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Finale der Vierschanzentournee : Der spannende Vierkampf um den großen Triumph

  • -Aktualisiert am

Keine Frage, was das für Geiger bedeutet: volles Risiko. „Ich weiß: Es ist möglich, die Form stimmt“, sagt der Oberstdorfer. Heftiger als den Deutschen hatte es Ryoyu Kobayashi getroffen. Der Japaner, im Vorjahr mit vier Einzelsiegen noch umjubelter Triumphator und bei dieser Ausgabe Gewinner des Auftaktspringens, landete in Innsbruck nur auf Platz 14. Damit konnte der 23-Jährige zwar seine Führung im Weltcup verteidigen, aber nach sechs Springen nacheinander als Führender in der Tournee-Gesamtwertung fand er sich auf Rang vier wieder.

Ohne bislang groß aufzufallen, hat nun Kubacki die Führungsrolle übernommen. Der 29-jährige Pole war bei den ersten beiden Springen Dritter hinter Geiger und schaffte es in Innsbruck als Zweiter wieder aufs Podest. Ein Sieg fehle ihm noch, sagte er. „Ich werde versuchen, das zu erledigen.“ Das muss er gar nicht, denn es gab in den 67 Austragungen acht Springer, die die Tournee auch ohne Tagessieg gewonnen haben. Und die Chancen auf den großen Erfolg stehen nicht schlecht für den Springer aus Zakopane. Bei 22 der vergangenen 25 Austragungen wurde der Athlet Gesamtsieger, der nach Innsbruck in Führung gelegen hatte.

Horngacher verfolgt die Auftritte der Konkurrenz aufmerksam. Nach Geigers Patzer in Innsbruck stellte der 50-jährige Coach fest: „Dawid hat noch keinen Fehler gemacht, eigentlich wäre jetzt der Kubacki dran.“ Nicht dass er dem 1,80 Meter großen Springer einen Ausrutscher gönnen würde, schließlich war Horngacher vor seinem Engagement beim Deutschen Skiverband drei Jahre Cheftrainer des polnischen Teams. Und er schätzt Kubacki sehr. Während dieser Tournee hat der Bundestrainer seinen ehemaligen Schüler, mit dem er vor elf Monaten den WM-Sieg von der kleinen Schanze bejubeln konnte, und Geiger verglichen. „Beide sind von der Statur her ähnlich große Springer, haben ähnliche Hebelverhältnisse“, urteilte er. Und fügte nach einer kurzen Pause noch an: „Wobei ich den Karl höher einschätze als den Dawid.“ Nicht abschreiben sollte man im großen Finale aber den kleinen Ryoyu Kobayashi. Auch wenn der 23 Jahre alte Japaner hinter Geiger zurückgefallen ist, beträgt dessen Abstand auf Spitzenreiter Kubacki nur etwa siebeneinhalb Meter. Und der Dominator der vergangenen Tournee weiß, dass auf schlechte Zeiten schnell wieder gute folgen können.

Das Problem mit der Bindung

Doch der Showdown dieser 68. Tournee beschränkt sich nicht nur auf den Dreikampf zwischen Kubacki, Geiger und Kobayashi. Plötzlich ist nämlich ein junger Norweger aufgetaucht und mischt die Szene auf. Marius Lindvik hat sowohl auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen als auch auf der Bergiselschanze gewonnen, obwohl er dort noch nie gesprungen war. Das gilt auch für Bischofshofen. So frech und unbekümmert sich der 21 Jahre alte Skandinavier auf den Schanzen präsentiert, so zurückhaltend ist er abseits davon. „Ich bin sehr scheu“, beschreibt er sich selbst. Was sein Teamkollege Daniel-André Tande bestätigt. „Er ist ein sehr ruhiger und entspannter Typ, der morgens unheimlich lange schläft“, sagte der Dritte des Innsbruck-Springens. Trotzdem sei Lindvik ausgeschlafen genug, sich den Gesamtsieg zu holen.

Tande war der Springer, der in Bischofshofen bislang den größten Absturz erlebt hat. Vor drei Jahren war der 25-Jährige als Spitzenreiter angereist. Doch das große Ziel vor Augen, hatte er in der Aufregung vor dem letzten Versuch seine Bindung nicht richtig geschlossen. Er verspielte damals nicht nur seinen Vorsprung, so dass Kubackis Landsmann Kamil Stoch Gesamtsieger wurde, sondern fiel noch auf Platz drei zurück. Mittlerweile kann er über dieses Missgeschick mit einer Prise Humor sprechen. „Marius sollte auf alle Fälle seine Bindung sehr penibel überprüfen“, rät Tande seinem jungen Kollegen.

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