Springen von Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen gewonnen hatte, war zum Tournee-Auftakt von niemandem zu schlagen.

          Auch nicht vom famos springenden Karl Geiger, der schon im ersten Durchgang, in dem 25 K.o.-Duelle ausgetragen wurden und neben den jeweiligen Gewinnern fünf weitere sogenannte Lucky Loser in die finale Runde der besten Dreißig kamen, die Zuschauer auf seiner Heimschanze beeindruckt hatte. Der aktuell beständigste Deutsche war 135 Meter gesprungen – drei Meter weniger als Kobayashi, der mit seinem weiten Satz den Grundstock für den fünften Tournee-Einzelsieg in Folge legte.

          Als es im zweiten Durchgang auf der mit 25.500 Zuschauern traditionell ausverkauften Schattenbergschanze zählte, waren Geiger und Kobayashi mit 134 Metern gleichauf. Doch wieder gaben die besseren Noten für den japanischen Flugästheten den Ausschlag. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte der Oberstdorfer Geiger nach dem geglückten Tournee-Auftakt mit Platz zwei. „Ich bin mega happy. Die Atmosphäre hier war der Hammer.“ Getragen von der Begeisterung der fahnenschwenkenden Zuschauer an der modernisierten Schanze wurde auch Markus Eisenbichler.

          Der Zimmernachbar von Geiger, in den vergangenen Wochen in ein veritables Formtief geraten, hatte sich schon am Vortag als Fünfter des Qualifikationsspringens die nötige Prise Selbstvertrauen zurückgeholt, die ihn am Sonntag unter Flutlicht auf Weiten von 134 und 123,5 Meter führte, die in der Endabrechnung mit Platz elf belohnt wurden. Pius Paschke (12.), Stephan Leyhe (13.), Constantin Schmid (20.), Luca Roth (27.) und Moritz Baer (29.) komplettierten die gute Leistung des deutschen Teams. Dritter hinter Kobayashi und Geiger wurde der Pole Dawid Kubacki. Der Österreicher Stefan Kraft, einer der Mitfavoriten der Vierschanzentournee, wurde Vierter.

          Schon vor dem mit Spannung erwarteten Auftaktspringen herrschte den ganzen Tag über Kaiserwetter im Tal der Schanzen. Die Fußgängerzone in der kleinen Marktgemeinde – ein einziges Menschenmeer. Wie immer rund um den Jahreswechsel waren auch diesmal wieder tausende Wintersportfreunde und Wiederholungstäter in den südlichsten Zipfel Deutschlands gekommen, um bei der Flugshow der Skispringer hautnah dabei zu sein. Einige von ihnen wollten Kobayashi sehen.

          Die meisten aber wollten live dabei, wenn ihr Mann, der Allgäuer Geiger, die Schanze runtersaust und dem Japaner auf den Fersen bleibt. Schon am Samstag, als Geiger die Qualifikation vor 15.500 Zuschauern mit einem Sprung auf 132 Meter als Sechster beendete, freute er sich darüber, dass sich „die Gleitphase im Flug sehr gut angefühlt hat. Es macht schon was mit einem, wenn dir so viele Leute zuschauen. Aber so richtig geknackt habe ich die Schanze hier noch nicht.“ Dies gelang ihm gut 24 Stunden später, als 25.500 fahnenschwenkende und begeisterte Zuschauer für ihr Kommen belohnt wurden. Karl Geiger Zweiter zum Auftakt der Vierschanzentournee. Viel besser hätte es für den Oberstdorfer in Oberstdorf nicht laufen können.

          Vierschanzentournee

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