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Vier-Schanzen-Tournee : Kraus überzeugt in der Qualifikation

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Nur scheinbar im Sturzflug: Marinus Kraus springt gut in der Qualifikation Bild: dpa

Dem dritten Wettbewerb der Vierschanzentournee droht wegen eines erwarteten Föhnsturms die Absage. In der Qualifikation spielt das Wetter noch mit. Marinus Kraus weckt mit Rang vier Hoffnungen.

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          Marinus Kraus ist bereit für das erwartete Sturm-Springen am Bergisel, die anderen deutschen Ski-Adler konnten in der Qualifikation für den dritten Wettbewerb der Vierschanzentournee nicht zum Höhenflug ansetzen. Mit dem vierten Platz weckte Kraus am Freitag zumindest leise Hoffnungen auf ein Gewinner-Los in der erwarteten Windlotterie von Innsbruck. Mit 127 Metern sprang der 22-Jährige aus Oberaudorf genauso weit wie Qualifikationssieger Anders Fannemel, der Tournee-Spitzenreiter Thomas Diethart aus Österreich auf Rang zwei verwies. „Das ist eine gute Ausgangsposition für den Wettkampf“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

          Auch wenn seine übrigen Schützlinge keine Bäume ausrissen, attestierte er ihnen bei schwierigen Windbedingungen „individuelle Fortschritte“. Severin Freund, der beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen alle Chancen im Gesamtklassement eingebüßt hatte, belegte mit 120 Metern Rang elf. Andreas Wellinger landete mit der gleichen Weite auf dem 21. Platz. „Alle waren gut bei der Sache. Das war positiv“, stellte Schuster fest.

          Diethart bleibt locker

          Karl Geiger, Andreas Wank, Richard Freitag und Michael Neumayer schafften problemlos den Sprung in den Wettbewerb, wo auf alle DSV-Springer lösbare Aufgaben in den K.o-Duellen des ersten Durchgangs warten. „Es geht darum, dass ich zu meinem Sprung und Gefühl zurückfinde. Ich denke schon, dass ich noch etwas zeigen kann“, betonte Freund. Und Wellinger meinte zuversichtlich: „Ich will die Tournee mit zwei guten Ergebnissen abschließen.“

          Das gilt natürlich auch für Shootingstar Diethart, der bei den Buchmachern plötzlich Topfavorit auf den Gesamtsieg ist. „Wenn ich so locker bleibe, wie ich momentan bin, dann ist sicher noch einiges drin“, sagte der 21-Jährige. Mit 123,5 Metern in der Ausscheidung deutete er nach zwei schwachen Trainingssprüngen an, dass er die nötige Nervenstärke für den mit 21 000 Fans bereits ausverkauften Showdown auf seiner Heimschanze besitzt. Druck verspürt der Newcomer jedenfalls nicht: „Ich springe gerne hier. Mir macht es Spaß, wenn viele Leute da sind und mich anfeuern.“

          Ammann hat keine Lust auf die Qualifikation

          Keine Lust auf die Qualifikation hatten seine Verfolger Simon Ammann aus der Schweiz, der im K.o.-Duell auf Diethart trifft, und Thomas Morgenstern. „Morgen wird es windig. Da ist es egal, mit welcher Startnummer man springt. Man braucht in jedem Fall Glück“, sagte der Gesamtzweite aus Österreich.

          Für Samstag werden Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erwartet. Das entspricht 28 Metern pro Sekunde - ab 16 Metern pro Sekunde ist ein Skisprung-Event nicht mehr durchführbar. „Wir müssen das Wetter abwarten. Dann können wir über eine Absage oder Verschiebung diskutieren“, sagte Innsbrucks OK-Chef Alfons Schranz. „Man wird alles versuchen. Das ist man jedem Veranstalter schuldig“, prophezeite Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner.

          Sollte sich das in der Tournee-Geschichte bisher einmalige Szenario von 2008 wiederholen und die Bergisel-Konkurrenz abgesagt werden, könnte wie damals Bischofshofen einspringen. „Wir sind jederzeit in der Lage, auch ein zweites Springen zu übernehmen. sagte Geschäftsführer Johann Pichler.

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