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Mathias Berthold verlässt DSV : Privatcoach statt Teamchef

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Er formte Sieger und will sich nun „beruflich neu orientieren“: Mathias Berthold Bild: Imago

Er formte Sieger aus einem Team der Hoffnungslosen. Nun will er sich „beruflich neu orientieren“: Cheftrainer Mathias Berthold verabschiedet sich aus dem deutschen Skiverband.

          Er legte die Goldspur für Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg, feierte Medaillen mit Felix Neureuther und machte Thomas Dreßen sowie Josef Ferstl als Kitzbühel-Sieger „unsterblich“: Nur vier Tage nach dem letzten Auftritt des langjährigen Teamleaders Neureuther verliert die Alpinsparte des Deutschen Skiverbandes (DSV) in Männer-Cheftrainer Mathias Berthold einen weiteren Erfolgsgaranten. Wie bei Neureuther ist auch Bertholds Abschied ein schwerer Verlust.

          Der Österreicher wolle sich „beruflich neu orientieren“, teilte der DSV am Donnerstag mit. Berthold selbst sagte: „Ich werde dem Skisport treu bleiben, meine Schwerpunkte aber auf eine persönliche Zusammenarbeit mit einzelnen Athleten verlagern.“ Privatcoach statt Teamchef, einzelne Athleten statt einer gesamten Mannschaft. Ein Nachfolger Bertholds, der seit 2014 amtierte, ist noch nicht benannt.

          Alpindirektor Wolfgang Maier führt allerdings bereits Gespräche mit möglichen Kandidaten und will den neuen Boss von Thomas Dreßen, Stefan Luitz und Co. bis zur Cheftrainerklausur im April benannt haben. Er bedaure Bertholds Entscheidung, versicherte Maier, „wir haben gemeinsam in den letzten Jahren viele große Erfolge feiern dürfen. Die Basis hierfür war die extrem engagierte und hochprofessionelle Arbeit von Mathias Berthold.“

          Diese, betonte Berthold selbst, habe ihm „über all die Jahre sehr viel Freude bereitet. Aber jetzt ist es an der Zeit für mich, beruflich neue Wege einzuschlagen.“ Und darin, neue Wege zu gehen, war Berthold stets ein Meister.

          Der jüngste Coup von Bertholds Männern: nach Thomas Dreßen gewinnt auch Josef Ferstl in Kitzbühel

          Der frühere deutsche Frauen-Cheftrainer arbeitete zum zweiten Mal in leitender Funktion für den DSV. Mit seiner bisweilen kumpelhaften, aber stets fordernden Art hat er maßgeblich dazu beigetragen, aus der jahrelang schwächelnden Männer-Mannschaft um Neureuther eine schlagkräftige Truppe zu formen. Mit der vom Verband fast schon aufgegebenen Speedgruppe um Dreßen, den er erst zum echten Abfahrer machte, feierte der 53-Jährige Erfolge, die vor seiner Zeit noch für unmöglich gehalten worden waren.

          Nicht wenige erklärten Berthold für verrückt, als er 2014 selbstbewusst verkündete, er wolle in der Königsdisziplin Olympia-Gold und auf der „Streif“ gewinnen. Zumindest Letzteres hat er in Zusammenarbeit mit Disziplintrainer Christian Schwaiger geschafft. „Wer Kitzbühel gewinnt, ist unsterblich“, sagte er einmal. Dreßen hob Bertholds ganz besonderes Gespür hervor. „Der Mathias schaut dich in der Früh an und weiß: Muss er Gas geben, oder muss er dich bremsen. Das macht ihn so gut als Trainer, weil er sich so gut in einen Athleten hineinversetzen kann. Und das schätze ich so an ihm.“

          2006 hatte Berthold nach den medaillenlosen Winterspielen von Turin die deutschen Frauen übernommen. Höfl-Riesch und Rebensburg wurden unter seiner Leitung zu Olympiasiegerinnen, nach deren Goldfahrten in Vancouver 2010 verließ er den DSV und kehrte als Männerchef beim Österreichischen Skiverband (ÖSV) in seine Heimat zurück. Auch dort formte Berthold in Matthias Mayer und Mario Matt wieder zwei Olympiasieger, ehe er sich 2014 erneut dem DSV anschloss.

          Den Abfahrern habe er bei seinem Amtsantritt gesagt: „Eigentlich gibt es euch nicht mehr. Aber ich stehe 1000-prozentig hinter euch und dem, was wir tun.“ Diese Überzeugung übertrug er auf seine Athleten - und machte sie, auch den Techniker Luitz, zu Siegern.

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