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U-20-Eishockey-WM : Deutscher Nachwuchs muss auf Stars verzichten

  • -Aktualisiert am

Zwei, die für Furore auf dem Eis sorgen: John Peterka (links) und Lukas Reichel Bild: dpa

Deutsche Eishockey-Junioren überzeugen in den nordamerikanischen Ligen. Bei der U-20-WM dürfen sie aber nicht im Nationaltrikot antreten. Ist das Team trotzdem konkurrenzfähig?

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          Am Sonntag hat Tim Stützle ein Tor geschossen. Am Sonntag hat Lukas Reichel ein Tor geschossen. Und am Sonntag hat John-Jason („JJ“) Peterka ein Tor geschossen. Der erste in der Eliteliga NHL, die anderen in der AHL, der zweithöchsten Spielklasse in Nordamerika. Es war ein Abend ganz nach Wunsch des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): Seine drei größten Stürmertalente seit Leon Draisaitl zeigen, dass all der Vorschusslorbeer berechtigt ist. Das Problem aber: Das Nationaltrikot werden die 19-Jährigen auf absehbare Zeit nicht tragen. Schon bei der am Sonntag beginnenden U-20-WM werden Stützle, Reichel und Peterka nicht auf dem Eis stehen. Ihre Klubs geben sie nicht frei.

          DEB-Sportdirektor Christian Künast ist dennoch überzeugt, „eine starke Mannschaft ins Rennen zu schicken“. Was soll er auch sagen? Seit Jahren ist von der „goldenen Generation des deutschen Eishockeys“ zu hören und zu lesen. Es gibt ja nicht nur Draisaitl, es wurden auch dreimal in Folge deutsche Spieler bei der jährlichen Talenteziehung der NHL in der ersten Runde gezogen. Zunächst Dominik Bokk (2018) und Moritz Seider (2019), die der U 20 mittlerweile entwachsen sind. 2020 folgten Stützle und Reichel, Peterka wurde zu Beginn der zweiten Runde gezogen. Doch nicht nur, weil die Serie 2021 endete, steht nun die Frage im Raum: Sind das Ausnahmen, oder hat das deutsche Eishockey auch in der Breite aufgeholt?

          Die Antwort dürfte die U-20-WM im kanadischen Edmonton geben, die im Mutterland des Eishockeys eine „überragende Bedeutung“ (Künast) hat. Gespielt wird in den großen NHL-Hallen, vor den Bildschirmen schauen Millionen zu, wenn sich stets von Weihnachten bis Anfang Januar die künftigen Superstars messen. Auch dieses Jahr sind diverse Spieler dabei, denen Millionenkarrieren vorhergesagt werden. Owen Power zum Beispiel, im Juni bereits Weltmeister mit den kanadischen Herren in Lettland, und danach an Nummer eins gedraftet. Seine Teamkollegen Shane Wright und Connor Bedard, die als weltweit Beste der nächsten beiden Jahrgänge gelten, gehören auch dazu, genau wie Matwej Mitchkow als jüngster Spieler, der je im russischen Nationalteam debütierte.

          Solche Talente haben die Deutschen nicht zu bieten. Aber Bundestrainer Tobias Abstreiter spricht von einem „guten Kader: Ein Drittel der Mannschaft hat bereits die Erfahrung der letzten WM mitnehmen dürfen.“ Auch die fand in Edmonton statt, und obwohl die DEB-Auswahl zu Beginn hart von Corona getroffen war, kam sie ins Viertelfinale. Zum ersten Mal überhaupt. Damals spielten aber auch Stützle und Peterka mit.

          Jetzt ist zumindest noch ihr damaliger Reihenpartner Florian Elias aus Mannheim mit dabei. In der Abwehr sticht Luca Münzenberger hervor, der in den USA für sein College spielt. Die beiden und der Rest des Teams spielen ab Sonntag gegen Finnland, Tschechien, Kanada und Österreich (live bei MagentaSport). Mindestens ein Spiel müssen die Deutschen gewinnen, um ins Viertelfinale zu kommen. Und um zu beweisen, dass sie auch in der Breite aufgeholt haben.

          U-20-Auswahl verliert WM-Generalprobe

          Die deutschen Eishockey-Junioren haben ihre Generalprobe vor der U-20-WM in Kanada verpatzt. Das Team von Bundestrainer Tobias Abstreiter unterlag in Red Deer der Slowakei mit 0:4. Das erste Turnierspiel der deutschen Auswahl findet am zweiten Weihnachtstag (20.00 Uhr MEZ bei MagentaSport) in Edmonton gegen Finnland statt. „Wir haben das Spiel verloren, weil wir in den Zweikämpfen nicht hart genug gearbeitet haben“, kritisierte Abstreiter: „Wir müssen in den nächsten Spielen die Zweikämpfe annehmen und mehr physische Präsenz zeigen.“ Die deutschen Junioren, die ohne die nordamerikaerfahrenen Ausnahmetalente Tim Stützle, John Peterka und Lukas Reichel auskommen müssen, treffen bei der WM neben Finnland auch auf Tschechien (27. Dezember), Kanada (29. Dezember) und Österreich (31. Dezember). Das Ziel der deutschen Mannschaft ist das Viertelfinale. (sid)

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