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Ski-WM in Vail : Die Sorgen der Amerikaner

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Auch die amerikanische Hoffnung Bode Miller hielt nicht, was sie versprach Bild: AFP

Bei der Ski-WM vor zwei Jahren verdarben die Amerikaner den Österreichern das Heimspiel. Nun ist es anders. Im eigenen Land tun sich die amerikanischen Skifahrer schwer – auch in der Abfahrt an diesem Samstag (19.00 Uhr)?

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          Der Herr Präsident hat eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Peter Schröcksnadel, Chef des mächtigen Österreichischen Skiverbandes, muss bei der Ski-WM in Vail und Beaver Creek Torten an seine Medaillengewinner verteilen, und deshalb ist er ziemlich im Stress. Denn Hannes Reichelt war nach Anna Fenninger schon der zweite Athlet, der mit Gold um den Hals im Austria-Haus zur kleinen Siegerparty vorbeischaute.

          Und es ist nicht ausgeschlossen, dass der 34 Jahre alte Super-G-Weltmeister bald noch einmal erscheint, an diesem Samstag (19.00 Uhr / Live im ZDF) nach der prestigeträchtigsten Entscheidung der Titelkämpfe. „Der größte Druck ist weg“, sagte Reichelt mit Blick auf die Entscheidung in der Abfahrt, in der nun plötzlich der große Favorit ist. Die Pistenverhältnisse scheinen derzeit wie bestellt für den Radstädter, der es besser als viele Konkurrenten versteht, sich am Limit zu bewegen und den Ski feinfühlig in den nicht sehr harten Schnee setzt.

          Der als großer Titelkandidat angereiste Kjetil Jansrud scheiterte am Donnerstag an seiner etwas zu aggressiven Fahrweise - und an einem Tor, das er touchierte. Der Norweger erlitt dabei eine leichte Schulterblessur. Im Gegensatz zu einem anderen Bruchpiloten kann er jedoch die Abfahrt bestreiten. Bode Miller passierte bei seinem Comeback ein ähnliches Malheur, allerdings mit schlimmerem Ausgang. Er stürzte, zog sich einen Sehnenriss im Unterschenkel zu und muss nun zuschauen.

          In seiner Heimat galt Reichelt bisher als Athlet, der mit Großereignissen seine Schwierigkeiten hat. Zwar ist er im Weltcup seit Jahren häufiger Gast auf dem Podest, gewann neun Rennen, darunter die wichtigen in Kitzbühel und Wengen, aber bei zuvor sechs Weltmeisterschaften und nur einem Olympia-Start reichte es gerade einmal zu einer Silbermedaille. Die größte Enttäuschung war wohl wie auch für seine Kollegen die Heim-WM 2013, als Österreich in Abfahrt und Super-G leer ausging. „Die US-Boys haben uns in Schladming die Show gestohlen“, sagte Reichelt. „Dieses Mal versuchen wir, uns zu revanchieren.“

          Der Österreicher Hannes Reichelt hat schon eine Goldmedaille gewonnen

          In Vail und Beaver Creek stehen nun die amerikanischen Athleten im Fokus, allerdings ist dies nicht annähernd vergleichbar mit den Ansprüchen, mit denen vor zwei Jahren die Österreicher zurechtkommen mussten. Wenn Amerikaner bei Großereignissen in Europa in den vergangenen Jahren abgeräumt hatten, wurde stets die besondere Mentalität herangeführt. „Wir tun das Richtige, wenn es zu den großen Events geht. Wir wachsen an der Herausforderung“, hatte der frühere Super-G-Weltmeister Daron Rahlves einmal gesagt.

          Aber im ersten Wettbewerb der WM in Colorado haben die hochgehandelten Männer aus den Vereinigten Staaten nicht unbedingt das Richtige getan. Travis Ganong schied aus, Andrew Weibrecht, riskierte zu viel und wäre beinahe gestrauchelt. Bode Miller war nur knapp drei Monate nach seiner Bandscheibenoperation auf dem Weg zu einer riesigen Überraschung, aber eben nur bis zur dritten Zwischenzeit.

          Steven Nyman ist eher ein Mann für die Abfahrt, und auch Titelverteidiger Ted Ligety blieb als Neunter weit vom Podium entfernt. „Natürlich ist es für uns hier einfacher als irgendwo in Österreich“, findet Reichelt. „Hier kann ich einen Kaffee trinken gehen und keinen juckt’s.“

          Der amerikanischen Ski-Verbandspräsident Gale H. Shaw glaubt trotzdem nicht, dass die Bürde einer Heim-WM für seine Athleten zu groß sein könnte. „Sie sind derart erfahren und Meister im Umgang mit solch speziellen Situationen“, hofft er. Aber vielleicht liegt die Piste Birds of Prey den Lokalmatadoren einfach nicht so gut. Seit 2011 gab es nur zwei amerikanische Podestplätze in Abfahrt und Super-G, dagegen sieben für Österreich. Trotzdem hatte man in der Alpenrepublik Sorge, die WM-Veranstalter könnten den Athleten aus dem eigenen Land einen Heimvorteil verschaffen. „Die haben auf der WM-Strecke bis zur Bewusstlosigkeit trainiert“, sagte Alpinchef Hans Pum. So wie seine Athleten einst in Schladming. Geholfen hat es ihnen damals aber nichts.

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